: Luigino Bruni
: Christoph Böhr
: Reziprozität Grundform der sozialen, ökonomischen und politischen Ordnung
: Springer VS
: 9783658283681
: 1
: CHF 56.90
:
: Allgemeines, Lexika
: German
: 278
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Brunis historisch-methodologische Analyse von Reziprozität wendet sich gegen die herrschende Meinung in den Wirtschaftswissenschaften, die sich - dem Menschenbild des 'homo oeconomicus' folgend - einzig mit den beiden einfachsten Formen von Reziprozität, nämlich vertraglicher Zusammenarbeit sowie eigennützigen Handlungen, befassen und alle anderen Formen ausblenden. Der Verfasser analysiert soziale Interaktionen in den drei unterschiedlichen Weisen von Reziprozität, die allesamt schließlich einer vierten Strategie gegenübergestellt werden: nämlich der grundsätzlichen Verweigerung von Reziprozität. Brunis Buch ist längst zu einem anerkannten Grundlagenwerk geworden und von Interesse für alle, die sich mit dem Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesellschaft, dem Charakter von Reziprozität, der Struktur sozialer Interaktionen und der Methodologie evolutionärer Spieltheorie befassen. Es vermittelt grundlegende, weiterführende Einsichten über die Regeln, denen gesellschaftliches Zusammenleben folgt. 



Der Autor

Luigino Bruni ist Professor für Makroökonomik am Department of Law, Economics, Politics and Modern Languages der Libera Università Maria Ss. Assunta, Rom.


b>Der Herausgeber

Chr stoph Böhr ist Professor für Philosophie an der Hochschule Heiligenkreuz/Wien.

Inhaltsverzeichnis6
Zum Verfasser ?11
Zum Herausgeber ?13
Zum Übersetzer ?15
Vorwort des Herausgebers ?16
Reziprozität: eine Hinführung zu den Gedanken Luigino Brunis über ? eine Grundform gesellschaftlichen Zusammenlebens18
Relationalität und Reziprozität20
Kooperation als Tugend23
Reziprozität: Folge menschlichen Nichtwissens28
Die Schwäche der Vernunft und die Unabweislichkeit der Entscheidung32
Einleitung des Verfassers ?38
1 Ökonomie und Reziprozität in der heutigen Debatte45
Die Sozialität in der zeitgenössischen Wirtschaftstheorie45
Sozialität und Wohlbefinden49
Die Rationalität des ‚Wir‘52
Die Beziehungsgüter57
Eine Beurteilung der aktuellen Debatte zur Reziprozität in der Wirtschaftswissenschaft63
Appendix 1 zu Kapitel 167
Die Debatte über Reziprozität in der zeitgenössischen Wirtschaftstheorie67
2 Homo oeconomicus. Zweihundert Jahre Einsamkeit76
Markt und Zivilisation: Zivilisation ist Markt78
Sozialität im Markt: Politische Ökonomie vs. Zivile Ökonomie80
Smith: Kooperation ohne Wohlwollen80
Genovesi: Markt als Brüderlichkeit83
Die solipsistische Grundlage der neoklassischen Wirtschaftstheorie nach Smith88
Der Tuismus nach Francis Y. Edgeworth91
Die Absenz der zwischenmenschlichen Dimension in der zeitgenössischen Wirtschaftstheorie92
3 Eine erste Stufe der Reziprozität. Kooperation ohne Wohlwollen98
Das Grundprinzip der Nicht-Kooperation98
Kooperation durch Verträge103
Wiederholte ‚bedacht-vorsichtige‘ Interaktionen108
4 Reziprozität als Philia117
So ähnlich und gleichzeitig so anders117
‚Mutige‘ Reziprozität125
Ein vorläufiges Resümee128
5 Die bedingungslose Reziprozität130
Alleine oder gemeinsam mit anderen?130
Bedingungslosigkeit und Reziprozität132
Die Logik der bedingungslosen Reziprozität138
Eine Bemerkung zu Präferenzen, Motivation, Nutzen und Evolution150
6 Die Dynamiken der Reziprozität in einer heterogenen Welt156
Gemeinsam spielen156
Eine zweidimensionale Welt159
Wenn bedingungslose Nicht-Kooperation auf Freundschaft trifft: N vs. B162
Der Mut zur Freundschaft reicht nicht aus, um die ‚vorsichtigen‘ Spieler miteinzubeziehen: B vs. C164
Die Bedeutung der unentgeltlichen Reziprozität: C vs. G166
Evolution und Reziprozität unter Menschen: einige kritische Bemerkungen167
Appendix 2 zu Kapitel 6171
Beweis Lehrsatz 1171
Beweis Lehrsatz 2176
Beweis Lehrsatz 3180
7 Drei ist besser als zwei184
Das Spiel wird verfeinert und erweitert184
Eine numerische Analyse189
Die Evolution der Reziprozität193
Welche Bedeutung haben also unsere bisherigen Ergebnisse?193
Wie sollen wir diese Simplex NBG entschlüsseln?196
Zwei weitere Beispiele199
Appendix 3 zu Kapitel 7202
Beweis der Lehrsätze 4 und 5202
Beweis des Lehrsatzes 6203
Grafiken und numerische Analyse203
Konstruktion der Simplex205
8 Lob der Heterogenität208
Die Dynamiken der Reziprozität in einer vierdimensionalen Welt208
Einführung der ersten Form der Reziprozität C208
Eine numerische Analyse mit vier Dimensionen211
Appendix 4 zu Kapitel 8216
Beweis des Lehrsatzes 7216
Beweis des Lehrsatzes 8217
Beweis des Lehrsatzes 9218
Beweis des Lehrsatzes 10218
Beweis des Lehrsatzes 11219
Graphische und numerische Analyse219
Simulationen mit der evolutionären Analyse221
Evolutionäre Analyse und intrinsische Motivation225
9 Reziprozität ist eine, aber es gibt viele Reziprozitäten227
Zusammenführen der Argumentations-Stränge227
Reine Bedingungslosigkeit und Vorsicht zahlen sich in einer zweidimensionalen Welt nicht aus228
Die Politik und die Institutionen229
Die delikate Rolle der Bedingungslosigkeit229
Ohne Bedingungslosigkeit gibt es kein bürgerliches Leben231
Dieser Umstand ist zentral für einige reale – oder zumindest plausible – Dynamiken im bürgerlichen Leben:231
Cui prodest G-Strategien?233
Drei abschließende Anwendungen234
Die Corporate Social Responsibility Bewegung und der Bedarf nach Pluralismus234
Die zivile Konditionalität der Mikrofinanzierung239
Wertebasiertes Management und ‚fair trade‘241
Ziviles Glück243
Veröffentlichungsnachweis246
Bibliographie247
Personenregister256
Sachverzeichnis264