: Martin Clauss
: Militärgeschichte des Mittelalters
: Verlag C.H.Beck
: 9783406757532
: Beck'sche Reihe
: 1
: CHF 8.90
:
: Mittelalter
: German
: 130
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Diese Militärgeschichte des Mittelalters bietet einen Überblick über den Zeitraum von etwa 500 bis 1500. Sie erhellt eine Welt, in der der Krieg allgegenwärtig war: Kein Reich und keine Gesellschaftsgruppe blieben dauerhaft oder langfristig von ihm verschont; jahrhundertelange Friedensphasen - wie im italischen Kerngebiet des antiken Imperium Romanum - kannte das Mittelalter nicht. Der Krieg prägte den Gesellschaftsaufbau dieser Epoche seit den Anfängen des sogenannten Heerkönigtums; stets blieb der mittelalterliche Adel an den Krieg gebunden und blieben die ritteradligenbellatores
Die Geschichte des Militärwesens im Mittelalter wird in diesem Band anschaulich und präzise, spannend und umfassend dargestellt. Leserinnen und Leser erwartet ein großes Panorama - von den Merowingern bis zur Eroberung Konstantinopels, von den Kreuzzügen bis zum Hundertjährigen Krieg, von Schild und Schwert bis zur Erfindung des Schießpulvers, dem Untergang der Ritterkultur und dem Aufkommen der Landsknechtsheere.

Martin Clauss lehrt Geschichte Europas im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit an der TU Chemnitz.

Einleitung


«Da wurde mit den Schwertern ordentlich zugeschlagen./ Die Christen vermochten kaum,/ sich mit den Klingen so viel Raum zu schaffen,/ um sich wieder zu sammeln./ Schön geschmückte Ritter/ dienten ihnen als Brücke über Blutströme,/ manch einer aus Terramers Geschlecht. […] Der Kampf wogte auf und ab/ wie eine Gans sich auf den Wellen wiegt./ Das Feld von Alischanz wurde taunaß von Blut» (Wolfram von Eschenbach,Willehalm).

Der Krieg, dessen Bild Wolfram von Eschenbach († um 1220) hier zeichnet, erscheint ausgesprochen blutig und grausam: Die Kämpfer gehen im Wortsinn über Leichen, und das Schlachtfeld ist vom Blut der Toten getränkt. Auf der Alischanz lässt der Dichter eine Schlacht zwischen Heiden unter ihrem König Terramer und den Christen unter Willehalm stattfinden. Auch wenn der Kampf lange und heftig ist, steht sein Ausgang doch fest. Der christliche Gott gibt seinen Streitern Kraft und am Ende den Sieg. Damit sind einige Aspekte des Krieges, um den es in diesem Buch gehen soll, umrissen. Auch wenn die bildgewaltige Sprache Wolframs keine genaue Beschreibung der Wirklichkeit ist, so macht sein Epos doch deutlich, dass Gewalt, Blutvergießen und Opfe