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2 GOTTES TRAUM FÜR UNS
Der Wille Gottes ist immer etwas Größeres, als wir erwarten.
Jim Elliot
Und ich bete, dass Christus durch den Glauben immer mehr in euren Herzen wohnt und ihr in der Liebe Gottes fest verwurzelt und gegründet seid. So könnt ihr mit allen Gläubigen ihr ganzes Ausmaß erfassen, die Breite, Länge, Höhe und Tiefe. Und ihr könnt auch die Liebe erkennen, die Christus zu uns hat; eine Liebe, die größer ist, als ihr je begreifen werdet. Dadurch wird euch der Reichtum Gottes immer mehr erfüllen.
Epheser 3,17-19
Weißt du, dass du für Großes geschaffen wurdest? Ich habe im ersten Kapitel davon erzählt, wie ich schon fast immer geahnt habe, dass mein Leben einen Sinn erfüllen soll. Dass ich nicht nur für mich lebe. Dass da eine Berufung auf mir liegt. Wie geht es dir mit diesem Gedanken? Weißt du, dass du berufen bist? Weißt du, wofür?
Dass unser Leben erfüllt sein soll und dass es gut ist, wenn man seinen Träumen nachgeht – das wissen auch diejenigen, die Jesus nicht kennen. Keiner ist happy, wenn er einen Job macht, der ihm überhaupt nicht entspricht. Keiner fühlt sich zufrieden, wenn er gezwungen wird, einen Weg einzuschlagen, der überhaupt nicht zu ihm passt.
Ich bin mit dem Verständnis aufgewachsen, dass es erst mal weniger darum geht, ob dir gefällt, was du machst – Hauptsache es ist etwas »Anständiges«, bringt Sicherheit und Einkommen. Mein Weg auf die Bibelschule mit einem in Deutschland nicht anerkannten Studium ging da ganz stark gegen den Strom. Ich bin dankbar, dass es mir trotzdem ermöglicht wurde, aber so richtig verstanden wurde es nicht.
Vielleicht geht es dir ähnlich. Wenn wir anfangen, Gottes Traum für unser Leben zu erahnen, dann stoßen wir früher oder später auf Gegenwind. Oder gut gemeinte, vernünftige Ratschläge. Aber meistens ist an dem Weg, den Gott vorgibt, erstmal nichts vernünftig oder sicher. Im Gegenteil: Es ist ein Schritt raus aufs Wasser. Es ist Plan A ohne Plan B. Es ist ohne Netz und doppelten Boden.
Gottes größter Traum
Gottes größte Sehnsucht ist immer Beziehung mit uns. Er will uns nahe sein und einen Herzensaustausch mit uns haben. Es geht ihm nicht primär darum, dass wir die Welt verändern, sondern er will, dass wir ihn kennenlernen und lieben. Und dann auf dem Boden dieser Beziehung in unsere Berufung hineinwachsen. Doch wir satteln das Pferd leider oft von der falschen Seite auf.
Der Konflikt zwischen Maria und Marta in Lukas 10 zeigt wunderbar auf, worum es wirklich geht, bzw. wo wir häufig falsch liegen. Maria sitzt zu den Füßen Jesu und will ihm nahe sein. Deshalb hilft sie ihrer Schwester Marta nicht dabei, die Gäste zu bewirten. Das war gesellschaftlich damals ein absolutes Unding. Selbst heute würden wir wahrscheinlich die Nase über so ein Verhalten rümpfen. Marta beschwert sich dann bei Jesus darüber, dass ihre Schwester nicht mithilft. Interessanterweise spricht sie ihn direkt an – so ein Umgang zwischen Männern und Frauen war zu jenen Zeiten eigentlich nicht erlaubt. Frauen mussten sich zurückhalten und wurden in einem Raum voller Männer ignoriert. Umso bedeutsamer, dass Marta sich frei genug fühlte, Jesus direkt anzusprechen, noch dazu mit einer Forderung. Was viele nicht wissen oder gerne übersehen: Jesus war und ist bis heute derjenige, der sich am meisten und am erfolgreichsten für die Rechte der Frauen eingesetzt hat!
Wie reagiert Jesus also nun? Er sagt: »Meine liebe Marta, du sorgst dich um so viele Kleinigkeiten! Im Grunde ist doch nur eines wirklich wichtig. Maria hat erkannt, was das ist – und ich werde es ihr nicht nehmen« (Lukas 10,41-42).
Jesus sagt hier ganz klar, was für uns Menschen das absolut Wichtigste im Leben ist: Es ist nicht die Erfüllung unserer Träume, es ist nicht ein volles Bankkonto, es ist nicht Ansehen und Beliebtheit – es ist die Erkenntnis, dass Jesus unse