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Der Kerl mit der schwarzen Sturmhaube kam direkt auf ihn zu gerannt. Corvin griff an seinen Gürtel, an dem seine Heckler& Koch in einem Holster stecken musste. Doch da war nichts. Jetzt war er dicht vor ihm. Corvin ballte die Faust, holte aus und schlug zu, doch der Schlag ging ins Leere. Er spürte die heftigen Schmerzen in der Schulter, als habe ihn ein Stromschlag getroffen. Trotzdem schlug er noch einmal zu, spürte abermals nur die Luft und den stechenden Schmerz. Der Maskenmann gab ein metallisches Lachen von sich, dann zog er einen großkalibrigen Revolver, spannte den Hahn, zielte genau auf die Stelle zwischen Corvins Augenbrauen und drückte ab. Der Schuss war hart und trocken, Sekunden später folgte der zweite.
Corvin krümmte sich im Liegen, um sich gleich darauf kerzengerade aufzurichten. Schweiß rann ihm über Gesicht und Rücken. Was für ein Scheißtraum, dachte er für eine Zehntelsekunde, bevor das Band zwischen ihm und der tiefschwarzen Illusion in seinem Kopf zerriss.
Ein dritter Schuss ließ ihn aus dem Bett springen und in Sekundenschnelle realisieren, dass dieser nicht aus einer Waffe kam, sondern von einem offenbar ziemlich harten Knöchel stammte, der gegen die Scheibe seines Schlafzimmerfensters pochte.
„Erik, schläfst du etwa noch?“
Die Stimme erkannte Corvin sofort. Erwin Wohlleben wohnte in dem kleinen Landarbeiterhaus zwei Grundstücke rechts von ihm und hatte ein ziemlich lautes Organ, weil er gewohnt war, gegen die laufenden Motoren von Treckern und anderen landwirtschaftlichen Maschinen an zu brüllen. Jetzt war er Rentner, pflegte nach dem Tod seiner Frau den Gemüsegarten und brauchte eigentlich gar nicht mehr zu brüllen. Doch die Lautstärke hatte sich so eingestellt wie bei einem defekten Radio, bei dem der Regler festsaß.
Corvin riss die Vorhänge auf und