: Maeve Haran
: Liebling, vergiss die Socken nicht! Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641262969
: 1
: CHF 5.40
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: German
»Maeve Haran ist eine großartige Erzählerin!« Sunday Times

Ally Boyd will alles: persönliche Unabhängigkeit, Erfolg und ein glückliches Familienleben. Darum entschließt sie sich nach sechzehn Jahren Familienpause wieder in ihren Beruf einzusteigen. Anfangs findet das Ehemann Matt auch ganz in Ordnung. Als Ally jedoch immer erfolgreicher wird, während er einen totalen Karriereknick hinnehmen muss, hört für Matt der Spaß auf. Für Ally hingegen fängt er jetzt erst richtig an …

Maeve Haran hat in Oxford Jura studiert, arbeitete als Journalistin und in der Fernsehbranche, bevor sie ihren ersten Roman veröffentlichte. »Alles ist nicht genug« wurde zu einem weltweiten Bestseller, der in 26 Sprachen übersetzt wurde. Weitere erfolgreiche Romane folgten. Maeve Haran hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in London.

1. Kapitel


Allegra Boyd lehnte sich auf dem großen Doppelbett zurück und sah ihrem Ehemann Matt dabei zu, wie er mit der einen Hand die Socken auszog, während die andere den Sportteil der Zeitung umklammert hielt. Er warf die Socken auf den Teppich, wo sie auch liegen bleiben würden. Irgendein dienstbarer Chauvi-Geist hatte sie durch Zauberhand unsichtbar werden lassen, bis Ally oder Mrs O’Shock, ihre irische Zugehfrau, sie aufhoben.

Immer noch in die Beschreibung der sensationellen Abwehrtaktik der Tottenham Hotspurs vertieft, streifte Matt seine Boxershorts ab und griff nach der Schlafanzugjacke, die neben ihm auf dem Bett lag. Er kaufte hartnäckig immer wieder das gleiche Modell, allerdings in zehn verschiedenen Farben, trug dann aber nur das Oberteil, so dass seine Eier einladend herausguckten, was ihm bei seinen zwei halbwüchsigen Töchtern lauten Spott einbrachte und Mrs O’Shock zu einem wissenden Blick veranlasste, wenn sie sich durch die Bügelwäsche arbeitete.

Während sie ihren Mann beim Zubettgehen beobachtete, stieg eine Welle der Zärtlichkeit in Ally auf, und sie fragte sich, was wohl seine Zuschauerinnen von dem Anblick halten würden, den Englands Talkshow-Moderator Nummer eins ohne Schlafanzughose bot. Sie wären begeistert – so viel war sicher. Seine Sekretärin hatte ihr einmal anvertraut, dass Matts Fanpost selbst Linda Lovelace die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Ally schüttelte den Kopf, als sie die anstößigen Kleidungsstücke aufsammelte. Eigentlich hätte sie ihm sagen müssen, er solle es selbst tun. Zum Glück war ihre beste Freundin Susie nicht Zeugin dieser Szene geworden. Susie warf ihr nämlich ständig vor, den Fußabstreifer zu spielen.

Als sie die Sachen in den Wäschekorb stopfte, sah Matt von seiner Zeitung auf und lächelte. »Kommst du bald ins Bett?«, fragte er und klopfte mit verführerischer Miene auf ihre Seite des Bettes.

Ally grinste. Matt ging auf die vierzig zu, was ihm gut stand, da es den spitzbübischen Charme verstärkte, der ihn im Fernsehen so gut wirken ließ. Und dann noch das verruchte Glitzern in seinen blauen Augen. Matt Boyd war alles andere als ein »Neuer Mann«. Im Gegenteil – er war sogar ein Musterexemplar der alten Schule, was sein Publikum offensichtlich hinreißend fand. Aber das Publikum musste auch nicht mit ihm leben.

»Komme gleich.« Ally beugte sich hinab und gab ihm einen Kuss, bevor sie nach nebenan ging, um sich auszuziehen.

Im Badezimmer zog sie ihrenBH zur Taille herab, schob ihn herum, bis die Häkchen nach vorne zeigten, und machte ihn auf. Diese Methode hatte ihre Mutter ihr beigebracht, als sie dreizehn war, und aus irgendeinem Grund machte sie es mit achtunddreißig immer noch so. Meist fiel ihr diese kleine Eigenheit nicht auf, aber heute, wo sie vor dem Badezimmerspiegel stand, eben doch.

Warum hatte ihre Mutter ihr nicht gezeigt, wie man