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Kai Psotta
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Kicken wie die Profis Alles, was du auf dem Weg zum Bundesligastar wirklich wissen musst. Mit den wichtigsten Tipps und Tricks von den besten Profimachern
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Heyne Verlag
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9783641260583
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1
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CHF 5.40
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288
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Wasserzeichen
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PC/MAC/eReader/Tablet
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ePUB
Fußballprofi werden – so geht´s! Welcher junge Fußballer träumt nicht von einer Karriere als Profi? Bundesliga spielen, mit und gegen die ganz Großen! Der Weg dorthin verlangt neben viel Disziplin, mentaler Stärke und Talent auch die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen und dem andauernden Druck standzuhalten. Wie so oft im Leben gibt es nicht den einen Königsweg zu diesem Ziel, sondern eine Vielzahl wertvoller Ansätze, Strategien und Tipps. Zum ersten Mal geben hier die besten Trainer und Experten ihre Erfahrungen und Methoden preis.
Direkt aus der Praxis – von der Nationalmannschaft über Hoffenheim, Köln, RB Leipzig, Augsburg bis zum FC Bayern – berichten neben dem Sportjournalisten und Spielerberater Kai Psotta die Besten ihres Fachs: Oliver Bierhoff, Frank Kramer, Danny Galm, Levent Sürme, Martin Heck, Marco Richter, Gürkan Karahan, Ernst Tanner, Peter Knäbel, Bernhard Peters, Tim Walter, Erik ten Hag, Miroslav Klose, Jochen Sauer, Holger Seitz, Meikel Schönweitz und Julian Nagelsmann.
Hilfreich und motivierend – für alle, die die schönste Nebensache der Welt zu ihrem Traumberuf machen wollen! Kai Psotta, geboren 1981, absolvierte die Axel-Springer-Journalistensch le. Als Redakteur berichtete er sieben Jahre für Sport Bild u.a. von den Olympischen Spielen in Peking und der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Von 2010 bis 2016 war er für die Bild-Zeitung in München tätig, anschließend für den Fernsehsender Sky. Für das Lifestyle-Magazin GQ schrieb er die Kolumne Bundesliga Backstage. Psotta ist mehrfacher Bestseller-Autor, verfasste zahlreiche Sportler-Autobiografien. S it 2018 ist er Spielerberater, arbeitet an der Seite von Volker Struth, Sascha Breese und Martin Vontra, die unter anderem Toni Kroos, Niklas Süle, Julian Nagelsmann, Marco Richter und Nicolas Seiwald betreuen.
Vorwort
von Oliver Bierhoff
Im Alter von fünf Jahren habe ich bei einem kleinen Verein bei uns vor der Haustür mit dem Fußballspielen angefangen. Auf das Fußballtraining habe ich mich immer ganz besonders gefreut. Nach der Schule hatte ich stets nur ein Ziel: schnell den Ranzen nach Hause bringen, Hausaufgaben erledigen und ab auf den Fußballplatz. Wir kickten damals noch auf Ascheplätzen, aufgeschürfte Knie gehörten quasi fest zur Ausstattung. Über die ESG 99/06 bin ich irgendwann zu Schwarz-Weiß Essen gewechselt. 1985 habe ich bei Bayer 05 Uerdingen meinen ersten Profivertrag unterschrieben. Mein Werdegang ist für die damalige Zeit als »sehr klassisch« zu bezeichnen.
Heute funktioniert es anders. Kinder landen deutlich früher in Nachwuchsleistungszentren. Für ihren großen Traum, Profifußballerin oder Profifußballer zu werden, müssen viele von ihnen ihr familiäres Zuhause verlassen und in ein Internat umziehen. Dort finden sie top Bedingungen vor, um die uns noch immer die ganze Welt beneidet: Eine moderne Infrastruktur, ein hochprofessionelles Umfeld, eine enge Verzahnung von Schule, Training und Wettkampf am Wochenende – all das zeichnet die Nachwuchsförderung im deutschen Fußball aus.
Die Kinder und Jugendlichen werden rund um die Uhr betreut – von sportlichen Leitern, Trainern, Athletikcoaches, Videoanalysten, Pädagogen, Psychologen, Ernährungsberatern und so weiter. Ihr Alltag ist durchgetaktet, vorgegeben, zum Teil minutiös verplant. Ihnen wird viel abverlangt, aber an anderer Stelle auch sehr viel abgenommen. Genau deswegen hat unser System – neben all seinen Stärken – über die Jahre auch seine Schwächen aufgezeigt. Und das wird mittlerweile auch auf dem Platz deutlich. Wir benötigen wieder das richtige Maß zwischen notwendiger Professionalität und größtmöglicher Persönlichkeitsentfaltung.
Ab dem Jahr 2000 waren wir mit diesem System sehr erfolgreich, für mehr als zehn Jahre auf einem richtig guten Weg. Mit der daraus entwickelten U17 sind wir im Jahr 2009 Europameister geworden, mit der U19 wurden wir 2008 und 2014 Europameister. Mit der U21 gelang der gleiche Erfolg in den Jahren 2009 und 2017. Und die A-Nationalmannschaft krönte all dies mit dem WM-Titel 2014 in Brasilien. Doch anstatt im Nachwuchsbereich immer weiter den Mut für notwendige Anpassungen zu haben, ruhten wir uns auf dieser Erfolgsserie aus. Wir räumten den kontinuierlichen Feinjustierungen am System nicht die notwendige Priorität ein. So haben wir über Jahre nach den immer gleichen Mustern sehr »gleichförmige« Spieler produziert, die nun im Überfluss auf unseren Fußballplätzen aktiv sind.
Wir haben heute viele Spieler, die den Ball in Perfektion zirkulieren lassen können, also diese Tiki-Taka-Typen. Aber uns fehlt es an echten Führungsspielern, die Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen können. Uns fehlen die Kreativspieler und Individualisten. Wir haben zu wenige dynamische Außenverteidiger und klassische Mittelstürmer, und unsere Spieler weisen ein Manko in Sachen Torabschluss auf. Wenn man immer nur mit stark auf die Technik fokussierten Trainern trainiert und spielt, lernt man zum Beispiel nie, wie man sich gegen einen sogenannten »Holzfäller« – also einen knallharten Verteidiger – durchsetzt.
Wir haben uns in den vergangenen Jahren zu sehr in dieses Mannschaftstaktische verliebt – und irgendwann vergessen, die rosarote Brille abzunehmen. Jeder Jugendtrainer kann heute – bewusst überspitzt gesagt – sechsundsechzig Varianten der Viererkette diskutieren. Und nach den Spielen wird analysiert, dass ein Fünfzehnjähriger einen halben Meter zu weit rechts gestanden hat, also nicht exakt auf der Position, wo er in der Theorie hingehört hätte. Wir alle haben es zugelassen – so selbstkritisch müssen wir in der Jugendarbeit sein –, dass dort teilweise junge Menschen wie Computer programmiert worden sind, ihnen taktische Systeme eingeimpft wurden, anstatt sie viel stärker mit Spaß und Freude zu besseren Fußballern zu entwickeln.
Daher habe ich beim DFB mit meiner DirektionNationalmannschaften und Akademie einen neuen Weg eingeschlagen. Wir möchten mit unseren Maßnahmen zurück an die Weltspitze. Es bedarf in unserer