Einleitung
«Da wurde mit den Schwertern ordentlich zugeschlagen./ Die Christen vermochten kaum,/ sich mit den Klingen so viel Raum zu schaffen,/ um sich wieder zu sammeln./ Schön geschmückte Ritter/ dienten ihnen als Brücke über Blutströme,/ manch einer aus Terramers Geschlecht. […] Der Kampf wogte auf und ab/ wie eine Gans sich auf den Wellen wiegt./ Das Feld von Alischanz wurde taunaß von Blut» (Wolfram von Eschenbach,Willehalm).
Der Krieg, dessen Bild Wolfram von Eschenbach († um 1220) hier zeichnet, erscheint ausgesprochen blutig und grausam: Die Kämpfer gehen im Wortsinn über Leichen, und das Schlachtfeld ist vom Blut der Toten getränkt. Auf der Alischanz lässt der Dichter eine Schlacht zwischen Heiden unter ihrem König Terramer und den Christen unter Willehalm stattfinden. Auch wenn der Kampf lange und heftig ist, steht sein Ausgang doch fest. Der christliche Gott gibt seinen Streitern Kraft und am Ende den Sieg. Damit sind einige Aspekte des Krieges, um den es in diesem Buch gehen soll, umrissen. Auch wenn die bildgewaltige Sprache Wolframs keine genaue Beschreibung der Wirklichkeit ist, so macht sein Epos doch deutlich, dass Gewalt, Blutvergießen und Opfe