: Lisa Glauche, Matthias Löwe
: Endstation Siegfriedplatz Ein Fall für Bröker
: Pendragon Verlag
: 9783865324337
: 1
: CHF 3.60
:
: Spannung
: German
: 360
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nach einem sensationellen Sieg der Arminia sitzt Bröker zufrieden auf dem Siegfriedplatz bei einem großen Glas Weizen und genießt den Spätsommer. Doch die lauschige Stimmung wird jäh unterbrochen. Eine in Tränen aufgelöste Mutter vertraut dem wildfremden Bröker ihr Baby an und verschwindet. Als Bröker erfährt, dass der Vater des kleinen Julian ermordet wurde, regt sich der detektivische Spürsinn des eigentlich so gemütlichen Privatiers. Und schon steckt der Mr. Marple von der Sparrenburg wieder mittendrin in einem spannenden Kriminalfall. Bröker im Einsatz: eigenwillig und mit Humor löst er auch seinen neuen Fall!

Lisa Glauche wurde 1980 in Oldenburg (Niedersachsen) geboren. Sie studierte Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und arbeitet jetzt als Projektassistentin in Berlin. Matthias Löwe geboren 1964 in Löhne (Westfalen), studierte Mathematik und Physik. Seit 2003 ist er Professor für Mathematik in Münster.

Kapitel 1
Auf ein Neues

„Bielefeld, Bielefeld, Bielefeld!“, schallte es noch lautstark durch die Stadionreihen der Bielefelder Alm, als Bröker sich in den Zuschauerstrom schob, der Richtung Ausgang drängte. Weiter vorne in der Schlange nahm eine Gruppe von Fans den Schlachtruf auf.

„Bielefeld, Bielefeld, Bielefeld!“, echote es von dort zurück. Bröker spürte, wie ihn ein heißes Gefühl durchströmte. Er atmete so tief ein, dass sich sein Stefan-Kuntz-Trikot, das er vor mehr als 15 Jahren erstanden hatte, eng über Brust und Bauch spannte. Ein kehliger Laut stieg tief aus seinem Inneren nach oben und einem Urschrei gleich entlud sich die Spannung, mit der er 90 Minuten lang mitgefiebert hatte.

„Bielefeld, Bielefeld, Bielefeld!“, fiel er in das Triumphgeheul der Fans ein. Einen Moment lang vergaß er alles und jeden um sich herum, den heißen Sommertag, seinen Durst, auch seinen Hunger. Ja, er vergaß sogar, sich selbst zu beobachten. Zusammen mit dem Chor aus Stimmen, die ihn umgaben, schrie er sich in einen Rausch. „Bielefeld, Bielefeld, Bielefeld!“

Endlich, endlich war es wieder so weit. Die Arminia war der fußballerischen Bedeutungslosigkeit, in die sie in Brökers schlaflosen Nächten abzurutschen drohte, entstiegen. 2:1 hatte man in der ersten Runde des DFB-Pokals gesiegt, 2:1 – gegen einen Bundesligisten. So konnte das Fußballjahr beginnen!

Als Bröker im Pulk in die Melanchthonstraße einbog, sah er auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Polizisten zu ihm herüberblicken. Er kniff die Augen zusammen und erkannte einen ihm wohlbekannten Schnauzbart. Hatte er es doch geahnt, das war sein Freund Mütze, der, obwohl schon vor Jahren zum Kommissar aufgestiegen, noch immer bei den Heimspielen der Arminia Dienst tat. Und das, obschon er vorgab, getreuer Anhänger des VfL Bochum zu sein, dem Verein seiner Heimatstadt. Bröker winkte Mütze begeistert zu, brach jedoch seinen Schlachtgesang ab. Auch wenn Mütze und er schon so manches Spiel in derWunderbar begossen hatten, ein wenig genierte er sich doch, dass ihn sein Polizistenfreund bei derartigen Begeisterungsstürmen sah.

Ach was, dachte er dann und schüttelte seine Scham ab. Vermutlich würde Mütze ebenso jubeln, wenn der VfL Bochum mal wieder einen Bundesligisten schlüge. Der aber hatte am Tag zuvor zwar auch gewonnen, 3:1 sogar, aber nur gegen einen Oberligisten. Das kam ja beinahe einer Niederlage gleich! Dennoch beschloss Bröker auf weitere Jubelschreie zu verzichten und schob sich zusammen mit den Massen in Richtung Oetkerhalle. Dabei wischte er sich mit seinem Trikot den Schweiß von der Stirn. Heiß war es an diesem Augustnachmittag. Die Spieler hatten sogar eine Trinkpause vom Schiedsrichter verordnet bekommen. Und die vielen Menschen sorgten auch nicht gerade für Abkühlung.

Als er in den Schacht der Stadtbahn hinabstieg, roch es nach Schweiß, Bie