: Jerome Preisler
: Net Force. Cyberstaat Thriller
: Heyne Verlag
: 9783641271053
: Special Unit Cyberterrorismus
: 1
: CHF 8.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 512
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein neuer Fall für die Net Force

Cyberattacken bedrohen weiterhin die globale Sicherheit, und nur die neue Cyberelite-Einheit, zusammengestellt von der US-amerikanischen Präsidentin höchstpersönlich, kann sich ihr in den Weg stellen. Mit unermüdlichem Einsatz und unorthodoxen Methoden tun sie alles, um die Ordnung der globalisierten Welt zu bewahren.

Jerome Preisler ist der Autor von Tom Clancys New York Times-Bestsellerreihe »Power Play«. Er hat bisher mehr als dreißig Bücher veröffentlicht und als Experte für Militärgeschichte zahlreiche Vorträge an Schulen, in Museen und Militärstützpunkten gehalten. Preisler lebt in New York.

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Südchinesisches Meer
10. April 2024


Du bist jetzt genau auf zweihundert Meter«, sagte Murph.

John Murphy, genannt Murph, war an Bord des KabellegersCSStalwart für die Überwachung der Taucher zuständig.

»Roger«, erwiderte Zak über Funk. Er hieß mit vollem Namen Isaac Tinian und kam aus Warwick, Rhode Island. Er machte diesen Job jetzt seit fünf Jahren, länger als die meisten anderen Männer. Davor war er Polizeitaucher gewesen, was im Lebenslauf für die Bewerbung als Sättigungstaucher ein Pluspunkt war. Aber trotz dieser besonderen Fähigkeiten hatte man ihn erst dank einer Reihe von Empfehlungen für die Ausbildung akzeptiert.

An seinem Kurs hatten fünfundzwanzig Männer und Frauen teilgenommen, und Zak war der Einzige, der immer noch für die Firma arbeitete. Die Aussteigerquote lag also bei sechsundneunzig Prozent.

Er befand sich jetzt fast in völliger Dunkelheit, über sich gewaltige Wassermassen. Das bedeutete, dass er zusätzlich zu seinem Gehalt eine saftige Zulage bekam. Aus gutem Grund. Er kannte die Risiken seines Jobs. Aber er kannte auch den damit verbundenen Nervenkitzel. Dies und die üppige Bezahlung lockten ihn immer wieder aufs Meer hinaus.

Zweihundert Meter.

In dieser Tiefe war der Druck, der auf Zak lastete, zwanzigmal größer als an der Oberfläche. Selbst aufhalber Tiefe drang nur noch ein Prozent des Lichtes nach unten. Es war, als wäre man im Weltall, nur dass man weniger erkennen konnte. Das All war steril und leer. Das Meer hingegen war eine organische Suppe, in der Unmengen kleinster Partikel herumschwirrten. Verweste Wasserpflanzen und Tiere und eine endlose Flut aus Fischscheiße. Bei dem ganzen Dreck, der herumtrieb, reichten selbst leistungsstarke Scheinwerfer nicht weit. All das hatte Auswirkungen auf die Psyche. Man kam sich in der Dunkelheit verloren vor.

Aber Zak hatte in seinem Kopf keinen Platz für Angst, Unsicherheit und Zweifel. Vor allem aufgrund seiner Fähigkeit, diese Gefühle zu verdrängen, gehörte er zu dem verschwindend geringen Prozentsatz von Leuten, die diesen Beruf über einen längeren Zeitraum ausüben konnten.

»Systeme arbeiten einwandfrei«, sagte eine zweite Stimme in seinem Ohr. »Wie geht es dir?«

»Alles entspannt.«

»So soll es bleiben.«

»Ja, Rawl.«

Rawl. Jedes Mitglied eines Taucherteams bekam eine Kurzform seines Namens verpasst. Zak scherzte immer, dass sie auch Basketballspieler hätten sein können. Andrew Rawlings war sein Pa