: Maeve Haran
: Mein Mann ist eine Sünde wert Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641263058
: 1
: CHF 8.90
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: German
Sie macht ihm das Angebot seines Lebens. Wird er darauf eingehen?

Was ist das Schönste an Paris? Für manche ist es der Eiffelturm, für andere die vielen Boutiquen. Doch für Georgie, die gerade ihren treulosen Ehemann verlassen hat, ist es das kleine schwarze Notizbuch ihrer Großmutter – und die charmanten Franzosen, die sie dadurch kennenlernt. Aber auch wenn es wunderschön ist bei Kerzenschein und Rotwein verwöhnt zu werden, ganz tief in ihrem Herzen sehnt sich Georgie nur nach einem: ihrem kleinen chaotischen Häuschen, ihren zwei putzmunteren Kindern – und nach Nick, dem Mann, mit dem sie dieses Tohuwabohu bis zuletzt teilte. Kurz entschlossen reist sie zurück nach England, und macht dem überraschten Nick ein durch und durch unsittliches Angebot …

Mit ihren turbulent-witzigen Geschichten über die Liebe, Freundschaft, Familie und die kleinen Tücken des Alltags erobert SPIEGEL-Bestsellerautorin Maeve Haran die Herzen ihrer Leser im Sturm!

- »Maeve Haran erweist sich immer wieder als Spezialistin für locker-amüsante Geschichten mit Tiefgang!«Freundin

  • Maeve Haran ist die"Spezialistin für locker-amüsante Geschichten mit Tiefgang!" (Freundin)
  • Heiter-cha mante Frauenunterhaltung von einer der besten britischen Autorinnen!


aeve Haran hat in Oxford Jura studiert, arbeitete als Journalistin und in der Fernsehbranche, bevor sie ihren ersten Roman veröffentlichte. »Alles ist nicht genug« wurde zu einem weltweiten Bestseller, der in 26 Sprachen übersetzt wurde. Weitere erfolgreiche Romane folgten. Maeve Haran hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in London.

1. Kapitel


»Wie oft hast du eigentlich Sex mit Dad?«

Georgie verschluckte sich an ihren Cornflakes, während der achtjährige Charlie eine Antwort erwartete, die großen Augen in gespielter Unschuld weit aufgerissen.

»Jake aus meiner Klasse hat gesagt, seine Eltern machen’s die ganze Zeit, und das ist echt igitt.«

Um eine ausdruckslose Miene bemüht versuchte Georgie, den Blick ihres Ehemanns Nick einzufangen und herauszufinden, wie er auf dieses Verhör reagierte, das ihr Sexualleben betraf. Aber er war vollauf mit seinem Laptop beschäftigt, dem er irgendeine wahnsinnig wichtige Info entlockte.

Seit Wochen nicht mehr, würde die ehrliche Antwort lauten. Sie hatte drei Kinder mit Terminkalendern, die das Pensum des Premierministers bei weitem übertrafen. Dazu kamen Nicks immer längere Überstunden und eine endlose Liste von Forderungen, die ihre Mutter an sie stellte, weil sie noch immer nicht verstand, dass erwachsene Töchter ein Recht auf ein eigenes Leben hatten. Für Sex blieb da nicht viel Zeit. Schuldbewusst verdrängte Georgie den Gedanken an die Abende, an denen sie irgendwelche Dinge im Haushalt in der Gewissheit erledigte, Nick würde tief und fest schlafen, wenn sie schließlich nach oben ging. Und nun musste sie sich wirklich und wahrhaftig den Kopf zerbrechen, um sich zu erinnern, wann sie tatsächlich zum letzten Mal Liebe gemacht hatten.

Vielleicht entwickelten sie sich allmählich zu einem jener eigenartigen Ehepaare, die es nur ein Mal im Jahr und in Schaltjahren zwei Mal trieben. Kaum zu glauben, dass sie kaum geschafft hatten, die Finger voneinander zu lassen, als sie sich vor siebzehn Jahren in der Hochschule für Design begegnet waren … Deutlich genug erinnerte sich Georgie, wie lasziv sie Nick über das vollständig versammelte Auditorium hinweg angestarrt hatte, ganz schwach vor Sehnsucht und in der verzweifelten Hoffnung, die Vorlesung würde möglichst bald aufhören, damit sie nach Hause laufen und ins Bett fallen könnten. Einmal hatten sie ein ganzes, von stürmischer Leidenschaft erfülltes Wochenende unter der Steppdecke verbracht. Und jetzt? Wie sie zugeben musste, fand sie es wesentlich aufregender, den Wäscheschrank in Ordnung zu bringen.

Zumindest besaß sie einen sehr ordentlichen Wäscheschrank.

»Was?«, fragte Nick, der endlich merkte, dass ihn seine ganze Familie mit ungewöhnlichem Interesse beobachtete. »Was?«

Nicks Augen fixierten die mit seinen eigenen, identischen blauen Augen seines ältesten Kindes Bella. Immer wieder staunte Georgie über die Ähnlichkeit, die zwischen Vater und Tochter bestand – nicht nur äußerlich, auch im Charakter.

»Ach, nichts Besonderes.« Wie üblich ritt die sechzehnjährige Bella der Teufel. »Charlie will nur wissen, wie oft du und Mum Sex habt.«

Ein paar Sekunden lang fragte sich Georgie, ob Nick explodieren würde.

Stattdessen zeigte sich in seinen Augen ein Ausdruck übertriebener Verwirrung, sodass er wie ein total verdatterter Dorftrottel aussah. »Sex?«, wiederholte er und musterte Charlie, als würde er auf eine nähere Erklärung warten. »Was ist Sex? Meinst du das, was sie im Discovery Channel tun?«

»Da-ad!« Kurzfristig aus dem Konzept gebracht, schien der Junge zu glauben, sein Vater hätte wirklich keine Ahnung von so grundlegenden Dingen. »Du musst doch wissen, was Sex ist.«