Kapitel 2
Fall …
„Itz, itz, itz!“, dröhnte der Beat aus den Lautsprecherboxen so laut, dass er sogar die Durchsagen der Ausrufer der nahen Fahrgeschäfte übertönte. Ohne es zu wollen, begann Bröker mit dem Fuß zu wippen. Die Frauen auf der Bühne stellten sich breitbeinig hin, streckten die linke Faust in die Höhe und warteten auf ein Kommando.
„Und eins, zwei, drei, vier!“, zählte Bombi an. Die Frauen spannten ihre Körper. Gleich würde ihre Darbietung beginnen.
„Halt, halt, halt, halt!“, unterbrach Bombi die Vorbereitungen in diesem Augenblick. Schlagartig verstummte der mitreißende Rhythmus. Die Tänzerinnen blickten einander verwirrt an. Den Zuschauern ging es nicht anders. Es wurde merkwürdig ruhig auf dem Bunnemannplatz. Auch Bröker zog die Stirn in Falten. Was hatte Bombi davon abgehalten, mit der Show anzufangen?
„Ja, wen haben wir denn da?“, ertönte ihre rauchige Stimme auch schon wieder von der Bühne. Die Inhaberin der Fitnessclubs zeigte mit ausgestrecktem Arm ins Publikum, zu Brökers Schrecken sogar in seine Richtung. Er blickte sich um. Hatte sie einen Freund entdeckt? Vielleicht einen bekannten Sportler oder Politiker?
„Wenn mich nicht alles täuscht, befindet sich einer der bekanntesten Bielefelder in unserer Mitte!“, verkündete Bombi so, dass jeder es hören konnte. Bröker drehte sich um, konnte aber niemanden erkennen. War es möglich, dass sie ihn meinte? Dass sie sich nicht nur an ihn erinnerte, sondern ihn auch inmitten der Menge erkannt hatte?
„Meine Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir den Mister Marple von der Sparrenburg, begrüßen Sie Bröker!“, zerstreute die Fitnesstrainerin nun auch die letzten Zweifel.
Bröker bemerkte, wie er rot anlief. Er mochte es gar nicht, im Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stehen. In Augenblicken wie diesen verwünschte er den Erfindungsreichtum Charlys, einer befreundeten Journalistin von derNeuen Westfälischen, auf die sein Beiname – Mister Marple von der Sparrenburg – zurückging und die ihn nach jedem gelösten Fall aufs Neue ausgrub. Zudem begann Bröker zu ahnen, dass diese Situation nicht gut für ihn ausgehen würde.
„Sie müssen wissen: Obwohl Herr Bröker vom Geschlecht her nicht ganz unserer Zielgruppe entspricht, hat er vor Jahren einmal ein Probetraining bei uns absolviert“, erklärte Bombi dem gespannten Publikum weiter. „Wie soll ich sagen? Es hat sich gezeigt, dass er einen gewissen Trainingsrückstand hatte.“ Sie lachte heiser. „Ich schweige natürlich über die Details – auch wir Fitnessunternehmer kennen schließlich so etwas wie ein Beichtgeheimnis – nur so viel verrate ich: Er musste das Traini