: Benedict Jacka
: Der Meister von London Roman
: Blanvalet
: 9783641256456
: Alex Verus
: 1
: CHF 8.90
:
: Fantasy
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der schlimmste Albtraum seiner Vergangenheit kehrt zurück! Im fünften Abenteuer des Londoner Magiers Alex Verus.

In London gibt es über 30.000 Polizisten und dennoch ist die Metropole statistisch betrachtet die gefährlichste Stadt Europas. Da verwundert es nicht, dass auch Magier Opfer von Verbrechen werden, so wie die junge Lebensmagierin Anne. Doch die Entführer haben nicht mit dem Hellseher Alex Verus gerechnet. Er wird nichts unversucht lassen, um Anne zu retten. Die befindet sich inzwischen allerdings in der dunklen Domäne eines Schwarzmagiers, und dort werden sowohl Anne als auch Alex mit dem schlimmsten Albtraum ihrer Vergangenheit konfrontiert. Aber zu ihrem Glück neigen Schwarzmagier nicht nur zu Brutalität und Grausamkeit, sondern auch zu einem bemerkenswerten Mangel an Loyalität



Die Alex-Verus-Bestseller von Benedict Jacka bei Blanvalet:
1. Das Labyrinth von London
2. Das Ritual von London
3. Der Magier von London
4. Der Wächter von London
5. Der Meister von London
6. Das Rätsel von London
7. Die Mörder von London
8. Der Gefangene von London
9. Der Geist von London
10. Die Verdammten von London
11. Der Jäger von London
12. Der Retter von London

Benedict Jacka (geboren 1980) ist halb Australier und halb Armenier, wuchs aber in London auf. Er war 18 Jahre alt, als er an einem regnerischen Tag im November in der Schulbibliothek saß und anstatt Hausaufgaben zu machen, Notizen für seinen ersten Roman in sein Schulheft schrieb. Wenig später studierte er in Cambridge Philosophie und arbeitete anschließend als Lehrer, Türsteher und Angestellter im öffentlichen Dienst. Das Schreiben gab er dabei nie auf, doch bis zu seiner ersten Veröffentlichung vergingen noch sieben Jahre. Er betreibt Kampfsport und ist ein guter Tänzer. In seiner Freizeit fährt er außerdem gerne Skateboard und spielt Brettspiele.


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Der Russel Square ist einer der skurrileren Bezirke Londons. Er liegt eingepfercht zwischen der Euston Road im Norden und Holborn im Süden, und es gibt nicht genug Läden, dass der Bezirk kommerziell zu nennen wäre, und nicht genug Häuser, um ihn als reines Wohngebiet durchgehen zu lassen. Universitäten mischen sich mit Hotels, und reiche Touristen und arme Studenten drängen sich auf den belebten Straßen. Angeblich ist er »literarisch« dank der Assoziation mit der alten Bloomsbury-Verlagsgruppe , doch da man ein Millionär sein müsste, um sich in der Gegend heute ein Haus leisten zu können, bezweifle ich, dass man viele Künstler dort findet.

Bildungseinrichtungen hat der Russel Square allerdings reichlich vorzuweisen: Englischschulen für Auswanderer, Colleges für die Studenten und das British Museum für alle. Ich wollte zu einem der Colleges, einem langen, mächtigen braunbeigen Schlackenbetonblock, der sich Institute of Education nannte, und wie immer sah ich voraus in die Zukunft, hielt Ausschau nach Gefahr, während ich darauf zulief. Ich fand nichts, hatte es auch nicht erwartet, aber aus irgendeinem Grund zögerte ich vor dem Eingang. Einen Moment lang dachte ich darüber nach umzukehren, dann schüttelte ich missmutig den Kopf und ging hinein.

Ich heiße Alex Verus, und ich bin ein Wahrscheinlichkeitsmagier aka ein Wahrsager. Ich bilde einen Lehrling aus, erledige Auftragsarbeiten für andere Magier und führe einen Zauberladen in Camden, wenn ich nicht gerade anderweitig mit persönlichen Problemen beschäftigt bin oder mit Menschen, die mir etwas antun wollen wobei Letzteres häufiger vorkommt, als mir lieb ist. Mit einer Handvoll Magier und einer gewaltigen Spinne bin ich gut befreundet und weniger gut mit der magischen Regierung von Britannien, die man als den »Rat der Weißmagier« kennt. Der Rat kann mich aus zweierlei Gründen nicht leiden: Erstens glaubt man dort, dass ich ursprünglich von einem besonders fiesen Schwarzmagier namens Richard Drakh unterrichtet worden sei und als sein Lehrling diverse unerfreuliche Dinge getan hätte, und zweitens verdächtigen sie mich, dass ich vor ein paar Jahren für den Tod von zwei Weißmagiern während zweier unterschiedlicher Vorfälle verantwortlich gewesen sei. Unglücklicherweise entsprechen beide Verdächtigungen der Wahrheit.

Heute war ich jedoch nicht aus diesem Grund hier.

Wie an den meisten britischen Universitäten ist die Security am Institute of Education nicht existent. Ich lief einfach am Empfang vorbei und stieg die Treppe im großen quadratischen Aufgang mit den großen quadratischen Betonpfeilern und großen quadratischen, hässlichen Gemälden hinab. Ein Schild unten wies die Logan Hall aus, doch ich ging nicht weiter geradeaus, sondern bog nach links ab. Der Gang wurde schmaler und hatte wenige Türen und Fenster. Zu meiner Rechten hörte ich eine Stimme, aber ich lief weiter um den Raum herum, wobei ich gelegentlich kleine Treppenabsätze hinaufsteigen musste. Erst als ich die Halle umrundet hatte und auf der Rückseite ankam, blickte ich durch eine der Türen.

Es war ein gewaltiger Hörsaal mit verblassten roten Sitzen, die in halbrunden Reihen nach unten zu einem erhöhten Podium aus Holz führten. Hunderte Menschen saßen dort, doch mich interessierte nur der Mann auf dem Podium. Er stand da und hielt eine Vorlesung; die Projektionsleinwand hinter ihm zeigte »Die Europäische Integration aus historischer Perspektive«. Es war seine Stimme, die ich gehört hatte.

Ich hatte die Tür nicht geöffnet, aber im Holz befanden sich Gitterglasfenster, die mir einen guten Blick hinein gewährten, und ich stand ruhig da, beobachtete den Mann. Er sah aus wie Mitte fünfzig, seine Haltung war gebeugt, und die Haare waren fast vollständig silbrig weiß. Auf den ersten Blick waren wir einander nicht besonders ähnlich, aber etwas in seinen Zügen g