: Gunnar Engel
: Follower Wie Gott dein Leben verändert, wenn du ihn lässt
: R.Brockhaus
: 9783417229790
: 1
: CHF 8.90
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: Religion/Theologie
: German
: 248
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mit persönlichen Erlebnissen und Humor zeigt Pastor Gunnar Engel, wie wir Gott auf sein Rufen antworten und einen neuen Weg voller Hingabe beschreiten können. »Hier bin ich. Sende mich.« In der Bibel sind immer wieder Persönlichkeiten zu finden, deren Weg mit Gott mit genau diesen Worten anfängt. Abraham spricht sie in tiefem Vertrauen, Mose mitten in der Wüste, Samuel während er Gottes Anwesenheit beinahe verschläft. Die Frage stellt sich auch uns: Wie können wir uns Gott ganz hingeben und ihm neu begegnen? Das Hier-bin-ich-Gebet ist zum einen ein Ausdruck unserer Hingabe. Zum anderen ist es die Antwort auf Gottes Handeln, denn auch Gott spricht zu uns: »Hier bin ich.«

Gunnar Engel (Jg. 1987) lebt in Norddeutschland und ist Pastor der ev.-luth. Apostelkirchengemeinde in Kiel. Mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern genießen sie die Ruhe und Gelassenheit des Nordens. Zudem betreibt er einen erfolgreichen YouTube-Kanal zu Fragen des christlichen Glaubens. Es ist seine Herzensangelegenheit, Menschen auf neue und kreative Weise mit dem Evangelium zu erreichen. 2019 erhielt er dafür den Medienpreis 'Der Goldene Kompass' der christlichen Medieninitiative pro. www.gunnarengel.de

ABRAHAM& DER NEUE ANFANG


Sterne


Der Mann wischte sich über die Wange. Ein letzter Rest Sand knisterte zwischen seinen Fingern. Die feinen Körner waren überall, daran hatte er sich inzwischen gewöhnt. Neben ihm brach ein Scheit im Feuer. Er zog den Mantel fester um seine Schultern. Die Nächte wurden immer kälter.

So viele Jahre war er schon unterwegs. Von einer Steppe zur nächsten. Von einem Brunnen zum anderen. Es war ein unstetes Leben. Trotzdem liebte er es. Hätte es gegen nichts in der Welt eingetauscht. Selbst wenn seine Knochen langsam anfingen, zu knacken.

Sara schlief schon seit einigen Stunden im Zelt. Sie hatte alles für ihn und den gemeinsamen Weg aufgegeben. Die ganzen Jahre war sie immer an seiner Seite geblieben. Er hätte sich nichts Besseres wünschen können.

Doch er merkte, dass die langen Reisen ihr mehr und mehr zusetzten. Sie wurde älter.

»Wie lange noch?«, seufzte er in die kühle Abendluft. »Wie lange noch?«

Er strich sich über seine eigene, faltige Haut. Nicht nur seine Frau wurde älter.

In letzter Zeit hatte er oft an die Tage ihrer Jugend gedacht. Bevor sie ein Leben auf Wanderschaft begonnen hatten, immer mit seiner Sara an seiner Seite und ihrem Hab und Gut im Schlepptau.

So viele Träume hatten sie gehabt. Und vor allem diesen einen Traum, größer als alle anderen. Einen Nachkommen. Seine Familie hatte immer wieder gefragt. Er wusste, dass sie darauf warteten. Ihm selbst ging es ja nicht anders. Er schloss die Augen und sog die kalte Nachtluft tief in seine Lunge. Die Tränen liefen inzwischen unkontrolliert. Er wusste nicht, wann er das letzte Mal so geweint hatte. Er fuhr sich über das Gesicht. Atmete langsam ein und aus.

Und mit einem Mal traf es ihn. Da war sie wieder! Eine Stimme, fein wie ein Lufthauch. Ein Schauer überfuhr ihn. Er war dieser einmaligen Stimme bis hierher gefolgt. In vollstem Vertrauen und ohne einen Blick zurück. Schritt um Schritt. Kilometer um Kilometer. Jahr um Jahr. Hoffnung um Hoffnung. Mit knackenden Knien erhob er sich. Er griff nach seinem Stab und folgte der Stimme. Wie mechanisch setzte er einen Fuß vor den anderen. Auf einer Anhöhe blieb er stehen. Über ihm tat sich der Himmel auf. Die Wolken zogen sich zurück. Von einem kleinen Windhauch getrieben, verschwanden sie aus seinem Blickfeld. Abermillionen kleine Lichter leuchteten über ihm am Wüstenhimmel. Die Tränen in seinen Augen ließen sie funkeln und über den Himmel tanzen. Dann hörte er wieder die Stimme. Langsam und ganz deutlich sprach sie. Abraham sog jedes Wort in sich auf. Jetzt wusste er, warum er den weiten Weg zurückgelegt hatte.

Wenn die Stimme ruft


Musstest du jemals jemanden oder etwas aufgeben, das dir wirklich wichtig war? Oder vielleicht wurde dir dieses liebe Ding genommen? Die meisten von uns, die diese Reise mit dem Namen Leben antreten, begegnen dieser tief empfundenen Herausforderung. Es gibt einen Mann in der Bibel, der die Kosten des Opfers und die Belohnung für die Nähe zu Gott besser kannte als viele andere. Sein Name ist Abraham.

Die Bibel erzählt immer wieder von Menschen, die sich auf eine Reise ins Land des Glaubens eingelassen und so Gott erfahren haben. Das Wunderbare ist: Jede dieser Reisen sieht anders aus. Sie haben alle unterschiedliche Startpunkte. Sie beginnen zu unterschiedlichen Zeiten. Die Story, die Gott mit deinem Leben schreiben will, ist anders als seine Geschichte mit mir. Das muss auch so sein, denn Gott hat für jeden