: Lina Hansson
: Winterküsse in Schweden
: beHEARTBEAT
: 9783751702119
: Schwedenliebesroman
: 1
: CHF 4.50
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 290
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Ein Elch macht noch lange keinen Winter

Malin braucht dringend einen Neustart. Das letzte Jahr möchte sie einfach nur hinter sich lassen und zieht kurzerhand in ein kleines Apartment in Stockholm. Doch der Neuanfang verläuft holpriger als gedacht: Die Wohnung entpuppt sich als totale Bruchbude, Malin wird beinahe von einem herabfallenden Weihnachtsbaum erschlagen, und finanziell sieht es alles andere als rosig für sie aus. Aber dann tritt Sven in Malins Leben, und auf einmal wird alles besser. Die beiden kommen sich immer näher, allerdings wissen sie nicht die ganze Wahrheit voneinander ...

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<p>In Schweden hat<strong>Lina Hansson</strong> ihre zweite Heimat gefunden. Sie liebt das Land, die Lebensweise und sogar die Temperaturen. Zusammen mit ihrem Mann und den drei Kindern genießt sie insbesondere die endlos langen Sommertage auf dem Land. Sie verbringt gerne Zeit in der Natur und schreibt am liebsten in vollkommener Stille mit Blick auf eine Blumenwiese oder einen See. Lina Hanssons Romane handeln von der Liebe und machen Lust darauf, den nächsten Urlaub in Stockholm oder einem roten Schwedenhaus zu verbringen.</p>

31. Dezember


»Was hast du vor?« Völlig entgeistert starrte Malin auf die Szene vor ihr: Ihre beste Freundin Jule hatte auf der Terrasse derStuga, des Ferienhauses ihrer Eltern, zwei gemütliche Campingliegen aufgestellt. Dazwischen thronte auf drei Beinen eine große Feuerschale, in der Holz aufgeschichtet war – bereit, entzündet zu werden. Und gerade zog Jule das Tuch vom mitgebrachten Korb und brachte darunter eine Thermoskanne und Weihnachtskekse zum Vorschein. Das alles hätte auf Malin durchaus einladend gewirkt, hätte das Thermometer im Auto auf der Fahrt hierher nicht zehn Grad Celsius angezeigt. Minus.

»Hast du mich hierhergebracht, damit ich meinem elenden Leben ein Ende durch Erfrieren setzen kann?«, fragte Malin und rieb sich über die Oberarme. Sie war gerade mal vor einer Minute aus dem beheizten Wagen ausgestiegen und fror bereits erbärmlich. Niemand, der einen Funken gesunden Menschenverstand besaß, verbrachte bei diesen Temperaturen mehr Zeit als unbedingt nötig im Freien. Und niemand, wirklich absolut niemand, veranstaltete unter diesen Bedingungen ein Picknick im Freien.

Jule lachte nur über die Bemerkung ihrer besten Freundin und machte sich unbeirrt mit einer Packung Streichhölzer ans Werk. Nur Sekunden später knisterte ein kleines Feuer in der Feuerschale. »Wir haben genügend Holz für einen ganzen Scheiterhaufen«, erklärte sie nebenbei.

Malin verschränkte die Arme vor der Brust. »Hat meine Mutter dich als Inquisitorin angeheuert, weil ich nicht nach ihrer Pfeife tanzen will?«

Jule kicherte glucksend. »Du bist ja heute wirklich in außerordentlich guter Stimmung.«

»Ich bin in der Stimmung für mein Bett, für heiße Schokolade, Kekse, Alleinsein, ein trauriges Buch«, zählte Malin auf. »Ich bin definitiv nicht in der Stimmung dafür, mir den Hintern abzufrieren.«

»Oh, da habe ich vorgesorgt.« Immer noch ignorierte Jule die offensichtliche schlechte Laune ihrer Freundin einfach. Sie klappte den Deckel einer großen Holzkiste auf und zog zwei Felle heraus. »Bitte sehr!« Sie breitete das erste auf der linken Gartenliege aus. »Rentierfell. Das hält dein hübsches Hinterteil schön warm.«

»Hast du Rudolf getötet?«, fragte Malin, ohne auch nur im Geringsten amüsiert dreinzuschauen.

»Nein, das war sein nerviger Cousin«, erwiderte Jule trocken und strich auch das zweite flauschige Fell glatt.

»Und das?« Stirnrunzelnd zeigte Malin darauf.

»Das war seine Schwiegermutter.«

»Rudolf ist verheiratet?«

Auf die Frage erhielt sie keine Antwort, denn Jule war mit dem Oberkörper in der Holzkiste verschwunden und tauchte, beide Arme voller Decken, wieder auf. »Das sollte reichen«, befand sie zufrieden. »Los, setz dich hin und mach es dir gemütlich!«

Malin folgte der Aufforderung jedoch nicht. Sie blieb stehen und betrachtete das Arrangement immer noch skeptisch. Eine Minute verging, in der sie ihre Möglichkeiten abwog.

Den Schlüssel zum Ferienhaus hatte Jule