: Steve Berry
: Die sieben Relikte Thriller
: Blanvalet
: 9783641266318
: Cotton Malone
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 480
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dieses Geheimnis könnte Europa zu Fall bringen! Der 15. Fall für Cotton Malone!
Die Arma Christi, die sieben Relikte, sind von unschätzbarem Wert für das Christentum - und sie werden überall auf der Welt aus Tresoren und Schatzkammern gestohlen. Nachdem der ehemalige Geheimagent Cotton Malone Zeuge eines solchen Diebstahls wird, erfährt er, dass bei einer Auktion hochsensible Informationen über das polnische Staatsoberhaupt verkauft werden sollen. Informationen, an denen sowohl Polen als auch die USA interessiert sind, allerdings aus völlig verschiedenen Gründen. Der Eintrittspreis zur Auktion: eines der sieben Relikte. Malone muss seine Prinzipien vergessen und die Heilige Lanze aus einem Schloss in Polen stehlen, um Zutritt zur Auktion zu erhalten. Dort will er das Schlimmste verhindern - aber er gerät mitten in einen blutigen Krieg zwischen drei Nationen um ein Geheimnis, dass ganz Europa aus den Angeln heben und ins Chaos stürzen könnte.

Alle Cotton-Malone-Romane können unabhängig voneinander gelesen werden.

Steve Berry war viele Jahre als erfolgreicher Anwalt tätig, bevor er seine Leidenschaft für das Schreiben entdeckte. Mit jedem seiner hoch spannenden Thriller stürmt er in den USA die Spitzenplätze der Bestsellerlisten und begeistert Leser weltweit. Steve Berry lebt mit seiner Frau in St. Augustine, Florida.

Prolog

Montag, 9. August 1982

Warschau, Polen

15.45 Uhr

Janusz Czajkowski wollte sich von der grausamen Szene abwenden, doch er wusste, dass er es damit nur noch schlimmer machen würde.

Man hatte ihn extra zum Mokotów-Gefängnis gebracht, damit er zusah. Dieser Ort hatte eine lange und wechselhafte Geschichte. Die Russen ließen das Gebäude zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichten. Es wurde ausgiebig von den Nazis genutzt, ebenso von den Kommunisten nach dem Krieg. Nach 1945 wurde hier der polnische politische Untergrund, die Intelligenzija, und auch jeder andere, den man als Bedrohung der von den Sowjets kontrollierten Regierung einstufte, eingekerkert, gefoltert und exekutiert. Das Gefängnis erlebte seinen Höhepunkt während der Stalin-Ära, als Tausende im Gefängnis Rakowiecka-Straße, wie es damals von den meisten Polen genannt wurde, gefangen gehalten wurden. Manchmal nannten sie es allerdings auch verächtlich bei seinem deutschen Namen:Nacht und Nebel. Ein Ort ohne Wiederkehr. In seinem Heizkeller wurden zahllose Menschen ermordet. Offiziell hatten solche Gräueltaten mit Stalin ein Ende gefunden – was jedoch nicht der Realität entsprach. Auch danach wurden jahrzehntelang Dissidenten verhaftet und für »Verhöre« dorthin gebracht.

Der Mann vor ihm war einer von ihnen.

Er war mittleren Alters, nackt, über einen hohen Hocker gebeugt, Handgelenke und Knöchel an die blutbefleckten Holzbeine gefesselt. Ein Wärter stand mit gespreizten Beinen vor dem Kopf des Gefangenen und schlug den Mann auf den Rücken und den nackten Hintern. Der Gefangene gab unglaublicherweise keinen Ton von sich. Der Wärter hörte auf, auf den Mann einzuschlagen, schob den Gefesselten vom Hocker und setzte seine Stiefelsohle auf die Schläfe des Mannes.

Dieser spuckte Rotz und Blut.

Trotzdem gab er keinen Laut von sich.

»Es ist leicht, Angst zu erzeugen«, sagte der große Mann, der neben Janusz stand. »Aber es ist noch leichter, sie vorzutäuschen.«

Der große Mann trug die Uniform eines Majors der polnischen Streitkräfte. Sein Haar war militärisch kurz geschoren, der schwarze Schnurrbart gestutzt und gepflegt. Er war älter, mittelgroß, aber muskulös, mit der arroganten und betont selbstbewussten Persönlichkeit, wie Janusz sie allzu oft bei der Roten Bourgeoisie wahrgenommen hatte. Die Augen waren dunkle, diamantförmige Punkte, und es war nichts aus ihnen herauszulesen. Augen wie diese versteckten immer mehr, als sie enthüllten, und er fragte sich, wie schwer es sein musste, eine solche Lüge zu leben. Auf einem Namensschild standDILECKI. Er wusste von dem Major nur, dass er den Gefolterten verhaftet hatte.

»Um Angst zu erzeugen«, sagte Dilecki, »muss man einen Großteil der Bevölkerung dazu bringen, ihre Existenz zu akzeptieren. Das ist ein hartes Stück Arbeit. Man muss Situationen schaffen, die die Menschen sehen und spüren können. Es muss Blut vergossen werden. Terrorismus, wenn Sie so wollen. Aber Angst vortäuschen? Das ist viel einfacher. Man braucht nur alle zum Schweigen zu bringen, die sich der Angst nicht b