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GEHEIME BASIS DES WIDERSTANDS, D’QAR
Das Leben eines Agenten für den Widerstand war voller Aufregung. Oder zumindest war das der Grund, warum Vi Moradi sich gemeldet hatte. Aufregung – und die Chance, etwas Gutes zu tun und Tyrannei zu bekämpfen. Als Vi Moradi nun vor dem Büro von General Leia Organa stand, fragte sie sich gespannt, wie wohl ihr nächster Auftrag aussehen würde. Sie hatte wieder dieses vertraute Gefühl der Ruhelosigkeit, und sie sehnte sich danach, etwas zu tun, etwas Richtiges. Auf Major Kalonias Befehl hatte sie sich die letzten paar Wochen von ihrer vorigen Mission erholt, und es juckte sie in den Fingern, nicht mehr die Einsatzberichte von Piloten entgegenzunehmen und Daten über ihre Feuerkraft und Kampffähigkeiten aus den Speichern ihrer Droiden herunterzuladen. Sie wussten, dass die Erste Ordnung da draußen war, eine vermeintlich unbesiegbare Streitmacht; brauchten sie wirklich noch Daten, um das zu bestätigen? Vi gefiel es, Außenseiter zu sein, aber das hieß nicht, dass sie ihre Erfolgschancen kennen wollte.
»Kommen Sie rein, Elster.«
Vi lächelte, als Leia sie bei ihrem Codenamen rief, dann betrat sie das improvisierte Büro und setzte sich auf eine alte rote Kiste. »Tut gut, Sie zu sehen, General.«
Wann immer Vi sich in der Gegenwart von General Organa, vormals Prinzessin Leia Organa von Alderaan, wiederfand, hatte sie das Gefühl, nach Hause zurückzukehren. Leia war eine ruhige, ebenmäßige Präsenz, mütterlich, aber gleichzeitig auch knallhart, und ganz gleich wie ernst die Lage auch war, sie schaffte es stets, jedem einzelnen Mitglied des Widerstands das Gefühl zu geben, er wäre ein Held, der den Kampf gegen ihren Feind entscheiden könnte – gegen die gefürchtete Erste Ordnung, die aus der Asche des Imperiums emporgestiegen war. Leia erwiderte Vis Lächeln, und ihre Augen funkelten.
»Ich habe eine neue Mission für Sie«, erklärte sie, wobei ihr Blick von Vi zu mehreren Holos und dann wieder zurück huschte. Anschließend presste sie die Lippen zu einer grimmigen Linie zusammen, und Vi wusste, dass ihr der neue Auftrag nicht gefallen würde. Aber das war in Ordnung; ihre letzte Mission hatte ihr schließlich auch nicht gefallen. Sie musste nicht mögen, was sie tat – sie musste es nur tun.
»Wie Sie wissen, tappen wir im Moment im Dunkeln. Wir wissen nicht, was die Erste Ordnung plant, aber es muss etwas Großes sein. Ein Angriff. Ich werde nach Takodana aufbrechen, um Informationen zu sammeln, darum wollte ich persönlich mit Ihnen sprechen und die Bedeutung Ihrer Mission unterstreichen.«
»Sie müssen mich herbestellen, nur um zu betonen, dass es wichtig ist? Ich brauche keine weitere Motivation, General. Major Kalonia hat bestätigt, dass ich wieder in Topform bin.«
Leia musterte sie weiter. »Ich hätte Ihnen keinen Vorwurf gemacht, wären Sie nach den Geschehnissen auf derAbsolution für ein paar Wochen verschwunden. Sie wurden vom Feind gefangen genommen, Vi. Gefoltert. Geschlagen. Mit Stromschlägen malträtiert. Ich habe den medizinischen Bericht gelesen. Sie können es herunterspielen, falls Sie möchten, aber so etwas verändert einen