: Sören Prescher
: Auf Messers Schneide Der dritte Fall für Mark& Felix
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962153540
: 1
: CHF 5.40
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 370
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein neuer Fall für das Trio mit vier Pfoten! Mark, Felix und Dominik werden zum Tatort eines Mordes gerufen. Zunächst sieht es nach einem schiefgelaufenen Einbruch aus. Rätselhaft daran ist nur, dass im Haus ein Loch in die Zimmerwand geschlagen wurde. Dahinter befand sich offenbar ein Geheimversteck, von dem nicht einmal die Frau des Ermordeten wusste. Die Kommissare beginnen zu ermitteln und stellen fest, dass der unbescholtene Bürger doch nicht ganz so arglos war, wie es zunächst den Anschein hatte.

Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg. Er ist Mitglied des 42erAutoren e.V. und des Phantastischen Autoren Netzwerks (PAN). Neben seiner Arbeit für ein internationales Wirtschaftsunternehmen schreibt er Artikel und Berichte für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN. Seit der Jahrtausendwende veröffentlicht er Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien. Dazu sind bisher zwölf Romane aus den Bereichen Thriller und Mystery/Urban-Fantasy in zahlreichen Verlagen erschienen.

DIENSTAG


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Der Kaffee war längst kalt, aber sie waren dermaßen in ihre Diskussion vertieft, dass sie es noch nicht einmal bemerkt hatten. Erst als der vor einigen Monaten zum Kriminaloberkommissar ernannte Mark Richter ein trockenes Kratzen im Hals spürte, nippte er vorsichtig an der Tasse. Kaum berührte das Getränk seine Zunge, verzog er angewidert das Gesicht. Schon im warmen Zustand war der Kaffee im Präsidium nicht gerade eine Gaumenfreude, kalt hingegen taugte die dunkelbraune Plörre höchstens zum Blumengießen. Und selbst die Pflanzen vertrugen das nicht dauerhaft.

Als der Ekel Mark so deutlich anzusehen war, musste sein Partner, Kriminaloberkommissar Dominik Waldmayer, unweigerlich grinsen. „So hat unser Verdächtiger auch geschaut, als ich ihm die Kontoauszüge vorgelegt habe.“ Er lehnte sich zurück und verschränkte die Hände hinter dem ergrauenden Kopf. Dominik war Mitte vierzig und damit gut neun Jahre älter als Mark. Sein Markenzeichen war eine bemerkenswerte Vorliebe für verlottertes Auftreten. Das hieß: Dreitagebart und schlecht sitzende Anzüge waren das Minimum. Inspektor Columbo oder Bruce Willis in seinen frühen Action-Filmen wären sicher mächtig stolz auf ihn.

Vor einigen Monaten hatte Mark versucht, Dominik zu einem gepflegten Äußeren und zu Besuchen im Fitnessstudio zu überreden, um den unförmigen Körper wenigstens ein bisschen in Form zu bringen. Doch irgendwann hatte Mark entnervt das Handtuch geworfen. In mancher Hinsicht war sein Kollege einfach unverbesserlich. Außerdem passte das ultralegere Äußere hervorragend zu seinen ganzen anderen Marotten.

„Ich glaube, das war die pure Erleichterung“, sagte Mark, „nachdem du ihm eine Stunde lang einen Vortrag darüber gehalten hast, wie Silicon Valley angeblich die Regeln im Internet diktiert und mit der NSA zusammenarbeitet.“

„Nichts davon war gelogen. Während die Amis den Lauschangriff zum Trademark erklärt haben, schmunzeln bei uns alle, wenn vom Bundestrojaner die Rede ist.“

„Dass die Geheimdienste mithören, ist ein alter Hut.“

„Aber nicht, wie weit das alles tatsächlich geht. Ich kann dir Webadressen nennen, da wird dir angst und bange.“

„Selbst wenn. Was hat das mit unserem Fall zu tun? Der Mann hat seinem Schwiegervater eins mit einem Ziegel übergezogen und so getan, als wäre es ein Unfall gewesen.“

„Mir ging es nur darum, dass man vorsichtig sein muss mit allem, was man tut oder von sich gibt. Heutzutage rächt sich die kleinste Kleinigkeit. Was wir dem Burschen ja auch mit den Überweisungen gezeigt haben. Jedes Detail kommt raus, egal, wie sehr man es zu vertuschen sucht.“

Mit einem tiefen Seufzer schüttelte Mark den Kopf. „Das hätte er dir auch ohne den Vortrag geglaubt. Wir hatten ihn schon vorher im Sack.“

„Eine Warnung schadet nie. Im Knast kann er jetzt fünfzehn Jahre bis lebenslänglich darüber nachdenken. Vielleicht lernt er was draus.“

Mark runzelte die Stirn. „Das wird da drinnen bestimmt seine größte Sorge sein.“

„Nicht mein Problem. Hat ihn ja keiner gezwungen, den Alten umzunieten.“ Dominik beugte sich über seinen Schreibtisch. Eine Sekunde lang schien er nach seiner Kaffeetasse greifen zu wollen, besann sich dann jedoch eines Besseren. Stattdessen tippte er kurz auf seiner Tastatur herum, bevor er fortfu