: Rolf Dieckmann
: Kalthaus Kriminalroman
: Ellert& Richter Verlag
: 9783831910380
: 1
: CHF 10.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 248
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eigentlich will der ehemalige Kriminaloberkommissar Erik Corvin nichts mehr mit Ermittlungen zu tun haben, nachdem er den Beruf des Polizisten endgültig an den Nagel gehängt hat. Aber das spurlose Verschwinden einer jungen Frau aus adeligem Haus und die traurigen Augen ihrer Freundin reizen die Sinne des Spürhundes. Außerdem muss er in eigener Sache ermitteln, denn woher stammt der Plastiksack voller Geldscheine, den jemand auf seinem Hof versteckt hat? Und welches Geheimnis hütet die gepiercte Schönheit mit der widerborstigen Punkerfrisur, die sich in einem seiner schwachen Momente bei ihm einquartiert hat? Bis Corvin die Zusammenhänge erkennt, steckt er bereits mitten drin und steht einigen Leuten erheblich im Wege. Corvins zweiter Fall spielt wieder im Wendland.

Rolf Dieckmann, freier Journalist und Autor, hat viele Jahre für Zeitungen und Magazine gearbeitet. Die längste Zeit für den stern. Sein erzählerisches Debut lieferte er mit zwei Romanen aus der Toskana um den charismatischen Spieleerfinder Robert Darling ('Die Toskana-Verschwörung', 'Das Geheimnis der Totenstadt', Lübbe). Mit dem Kriminalroman 'Es sind Wölfe im Wald' begann er eine Reihe um den Hamburger Kriminaloberkommissar Erik Corvin, der aus der Großstadt in seine alte Heimat, das Wendland, zurückkehrt und dort mit ziemlich ungewöhnlichen Fällen konfrontiert wird. Inzwischen hat Dieckmann es seinem Romanhelden gleichgetan, hat die Hansestadt nach Jahrzehnten verlassen und ein altes Bauernhaus im Wendland zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht.

2


Der Kerl mit der schwarzen Sturmhaube kam direkt auf ihn zu gerannt. Corvin griff an seinen Gürtel, an dem seine Heckler& Koch in einem Holster stecken musste. Doch da war nichts. Jetzt war er dicht vor ihm. Corvin ballte die Faust, holte aus und schlug zu, doch der Schlag ging ins Leere. Er spürte die heftigen Schmerzen in der Schulter, als habe ihn ein Stromschlag getroffen. Trotzdem schlug er noch einmal zu, spürte abermals nur die Luft und den stechenden Schmerz. Der Maskenmann gab ein metallisches Lachen von sich, dann zog er einen großkalibrigen Revolver, spannte den Hahn, zielte genau auf die Stelle zwischen Corvins Augenbrauen und drückte ab. Der Schuss war hart und trocken, Sekunden später folgte der zweite.

Corvin krümmte sich im Liegen, um sich gleich darauf kerzengerade aufzurichten. Schweiß rann ihm über Gesicht und Rücken. Was für ein Scheißtraum, dachte er für eine Zehntelsekunde, bevor das Band zwischen ihm und der tiefschwarzen Illusion in seinem Kopf zerriss.

Ein dritter Schuss ließ ihn aus dem Bett springen und in Sekundenschnelle realisieren, dass dieser nicht aus einer Waffe kam, sondern von einem offenbar ziemlich harten Knöchel stammte, der gegen die Scheibe seines Schlafzimmerfensters pochte.

„Erik, schläfst du etwa noch?“

Die Stimme erkannte Corvin sofort. Erwin Wohlleben wohnte in dem kleinen Landarbeiterhaus zwei Grundstücke rechts von ihm und hatte ein ziemlich lautes Organ, weil er gewohnt war, gegen die laufenden Motoren von Treckern und anderen landwirtschaftlichen Maschinen an zu brüllen. Jetzt war er Rentner, pflegte nach dem Tod seiner Frau den Gemüsegarten und brauchte eigentlich gar nicht mehr zu brüllen. Doch die Lautstärke hatte sich so eingestellt wie bei einem defekten Radio, bei dem der Regler festsaß.

Corvin riss die Vorhänge auf und