: Sophie Oliver
: Grandhotel Schwarzenberg - Der Beginn einer neuen Zeit
: beHEARTBEAT
: 9783732568895
: Bad Reichenhall Saga - Die Geschichte einer Familiendynastie
: 1
: CHF 7.10
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 325
: Wasserzeichen
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: ePUB

Bad Reichenhall, 1928. Die goldenen Zwanziger halten Einzug in dem mondänen Kurort und die Schwarzenbergs gehören mittlerweile zu den angesehensten Hoteliers-Familien der Stadt. Karl verwirklicht seinen Traum und eröffnet ein eigenes kleines Berghotel. Und auch ein weiterer Traum geht in Erfüllung: Er findet endlich seine große Liebe. Doch die Wahl seiner Verlobten stellt Anna auf eine harte Probe. Ist Karl blind vor Liebe?

Und nicht nur innerhalb der Familie gibt es Probleme: Der Krieg wirft seine Schatten voraus. Die Nationalsozialisten bestimmen mehr und mehr das öffentliche Leben. Werden die Schwarzenbergs diese schicksalhafte Zeit überstehen?

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<p>Geboren und aufgewachsen in Bayern, verließ Sophie Oliver nach dem Abitur ihre Heimat, um zu studieren und die Welt zu erkunden. Mittlerweile ist sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und lebt mit Familie und Hund auf dem Land. Sophie liebt die bunte Vielfalt, Schräges genauso wie Schönes sowie »all things British«. Ihre Lebensneugierde drückt sie in ihren Romanen und Kurzgeschichten aus, wobei sie sich darüber freut, in verschiedenen Genres schreiben zu dürfen.</p>

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Bad Reichenhall, Dezember 1928

Montag, den 31. Dezember 1928

Große Sylvesterfeier im Berghotel auf dem Predigtstuhl

Es spielt die in München bekannte, rassige, 5 Mann starke Jazzband

Jolly College Boys

Unter dieser Ankündigung imGrenzboten und imBadeblatt stand fett gedruckt das Wort »Stimmung«, mit einem Ausrufezeichen, und dahinter die Zeiten für die Sonder-Berg- und Talfahrten der Seilbahn in der Silvesternacht und am darauffolgenden Morgen. Ein Tisch im Bergrestaurant konnte unter der Telefonnummer 80 reserviert werden, die Platzkarten für die Gondel unter der 152.

Neben der Anzeige machten zahlreiche Plakate in der Stadt Reklame für die Veranstaltung. Was im Nachhinein nicht nötig gewesen wäre, denn alle vorhandenen Plätze waren innerhalb weniger Tage reserviert.

Seitdem die Predigtstuhlbahn am ersten Juli ihren Betrieb aufgenommen hatte, ruhten die Hoffnungen der Hoteliers und Gastronomen auf der Großkabinenseilbahn. Würde sie für den dringend benötigten Aufschwung sorgen? Das anspruchsvolle und vor allem zahlungskräftige Publikum wiederbringen, das sich vor dem großen Krieg Saison für Saison ein Stelldichein im vormals Königlich Bayerischen Staatsbad gegeben hatte? Kurdirektor Thomas Fischer und Michael Schwarzenberg, die den Bau der Bahn in die Wege geleitet hatten, hofften auf eine neue Art von Gästen, auf Sportler, Wanderer und Naturfreunde. Und der Lobgesang, den die Weltpresse auf die ebenso sichere wie rasche Beförderung den Predigtstuhl hinauf angestimmt hatte, schenkte den Bad Reichenhallern Hoffnung. Am meisten vermutlich Karl Achleitner, dem Betreiber des Berghotels, der ordentlich investiert hatte und für den es um nicht mehr und nicht weniger als die berufliche Existenz ging.

Anna Schwarzenberg trat aus dem Badezimmer und vor ihren Mann Michael. Sie trug ein bordeauxrotes Abendkleid, dessen Saum vorn bis zum Knie reichte und sich nach hinten verlängerte. Es war hochgeschlossen, mit einer