: Thomas Bogenberger
: Hattinger und der Nebel
: Pendragon Verlag
: 9783865323927
: 1
: CHF 7.10
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 392
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Hattingers zweiter Fall Ein Auge glotzt aus einem Sandhaufen. Die dazugehörige Leiche des Mannes wird auf einem Bauplatz ausgegraben. Der Tote ist ein dubioser Immobilienmakler, der sich am Chiemsee viele Feinde gemacht hat. Die Liste der Verdächtigen ist lang. Es gibt viele Spuren, aber keinen konkreten Hinweis. Und das Morden geht weiter ... 'Chiemsee Blues', Kommissar Hattingers erster Fall, wurde als Hattinger und die kalte Hand erfolgreich vom ZDF mit Michael Fitz und Edgar Selge in den Hauptrollen verfilmt.

Thomas Bogenberger wurde 1952 in Traunstein geboren. Nach dem Umweg über ein abgeschlossenes Medizinstudium zog es ihn zurück auf die Bühne, wo er als 16-Jähriger seine Karriere als Musiker begonnen hatte. Heute komponiert und schreibt er Film-, Hörspiel- und Theatermusik und lebt in seiner alten Heimat Prien am Chiemsee.

3

Ein dicker, grauer Kater durchquerte das Baugrundstück, über das sich der herbstliche Nebel gelegt hatte. Er näherte sich vorsichtig der Stelle, die jetzt von hellen Scheinwerfern erleuchtet war, und senkte seinen Kopf auf den Boden wie eine Baggerschaufel, um ausgiebig zu schnuppern.

Fred Bamberger, der Chef der Spurensicherung, versuchte den Kater mit einem sanften Fußlift unter dem Bauch zu verscheuchen. Das Vieh war offensichtlich recht zutraulich, aber Bamberger wollte sich keine Spuren versauen lassen. Der Kater maunzte ihn vorwurfsvoll an.

„Da! Des war er! Der Kater, der mi so kratzt hat … Der is schuid, dass i überhaupt durch des Loch gschaut hab. Hätt i’s bloß seinlassen, jetz hab i wahrscheinlich wochenlang Albträume!“

Das Wort Albträume stieß Hattinger unangenehm auf. Die aufgebrachte Frau, die auf den flüchtenden Kater zeigte, war vielleicht Mitte 20, schätzte er. Sein Assistent Karl Wildmann hatte ihre Personalien schon aufgenommen. Er selbst wusste bis jetzt nur, dass sie Eva Meier hieß.

„Des war scho richtig, dass Sie gschaut ham. Wer woaß, wie lang die Leich da glegn wär, ohne Sie …“, versuchte Hattinger sie zu beruhigen. „Und Sie ham ganz sicher nix ang’rührt?“

„Naa, wia sollt i denn? I bin ja gar ned auf dem Grundstück gwesn. I hab ja nur durch des Loch im Zaun gschaut!“

Das hatte sie jetzt verschiedensten Polizisten bestimmt schon zum zehnten Mal erklärt, das könnten sie ihr doch jetzt langsam mal glauben, fand Eva Meier.

„Is Ihnen sonst irgendwas aufgfalln? Sie wohnen ja ganz in der Näh, oder?“, wollte Hattinger wissen. „War irgendjemand auf der Straß’ unterwegs? Oder ham S’ irgendwas ghört?“

Die Frau schaute sich um.

„Gsehn hab i niemand. Da is ja fast nie jemand unterwegs, wenn auf der Baustell nix passiert, und da passiert ja scho lang nix mehr. Aber so a Gfühl hab i ghabt, ois wie wenn jemand da wär …“

„Aha …“ Mit Frau Meiers Gefühl konnte Hattinger gerade wenig anfangen, auch wenn er aus seiner langjährigen Erfahrung als Kriminaler wusste, dass solche Gefühle bei Zeugen nicht selten auf einem realen Hintergrund beruhten.

Eva Meier sah sich immer noch um, als ob irgendjemand hint