: Matthias Löwe
: Almfieber Ein Fall für Bröker
: Pendragon Verlag
: 9783865326041
: 1
: CHF 3.60
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 384
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Währen eines Fußballspiels bricht ein Spieler der Arminia Bielefeld tot zusammen. Bröker ist schockiert. Noch schlimmer kommt es für den eingefleischten Arminia-Fan, als bekannt wird, dass es keine natürliche Todesursache war. Sofort brodelt die Gerüchteküche, und schnell ist von Dopingmissbrauch die Rede. Bröker kann nicht länger tatenlos zusehen, wie sein Lieblingsverein in den Medien durch den Dreck gezogen wird. Unterstützt von seinen Freunden Gregor, Mütze und Charly ermittelt der Mr. Marple von der Sparrenburg erneut auf eigene Faust. ?Dabei trifft er auf dubiose Spieler­vermittler, redselige Sportmediziner und einen besorgten Zeugwart und gerät immer wieder in skurrile Situationen, die ihn überraschend auf eine heiße Spur bringen ... Bröker im Almfieber: gewohnt humor­voll nimmt er seinen vierten Fall in Angriff.

Matthias Löwe wurde 1964 in Löhne (Westfalen) geboren. Er studierte in Bielefeld und wohnte in der Teuto-Stadt - mit Unterbrechungen - von 1985 bis 1998. Nach einigen Lehrtä­tigkeiten in der Bundes­republik und den Niederlanden ist er seit 2003 Professor für Mathematik in Münster.

Kapitel 1
Verletzungen

Blut, Blut, da war überall Blut! Es rann in kleinen Bächen über den Küchentisch und tropfte über dessen Rand. Auch auf dem Boden hatte sich schon eine kleine Lache gesammelt. Die Luft war erfüllt von seinem süßlichen, metallischen Geruch.

Bröker schrie. „Verdammter Mist!“, fluchte er so laut, dass er sogar die aufgeregte Reporterstimme im Radio, das er auf volle Lautstärke aufgedreht hatte, übertönte. Dann rannte er ins Bad, so schnell es ihm seine beachtliche Körperfülle gestattete.

Er hatte für Gregor und sich kochen wollen. Ein Festmahl hatte es werden sollen. Drei Gänge, dazu reichlich Wein. Und wieder einmal hatte er sich dabei in den Finger geschnitten. Nun schon zum dritten Mal im letzten halben Jahr! Noch dazu mit seinem Lieblingswerkzeug, einem Damaszenermesser, das besonders scharf war. Eine Blutspur zeichnete den Weg von der Küche ins Badezimmer nach, das im oberen Stockwerk seiner kleinen Stadtvilla am Sparrenberg lag.

Bröker hasste sich in solchen Momenten inbrünstig. „Was bin ich doch für ein verdammter Idiot!“, stieß er hervor, während er unbeholfen versuchte, die Tür des Arzneimittelschränkchens zu öffnen, ohne sie mit einer Vielzahl von Fingerabdrücken zu übersäen. Dahinter befand sich das Verbandsmaterial.

Unter dessen tropfte das Blut munter weiter aus seinem Daumen. Mittlerweile machte sich neben Brökers Wut auf sich selbst auch ein weiteres Gefühl bemerkbar: Schmerz. Die Wunde pochte heftig. Ihm wurde schummrig.

Nur einen Moment ausruhen, dachte er, und setzte sich auf den Rand der Badewanne. Aber auch das war keine gute Entscheidung. Schließlich konnte er den verletzten Daumen ja nicht unversorgt lassen. Also erhob er sich widerwillig. Er ächzte. Wer hatte den kleinen Kasten für die Medikamente auch derart hoch an der Wand angebracht?

Ein weiteres Mal fluchte er, dieses Mal innerlich. Dann dämmerte es ihm: Er war es vermutlich selbst gewesen – und zwar, um die zahlreichen Bohrlöcher zu verdecken, die sein vergeblicher Versuch, an gleicher Stelle eine Lampe zu installieren, hinterlassen hatte.

Noch einmal reckte er sich, schlang seinen wurstigen kleinen Finger durch den Türgriff des Arzneischranks und zog kräftig. Die Tür öffnete sich mit einem Ruck. Bröker taumelte rückwärts und glitt auf den Fliesen aus. Unsanft landete er auf seinem Hinterteil. Er fühlte eine gewaltige Zorneswelle in sich aufsteigen. Kurz bevor er ihr freien Lauf lassen konnte, hörte er noch ein verräterisches Knacken in seinen Lendenwirbeln.

Er brüllte. Wie bei einer Eruption Lava aus einem Vulkankegel bricht, schossen ihm Schimpfwörter aus dem Mund. Sicherlich konnte die gesamte Nachbarschaft sein Geschrei hören, aber das war ihm in diesem Moment egal. Seine Wut musste einfach raus, andernfalls, so wusste er, würde er platzen.

Erst zehn Minuten später hatte sich Bröker wieder so weit im Griff, dass er versuchen konnte sich aufzurappeln. Noch immer spürte er, wie er vor Zorn bebte. Doch das war noch das kleinste Hindernis bei seinem Versuch, wieder in eine vertikale Lage zu gelangen. Mit seiner Rechten hielt er seinen verletzten linken Daumen, damit ihm das Blut nicht weiter auf den Pullover f