: Maeve Haran
: Die Scheidungsdiät
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641263072
: 1
: CHF 8.90
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: German
»Rasant, realistisch und voll augenzwinkernder Lebensklugheit!« Woman's Weekly

Die Wahrheit hat die lästige Angewohnheit irgendwann das Licht der Welt zu erblicken. Egal ob sie den kinderscheuen Arzt für künstliche Befruchtung trifft oder die junge Frau, die sich mit den erstaunlichsten Diäten abplagt. SPIEGEL-Bestsellerautorin Maeve Haran beweist in sechsundzwanzig schwungvollen Geschichten, dass die Wahrheit manchmal unangenehm, oft aber auch romantisch und immer vergnüglich sein kann. Denn ihre Hauptfiguren haben eines gemeinsam: Sie sind lebensbejahend und temperamentvoll, besitzen ein Quäntchen zwerchfellerschütternde Selbsterkenntnis und überlisten mit Witz und Verstand die Widerspenstigkeiten des Alltags ...

Mit ihren turbulent-witzigen Geschichten über die Liebe, Freundschaft, Familie und die kleinen Tücken des Alltags erobert Maeve Haran die Herzen ihrer Leser im Sturm!

Maeve Haran hat in Oxford Jura studiert, arbeitete als Journalistin und in der Fernsehbranche, bevor sie ihren ersten Roman veröffentlichte. »Alles ist nicht genug« wurde zu einem weltweiten Bestseller, der in 26 Sprachen übersetzt wurde. Weitere erfolgreiche Romane folgten. Maeve Haran hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in London.

Die Scheidungsdiät


Rache ist Blutwurst, heißt es. Mein Mann würde womöglich zustimmen. Er hat immer noch Narben am Hintern, seit ich eine Schüssel Pasta über ihn und das Au-pair-Mädchen gekippt habe, als ich sie zusammen im Bett erwischte. Noch dazu war es seine Lieblingspasta, Spaghetti Carbonara – aber offen gestanden glaube ich nicht, dass er das bemerkte.

Er hat es nicht besonders höflich aufgenommen. »Was zum Teufel machst du da, du fette Kuh?«, lauteten seine genauen Worte, soweit ich mich erinnere. Ich sah ein, dass er mit dem Begriff »fett« vielleicht nicht ganz danebengegriffen hatte, als ich die knackigen, knospenden Brüste des Au-pairs ekstatisch auf und ab wippen sah. Meine sehen eher aus wie die Seealpen. Und da ich meine nachgeburtlichen Übungen vernachlässigt hatte, könnte einem weiter unten der Mont-Blanc-Tunnel in den Sinn kommen. »Ich nähe Sie schön eng zu, dann freut sich Ihr Mann«, hatte der Arzt frecherweise nach dem letzten Baby zu mir gesagt. »Das können Sie sich sparen«, fauchte ich. »Sex ist mir schnuppe!«

Natürlich wich ich von dieser extremen Haltung später etwas ab. Einmal im Monat schien mir gerade genug zu sein. Denn ich muss zugeben, Kinder sind mir lieber als Sex. Ich glaube, in Wirklichkeit geht es vielen Frauen so, nur dürfen wir das seit der sexuellen Revolution nicht mehr sagen.

Ja, ich mochte Kinder so sehr, dass wir insgesamt vier bekamen. Die vier Mal, die wir meinem Mann zufolge Sex hatten. Und es stimmt – ich habe zugenommen. Mehr als sechs Kilo pro Kind. Dann kam das Stillen. Die Gesundheitsberaterin meinte, es würde zur Gewichtsabnahme beitragen.

Vielleicht hat sie aber nicht gemeint, dass ich mich dabei durchs gesamte Nachtischsortiment von Marks& Spencer futtern sollte. Na egal – zurück zu meinem Mann. Nachdem er die Spaghetti entfernt hatte, verlangte er die Scheidung. Ich lachte. Er sah so albern aus mit den Nudeln in den Haaren, während neben ihm das Au-pair jammerte, sie wollte zurück nach Oslo, wo die Menschen nicht so engstirnig seien.

Hinterher lachte ich allerdings nicht mehr. Es fiel mir schwer, mich an die frohen Erinnerungen zu klammern, während ich kein Geld hatte, sich die Rechnungen stapelten und die Kinder mir Vorwürfe machten. »Es ist deine Schuld, Mum. Schau dich doch mal an«, schimpfte Samantha, meine Älteste. Von Mutter-Tochter-Solidarität keine Spur.

David, mein abwesender Mann, versprach mir immer wieder Unterhaltszahlungen, doch sie kamen nie. Das Schlimmste war allerdings, dass ich keinen Job hatte. Ich hatte das, was ich scherzhaft als »meine Karriere« bezeichnete, mit Samanthas Geburt an den Nagel gehängt. Wie sollte ein langweiliger Job mit den Freuden mithalten, die einem pausbäckige, auf einer Decke strampelnde Babys, Picknicks im Grünen und kleine Pfoten bereiteten, die sich vertrauensvoll in die eigene Hand schmiegten? Es war rundum herrlich gewesen, und ich bereute es keine Minute. Aber die Kinder wurden groß und brauchten mich im Grunde nicht mehr. Deshalb hatte ich mir ja überhaupt erst dieses dämliche Au-pair besorgt. Um den Versuch zu machen, wieder auf die Karriereleiter zu steigen. Stattdessen hatte Inger meinen Mann best