: Maeve Haran
: Alles ist nicht genug Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641263041
: 1
: CHF 5.40
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
Warmherzig, witzig und unübertroffen unterhaltsam!

Liz Ward ist der festen Überzeugung, dass man alles unter einen Hut bringen kann: Karriere, Kinder, Küche und natürlich auch den Ehemann. Bisher lief es auch prächtig: Liz blickt auf eine glänzende Karriere, die Kinder sind zufrieden, die Gäste haben sich noch nie übers Essen beschwert, und ihr Mann beteuert ihr immer wieder, dass er niemals mit einem »Heimchen am Herd« verheiratet sein möchte. Deshalb zögert Liz auch keinen Augenblick, als sie die Chance ihres Lebens erhält: Sie wird Programmchefin eines neuen Fernsehsenders. Scheinbar mühelos bewältigt sie ihren überfüllten Terminkalender. Doch nach einiger Zeit beschleicht Liz das Gefühl, einen großen Fehler begangen zu haben, und sie schockiert ihre Familie mit einer unerwarteten Entscheidung …

Mit ihren turbulent-witzigen Geschichten über die Liebe, Freundschaft, Familie und die kleinen Tücken des Alltags erobert SPIEGEL-Bestsellerautorin Maeve Haran die Herzen ihrer Leser im Sturm!

»Maeve Haran erweist sich immer wieder als Spezialistin für locker-amüsante Geschichten mit Tiefgang!«Freundin
br>Maeve Haran hat in Oxford Jura studiert, arbeitete als Journalistin und in der Fernsehbranche, bevor sie ihren ersten Roman veröffentlichte. »Alles ist nicht genug« wurde zu einem weltweiten Bestseller, der in 26 Sprachen übersetzt wurde. Weitere erfolgreiche Romane folgten. Maeve Haran hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in London.

1. Kapitel


Liz Ward, ehrgeizige leitende Angestellte und treibende kreative Kraft bei Metro Television, erwachte, als sich völlig unerwartet eine Hand unter das Oberteil ihres Seidenpyjamas schob und ihre linke Brust streichelte.

Für zehn Sekunden hielt sie die Augen geschlossen und gab sich der wohligen aufkeimenden Erregung hin. Als sich eine zweite Hand in ihre Pyjamahose stahl, bog sie als Reaktion darauf den Rücken durch, wandte den Kopf zur Seite und warf einen Blick auf den Wecker.

»Mein Gott! Schon zehn nach acht!«, keuchte sie, stieß unsanft Davids Hand zurück und sprang aus dem Bett. »Um Viertel nach neun habe ich eine Verabredung mit Conrad!«

Sie ließ den Pyjama einfach zu Boden fallen und stürmte ins Badezimmer. Auf dem Treppenabsatz blieb sie wie angewurzelt stehen und lauschte. Stille. Immer ein schlechtes Zeichen. Was, zum Teufel, trieben Jamie und Daisy?

In leichter Panik stieß sie die Tür zu Daisys Kinderzimmer auf. Jamie hockte in seinem neuen Batmanoutfit, das er verkehrt herum anhatte, neben Daisy in deren Kinderbettchen und versuchte seiner protestierenden Schwester das Batman-Cape umzulegen. Über den Fußboden verstreut lagen sämtliche Strümpfe aus Daisys Sockenschublade.

Schuldbewusst blickte Jamie auf. »Die haben wir gebraucht. Sie muss Strümpfe anhaben, wenn sie Robin sein soll. Stimmt’s, Daisy?«

»Ich bin Robin«, bestätigte Daisy.

Liz hätte ihn am liebsten angebrüllt, es war schon Viertel nach acht, und er würde noch zu spät zur Schule kommen, doch dann riss sie sich zusammen, denn schließlich war es ihre Schuld gewesen, weil sie so lange mit David herumgebummelt hatte, statt aufzustehen. Und so gab sie ihm voller Schuldgefühl einen Kuss und hetzte zurück ins Schlafzimmer, nahm ihr Kostüm aus dem Kleiderschrank und betete innerlich, dass Daisy es nicht mit schmierigen Schokoriegel-Fingern ruiniert hatte. Die Frauen bei MetroTV, angefangen von der vamphaften Chefredakteurin der Unterhaltungsabteilung bis hin zu der Lady, die die Toiletten reinigte, sahen stets so aus, als seien sie gerade dem Cover derVogue entsprungen, und Liz hatte ihre liebe Mühe, da mitzuhalten.

David hatte sich mit verletztem männlichen Stolz unter die Bettdecke zurückgezogen. Ohne Erbarmen zog Liz die Decke weg und hielt ihm Jamies Schuluniform hin. »Komm schon, Daddy, du kümmerst dich um Jamie. Ich ziehe Daisy im Badezimmer an.«

Wieder schaute sie auf die Uhr. Acht Uhr fünfundzwanzig. O mein Gott! Die Freuden einer berufstätigen Mutter.

Als sie dann die Treppe herunterkam, unter einem Arm Daisy und unter dem anderen den Bericht, den sie eigentlich letzte Nacht noch im Bett hätte lesen sollen, war David noch immer in die Zeitung vertieft. Wie üblich ließ er dem Chaos auf dem Frühstückstisch seinen Lauf und machte nur sich selbst Toast, ohne den anderen etwas davon anzubieten. Wie hatte Donne nur behaupten können, ein Mann sei keine Insel? Beim Frühstück waren alle Männer Inseln, ganz für sich und abgeschottet von einem Meer weiblicher Aktivität.

Noch immer schmollend, weil sie ihn abgewiesen hatte, war er an diesem Morgen sogar noch schweigsamer als sonst, die Nase tief in derFinancial Times. Plötzlich schob er ihr die Zeitung durch die übliche Spur aus zermanschten Bananen, Coco-Pops und hochkant gestellten Trainer-Tassen zu.

»Schau dir das mal an. Ist ein Artikel über Metro dr