: Maeve Haran
: Zwei Schwiegermütter und ein Baby Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641263027
: 1
: CHF 8.90
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: German
Eine charmante, kluge Komödie über Familie in all ihren Facetten!

Molly Meredith, hübsch, energisch und glücklich verheiratet, ist erleichtert: Ihre Ehe befindet sich keineswegs in einer Krise! Ihr Mann Joe ist deswegen so bedrückt, weil er sich seit der Geburt des gemeinsamen Sohnes nichts sehnlicher wünscht, als seine leibliche Mutter kennenzulernen. Also macht Molly sich kurzerhand auf die Suche nach der Unbekannten – ein fataler Fehlentschluss! Denn sie tritt damit eine Lawine von ungeahnter Tragweite los ...

Mit ihren turbulent-witzigen Geschichten über die Liebe, Freundschaft, Familie und die kleinen Tücken des Alltags erobert SPIEGEL-Bestsellerautorin Maeve Haran die Herzen ihrer Leser im Sturm!

»Maeve Haran erweist sich immer wieder als Spezialistin für locker-amüsante Geschichten mit Tiefgang!«Freundin
br>Maeve Haran hat in Oxford Jura studiert, arbeitete als Journalistin und in der Fernsehbranche, bevor sie ihren ersten Roman veröffentlichte. »Alles ist nicht genug« wurde zu einem weltweiten Bestseller, der in 26 Sprachen übersetzt wurde. Weitere erfolgreiche Romane folgten. Maeve Haran hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in London.

2. Kapitel


Mollys Erleichterung war so massiv, dass es fast schmerzte.

Er dachte nicht daran, sie zu verlassen – er wollte ihre Hilfe. Und der Grund war wirklich einleuchtend. Das Bedürfnis, zu wissen, woher man stammte, war so übermächtig, dass sie sich fragte, warum er nicht schon früher daran gedacht hatte.

Joe erriet ihre Gedanken. »Ich habe schon mal überlegt, sie zu suchen, als ich achtzehn war, aber du weißt ja, wie Pat ist.«

Molly wusste allerdings, wie Joes Adoptivmutter war. Pat hatte ihr ganzes Leben um Joe herum aufgebaut und wäre am Boden zerstört, wenn sie erfahren müsste, dass er vorhatte, seine leibliche Mutter zu suchen. Das Wort »Verrat« wäre dafür in Pats Augen noch untertrieben gewesen.

»An meinem achtzehnten Geburtstag habe ich mir ein Buch über das Aufspüren von Verwandten aus der Bücherei geholt und es unterm Bett versteckt wie ein Pornoheft.«

»Ein Pornoheft wäre Pat lieber gewesen.«

»Ja. Nur hat sie dann kurz darauf befürchtet, sie könnte Brustkrebs haben, und da habe ich es nicht über mich gebracht, ihr das anzutun. Also habe ich das Buch wieder in der Bücherei abgegeben und die Sache vergessen.«

»Nur dass du sie nicht wirklich vergessen hast.«

»Genau.« Er kuschelte sich auf dem Bett an sie. »Ich dachte, dass sich vielleicht alles lösen würde, wenn wir ein Baby hätten, aber irgendwie hat es das noch schlimmer gemacht. Eddie und ich sind uns dermaßen ähnlich, dass ich mich frage, ob diese Gene von meiner Mutter stammen. Ich überlege die ganze Zeit, wo sie wohl ist.«

»Und jetzt möchtest du versuchen, sie zu finden?«

»Ja.« Er richtete den eindringlichen Blick seiner blauen Augen auf sie, voll von anrührender Hoffnung. »Hältst du mich jetzt für komplett verrückt?«

Molly wandte sich zu ihm um und verlor sich in den blauen Tiefen seiner Augen. »Nein, es leuchtet mir vollkommen ein.«

»Du hast doch ein Händchen für solche Dinge. Ich weiß noch, wie du dem Jungen von nebenan bei seiner Geschichtsarbeit geholfen hast.«

»Daten über die normannische Eroberung auszugraben ist etwas anderes, als deine Mutter zu finden«, entgegnete Molly.

»Aber du bist so praktisch und gründlich und entschlossen.«

»Das hört sich an, als wäre ich Bibliothekarin.«

»Aber eine charmante, überzeugende und unwiderstehliche. Du bist der einzige Mensch, den ich kenne, der es geschafft hat, sich vor einem Strafzettel herauszureden, nachdem er schon ausgedruckt war.«

»Da hab ich gelogen. Ich habe behauptet, ich hätte Wehen.«

»Genau. Skrupellos bist du auch. Eine ideale Mischung. Und noch dazu unheimlich sexy.« Er zog sie sanft, aber fest an sich. »Ich liebe dich, Molly. Bitte hilf mir.«

Molly wusste, dass sie im Grunde keine Wahl hatte. »Natürlich helfe ich dir. Und jetzt komm her, mein süßer, hinreißender, toller Mann …«

Am nächsten Morgen erwachte Joe als Erster. Nackt sprang er aus dem Bett und trottete pfeifend in die Küche.