: Robert Brack
: Schwere Kaliber Tolonen-Trilogie
: Pendragon Verlag
: 9783865325372
: 1
: CHF 0.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 328
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Bei Tolonen könnte es schlechter nicht laufen. Nach den Ereignissen rund um einen Spionage­skandal sieht es nicht rosig für ihn aus. Seine eigene Presse-Agentur, die er gemeinsam mit Kreissberg betreibt, bekommt keine Aufträge, ein Buch, das er über seine Erlebnisse mit Spionen und Geheimdienstlern verfasst hat, verschwindet in der Versenkung und zu allem Überfluss trennt sich Hanna von ihm und macht sich auf zu einer Nepal-Reise. Abgerundet wird das Ganze durch Tolonens Talk-Show-Auftritt, bei dem auf einen Waffenhändler geschossen wird. Dieser Mann, zuvor von der Runde wegen seiner Machenschaften attackiert, wird am nächsten Tag schließlich Opfer eines erneuten Attentats. Tolonen will herausfinden, was dahintersteckt und die Suche führt ihn über Frankfurt in den Balkan. Dort gerät er zwischen die Fronten von Waffenschiebern, serbischen Nationalisten und albanischen Terroristen und alles wird viel gefährlicher als gedacht ...

Robert Brack wurde 1959 als Ronald Gutberlet in Fulda geboren und lebt seit 1981 in Hamburg; nach dem Studium der Soziologie freier Autor; früher sehr viel Journalismus, jetzt fast ausschließlich Buchprojekte; neben Romanen und Erzählungen auch Sachbücher; Übersetzungen aus dem Englischen/Amerikanischen im Krimi-Bereich (u.a. Robert B. Parker), außerdem Krimi-Kritik und gelegentlich Anthologie-Projekte.

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Das Opfer des Mordversuchs, der für einige Sekunden die Medienwelt erschüttern sollte, saß vor der Sendung selbstbewusst neben mir in einem Schminksessel und ließ sich mit braunem Puder betupfen.

Ich hatte ihn bereits im Aufzug kennengelernt, wo er, begleitet von seinem Chauffeur, lässig in der Ecke stand, als wir nach oben fuhren. Weder er noch ich wussten das richtige Stockwerk, aber für solche Kleinigkeiten haben manche Leute eben Chauffeure, die das Terrain für ihre Arbeitgeber sondieren. Der Chauffeur trug einen schlichten anthrazitfarbenen Anzug und einen Schirm in der Hand. Mit dem hatte er seinen Chef wenige Minuten vorher vor dem Regen bewahrt. Da ich weder Chauffeur noch Schirm mitgebracht hatte, war ich nass geworden. Wir schwiegen im Aufzug. Zwar ahnte ich, wen ich vor mir hatte, mein Gegenüber konnte mich jedoch offenbar nicht einordnen. Da ich möglicherweise irgendein dahergelaufener Handlanger sein konnte, hüllte sich mein Gegenüber in Schweigen. Das Schweigen passte sehr gut zu seinem erdfarbenen Zweireiher, dessen breite Revers ungeheuer amerikanisch wirkten. Es gibt Menschen, die können gar nichts anderes tragen als Zweireiher. Zu denen gehörte zweifellos mein großes, schlankes und steifes Gegenüber. Es gibt andere, die in jedem Zweireiher aussehen wie eine Vogelscheuche. Zu denen gehöre ich. Aus diesem Grund trug ich einen knittrigen Leinenanzug, der auf alle Fälle leger wirkte. Trotzdem fühlte ich mich wie in einer Zwangsjacke mit erweitertem Bewegungsspielraum. Leider musste ich mit diesem Gefühl in der letzten Zeit des Öfteren kämpfen, genauer gesagt seit dem Zeitpunkt, an dem meine Freundin begonnen hatte, sich um mein Äußeres zu sorgen.

Mangels Kommunikation hatte ich im Aufzug Zeit, seine Füße kennenzulernen. Sie steckten in weichen Halbschuhen, die mindestens zehnmal so alt aussahen wie der Anzug. Ich staune immer wieder über die Sorglosigkeit, mit d