: Anne Sanders
: Willkommen im Hotel der Herzen Ein Cornwall-Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641263805
: Das kleine Hotel
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 464
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Machen Sie Urlaub im romantischsten Hotel der Welt!

Es ist Sommer in Cornwall, doch von entspannten Stunden am Strand sind Gretchen Wilde und ihre Tochter Nettie weit entfernt! Für sie fängt nun die turbulenteste Zeit des Jahres an, denn es ist Hochsaison im »Wild at Heart«, dem kleinen Hotel auf den Klippen über dem Meer, das die beiden gemeinsam führen. Viele Paare reisen hierher, vor allem, weil sich nahe dem »Wild at Heart« ein berühmter Wallfahrtsort für alle Liebenden befindet – ein herzförmiger Felsen. Doch ausgerechnet Gretchen hat sie noch nicht wiedergefunden, die Liebe. Nettie spielt die Kupplerin – doch damit stiftet sie erst mal ein ordentliches Chaos …

Dieser Roman ist unter dem Titel »Wild at Heart – Willkommen im Hotel der Herzen« als Paperback erschienen.

Anne Sanders lebt in München und arbeitet als Autorin und Journalistin. Zu schreiben begann sie bei der »Süddeutschen Zeitung«. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren Roman »Sommer in St. Ives« dort spielen zu lassen. Dieser eroberte die Herzen der Leserinnen und wurde zum Bestseller. Auch»Mein Herz ist eine Insel« und »Sommerhaus zum Glück« waren große Erfolge.

2.

Ein Doppelzimmer, sagen Sie? Für welchen Zeitraum bitte? Ah, ich verstehe. Es tut mir leid, aber da sind wir ausgebucht. Lassen Sie mal sehen … nächste Woche wäre es eventuell möglich … Nein? Ab September … Ja, gut. Natürlich, melden Sie sich dann. Auf Wiedersehen imWild at Heart

Theo legte den Hörer des altmodischen Telefons zurück auf die Gabel und schob das in Leder gebundene Terminbuch ein Stück von sich weg. Er streckte sich. Inzwischen war es beinahe halb neun, und das Telefon mochte an diesem Morgen nicht stillstehen. Theo fragte sich, ob es wieder einmal einen Artikel über Port Magdalen gegeben hatte, von dem sie nichts wussten. Einen Bericht, in dem die Insel als »schwimmendes Schmuckstück vor der Küste Cornwalls« beschrieben wurde oder ihr Haus als »beliebtes Ziel für Romantikliebhaber«. Als hätte Port Magdalen noch mehr Publicity nötig. Das kleine Eiland, keine hundertfünfzig Meter hoch und nur 0,36 Quadratkilometer groß, wurde von Touristen überschwemmt, sobald es die Gezeiten erlaubten. Mit der Flut schwappten sie über die Hafenmauer, ließen sich den steilen Weg zur Kapelle hinauf- und wieder hinunterspülen, krallten sich unterwegs anLori’s Tearoom fest oder anGraham’s Pub, griffen wahllos nach ein paar Postkarten, bevor sie zurück aufs Festland geschwemmt wurden. Tagsüber wuselte es auf Port Magdalen wie in einem Ameisenberg, doch die wenigsten blieben über Nacht, was vor allem der Tatsache geschuldet sein dürfte, dass es nicht genügend Betten gab. Die beiden Bed& Breakfasts im Dorf verfügten über je zwei Zimmer, dasWild at Heart hatte gerade mal vier sowie eine Suite und durfte sich vermutlich nur deshalb Hotel nennen, weil es einfach immer schon so geheißen hatte. Gleichwohl änderte es nichts daran, dass die Wildes ein ganz wundervolles Haus hatten. Etwas größer und breiter und doch im typischen Cottage-Stil, mit weißer Fassade, Kassettenfenstern und grauem Schindeldach. Das Restaurant bot Platz in einem hübschen Wintergarten mit Meerblick, falls es zu zugig war für die Sonnenterrasse (was in typisch britischer Manier bedauernswerterweise öfter der Fall war). Es gab einen Windfang mit einem überdachten Schlafplatz für den Kater und eine zischende Schiebetür, die in die heimelige, von Kaminwärme erfüllte Lobby einlud.

Theo ließ den Blick über die dicken roten Teppiche schweifen, die braunen Chesterfield-Sofas, die bunten Kissen darauf. Fast immer knisterte ein Feuer in den beiden Kaminen, und wenn es Abend wurde, flackerten Kerzen auf Wandregalen und Tischen. Die vielen Bücher, die den Rest des Platzes füllten, waren seinem Sohn und seiner Enkelin zu verdanken. Christopher war ein begeisterter Leser gewesen, und Nettie hatte er ebenfalls infiziert.

Apropos Nettie. Eigentlich müsste sie bald hier auftauchen, um ihren alten Großvater am Rezeptionstresen abzulösen. Wie der seine Enkelin kannte, hatte sie bei ihrem Rundgang zu den Tieren die Zeit vergessen, sich mit Paolo, dem Esel, verquatscht oder jedes Huhn einzeln begrüßt.

Das Telefon klingelte erneut. Und Theo dachte, dass es sicher nicht an der Nachfrage lag, wenn es finanziell manchmal eng wurde bei ihnen, es hing vielmehr damit zusammen, dass sie nicht über die räumlichen Kapazitäten verfügten, um ihr gerecht zu werden.

Er räusperte sich. »Willkommen imWild-at-Heart-Hotel. Was kann die Liebe für Sie tun?«

»Musst du das wirklich immer dazusagen, Theo? Die Gäste, die unser Haus noch nicht kennen, werden denken, hier hausen Verrückte.«

»Man kann nicht früh genug damit anfangen, die Menschen mit der Wahrheit zu konfrontieren«, gab Theo leichthin zurück. Es war nich