: Hella Heller
: Beim nächsten Mann bleib ich solo
: Ulrike Helmer Verlag
: 9783897419377
: 1
: CHF 13.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 297
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Constanze verlässt den emotional blockierten Albert - wie schon vor dreißig Jahren, als sie als Studentin ihren Dozenten anhimmelte: 'Beim nächsten Mann wird alles anders.' Damals kehrte sie zu Assistenzarzt Albert zurück ... Nach langer Ehe will sie nun aber einen Schlussstrich ziehen. Constanze startet neu durch! Ob ihr der Absprung diesmal gelingt? Constanze Wechselburger, keck und mit feministischem Aplomb, verkörpert eine ?emanzipierte? Frauengeneration des Übergangs zwischen Abhängigkeit und Eigenständigkeit.

Hella Heller ist das Pseudonym, unter dem Verlegerin Ulrike Helmer dreißig Jahre nach dem Bestsellererfolg 'Beim nächsten Mann wird alles anders' (S. Fischer, 1987) Eva Hellers Roman fortführt. Die beiden Soziologinnen kannten sich gut, wohnten in Frankfurt Haus an Haus, debattierten mit sarkastischem Humor über strickende Frauen, göttliche Mütter, das vorhandene Männermaterial, den Kapitalismus und den Rest der Welt. Ulrike Helmer tippte gar das Manuskript 'Beim nächsten Mann wird alles anders' mehrfach auf der Schreibmaschine ab ... Nach Eva Hellers frühem Tod (2008) fand sie es schade, nicht über das weitere Leben von Hauptfigur Constanze reden zu können - und damit über die Frauen der 1980er Jahre. Als Hella Heller holt sie dies augenzwinkernd im inneren Dialog nach.

3. Der Entschluss ist gefallen


Mein Ziel stand fest: Ich würde eine unabhängige Frau sein. Ich würde mich ab sofort an meinen eigenen Interessen orientieren. Ich würde, was Männer angeht, mir Sahneschnitten gönnen und nicht länger die Zähne an vertrocknetem Altbrot ausbeißen. Wenn Sahneschnitten aus waren, würde ich lieber ganz verzichten, das tat der Gradlinigkeit und der Linie gut.

Nun musste ich nur noch überlegen, wie ich den Entschluss in die Tat umsetzen konnte. Meine Trennung von Albert Auerbach sollte ein echter Kracher sein: endgültig, dabei stilvoll und souverän. Ich würde mir Albert amputieren – ein sauberer Schnitt wie mit dem Skalpell. Hoppla!, würde ich sagen, wenn er abfiele. Wer geliebt hat, muss loslassen können.

Ich griff nach Alberts Post-it-Block und notierte die Möglichkeiten, meinen künftigen Exmann in brutalstmöglicher Härte mit meinem Entschluss zu konfrontieren:

•Ausziehen und ALLES MITNEHMEN (auch seine Uhren!)

•Ausziehen und ALLES DALASSEN (außer meinen Bildern!)

Beide Zettelchen zerknüllte ich, es waren natürlich reine Rachefantasien, die bewiesen, wie sehr ich noch auf Albert fokussiert war.

•Was will ICH?, fragte ich mich schriftlich und unterstrich das Ich doppelt.

•Ich will das Maximum für MICH, schrieb ich als Antwort. Natürlich wäre ich nie so dumm, Alberts ganzen Mist mitzuschleppen, bloß um ihn zu ärgern. Oder gar auf meine Sachen zu verzichten, bloß um ihn zu ärgern! Ich ka