: Rosi Wallner, Tobias Staudner, Andreas Kufsteiner, Verena Kufsteiner
: Heimat-Roman Treueband 14 5 Romane in einem Band
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732592456
: Heimat-Roman Treueband
: 1
: CHF 5.40
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 320
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Lesen, was glücklich macht. Und das zum Sparpreis!

Seit Jahrzehnten erfreut sich das Genre des Heimat-Bergromans sehr großer Beliebtheit. Je hektischer unser Alltag ist, umso größer wird unsere Sehnsucht nach dem einfachen Leben, wo nur das Plätschern des Brunnens und der Gesang der Amsel die Feierabendstille unterbrechen.

Zwischenmenschliche Konflikte sind ebenso Thema wie Tradition, Bauernstolz und romantische heimliche Abenteuer. Ob es die schöne Magd ist oder der erfolgreiche Großbauer - die Liebe dieser Menschen wird von unseren beliebtesten und erfolgreichsten Autoren mit Gefühl und viel dramatischem Empfinden in Szene gesetzt.

Alle Geschichten werden mit solcher Intensität erzählt, dass sie niemanden unberührt lassen. Reisen Sie mit unseren Helden und Heldinnen in eine herrliche Bergwelt, die sich ihren Zauber bewahrt hat.

Dieser Sammelband enthält die folgenden Romane:

Alpengold 172: Die gute Seele des Dorfes
Bergkristall 253: Ach, wenn's die Eifersucht nicht gäbe
Der Bergdoktor 1701: Bei diesem Mann bin ich daheim
Der Bergdoktor 1702: Ich war dir niemals untreu
Das Berghotel 109: Die traurige Tänzerin

Der Inhalt dieses Sammelbands entspricht ca. 320 Taschenbuchseiten.
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»Rollschuhe!« Nele hüpfte vor Freude in die Luft wie ein kleiner Gummiball. »Guck nur, Mami: Rollschuhe!«

»Ich sehe es.« Pia Stangl betrachtete das Geschenk sorgenvoll. Die Rollschuhe waren leuchtend grün und hatten damit bei ihrer Tochter einen Stein im Brett, denn die Vierjährige liebte alles, was grün war: grüne Haarspangen, grüne Bettwäsche und sogar Frösche.

Die Rollschuhe waren ein Geschenk von Neles Großvater. Er wäre an ihrem Ehrentag gern bei ihr gewesen, musste aber nach seiner Hüft-Operation noch eine Kur machen. Aus diesem Grund hatte er Nele ein Päckchen geschickt. Zwischen zwei Bonbonschachteln und einem neuen Malbuch hatten sich die Rollschuhe versteckt.

»Bist du net noch zu klein, um damit zu fahren?«

»Bestimmt net.« Nele richtete sich zu ihrer beeindruckenden Größe von einem Meter und zwei Zentimetern auf und reckte das Kinn vor.Ich bin schon groß!, hieß das. »Zeigst du mir, wie man damit fährt, Mami?«

»Natürlich.« Pia unterdrückte den Wunsch, die Rollschuhe noch ein oder zwei Jahre im Schrank zu verstauen, bis ihre Tochter älter war. Mit ihren vier Jahren war Nele ein Wirbelwind, aber sie war auch reif für ihr Alter. Vielleicht kam das daher, dass sie auf etwas verzichten musste, was für ihre Freundinnen selbstverständlich war: einen Vater.

Neles kleiner Mund stand selten still. Im Gegensatz zu ihrer Mutter war sie ein Frühaufsteher. Während Pia morgens erst nach drei Tassen Kaffee und einer kalten Dusche halbwegs wach wurde, sprang ihre Tochter mit dem ersten Vogelzwitschern aus dem Bett und spielte mit ihrem Mops, der auch ein Geschenk ihres Großvaters gewesen war.

Rollschuhe! Pia seufzte unhörbar. In Gedanken sah sie ihren kleinen Wirbelwind schon vor ein Auto fahren. Oder einen Purzelbaum auf dem Gehweg schlagen. Ihre Tochter war kaum zu bremsen. Wie würde es erst sein, wenn sie Rollschuhe an den Füßen hatte? Das blieb wirklich abzuwarten!

»Geh dich anziehen, Spatzerl. Wir müssen gleich los.«

»Ist gut.« Das Einwickelpapier raschelte, als Nele ihr Geschenk zurück in den Karton legte. Dann stob sie davon, sodass ihr blonder Zopf munter wippte.

Pia spülte unterdessen rasch das Frühstücksgeschirr ab. Sie wohnte mit Nele in einer Dachgeschosswohnung in Schwaz. Ihre Küche hatte schräge Wände, und auf dem Fensterbrett standen Blumentöpfe, in denen sie Küchenkräuter zog.

Vor dem Fenster regnete es an diesem Morgen in Strömen. Die Reifen der Autos schmatzten durch tiefe Pfützen. Und die Wolken verhinderten, dass es richtig hell wurde. Der Frühling ließ sich Zeit in diesem Jahr.

Pias Blick streifte die Pinnwand über der Essecke. Daran waren Fotos von ihrer Tochter befestigt. Das erste Ultraschallbild. Nele als Baby. Ihr erstes Lächeln …

Der Anblick gab der Sechsundzwanzigjährigen einen Stich. Lorenz verpasst so viel im Leben seiner Tochter, ging es ihr durch den Kopf. Und er weiß es net einmal.

Sie stellte die Kakaobecher zurück ins Regal. Dann ließ sie sich an den Küchentisch fallen und nahm sich die unbezahlten Rechnungen vor, die sich in einem Korb häuften. Der Stapel erinnerte sie an die Schneemassen im Win