: Katja Montejano
: Vikings - Vergangene Zeiten
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962153496
: 1
: CHF 2.70
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: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 238
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eines Nachts besucht der mysteriöse »Hütchenmann« die todkranke Aurora und bietet ihr einen teuflischen Deal an. Er stellt drei besondere Hütchen vor ihr auf. Unter jedem befindet sich ein früheres Leben Auroras - aber der Pakt ist tückisch: Nur in einem jener Leben aus fernen Zeiten wird sie länger als ein Jahr überleben. Wenn Aurora nicht mitspielt und keines der Hütchen wählt, wird sie am nächsten Morgen sterben. Da Aurora nichts mehr zu verlieren hat, geht sie auf den Deal ein und verliert das Bewusstsein. Völlig verwirrt wacht sie im Jahre 868 auf einer verlassenen Insel neben einem attraktiven, schwer verletzten Wikingerkrieger namens Rodmar auf, den sie nur dank ihrer neuen Gabe als Heilerin vor dem Tod retten kann. Zwischen beiden entbrennt eine leidenschaftliche Liebe, die sie atemlos macht - und dann finden sie sich plötzlich in einem gefährlichen Abenteuer wieder! Jetzt geht es um mehr als um Lust, um mehr als die Rückkehr in Rodmars Heimat und um mehr als ihre Liebe: Es geht ums nackte Überleben ...

Prolog


Florenz – Gegenwart

»Willst du leben oder sterben?«, fragte eine tiefe, raue Stimme. Aurora, die als einzige Patientin im stickigen Krankenhauszimmer lag, schlug die Augen auf und registrierte, wie das Dämmerlicht ihrer Nachttischlampe seltsam flackerte. Die Schmerzen in ihrem Körper waren kaum auszuhalten. Jede kleinste Bewegung war eine Qual.

»Aurora, hörst du mich? Wach auf, wir haben nicht viel Zeit.«

»Wer sind Sie?«, flüsterte Aurora schlaftrunken und hörte ein metallenes Rasseln. Auf einmal trat eine Gestalt mit unklaren Umrissen in ihr vernebeltes Blickfeld. Wer zum Henker war das? Seit Wochen hatte sie niemand mehr besucht, und jetzt musste es mitten in der Nacht sein?

»Ich bin der Hütchenmann, aber das ist im Moment nicht so wichtig. Wir müssen dringend reden. Meine Zeit ist begrenzt«, erklärte der Unbekannte.

Aurora rieb sich die Augen. Fassungslos starrte sie auf den hageren Mann im dunklen Anzug. Die goldenen Manschettenknöpfe hatten die Form von Totenköpfen, und seine silberweißen Haare hatte er zu einem kurzen Pferdeschwanz zusammengebunden. Er trug ein anthrazitschwarzes Hemd mit einer orangefarbenen, gemusterten Krawatte, auf der ein paar schwarze Teufelchen mit Mistgabeln tanzten. Ein seltsamer Geruch drang in Auroras Nase. Eine Mischung aus süßem Tabak und Thymian. Angeekelt registrierte sie, wie der Fremde in seiner geschwollenen, übergroßen Warzennase bohrte, als hätte sich eine Spinne darin verkrochen, die er herausziehen wollte. Aurora verzog angewidert eine Grimasse. Igitt! Was machte der Kerl da bloß? Ihr fiel auf, dass an seiner Stirn ein blutverschmiertes Pflaster herunterhing, das eine tiefe Schramme offenbarte. Anscheinend störte ihn das weniger als der Dreck in seiner Vogelnase. Die ebenfalls geschwollenen, blau umrandeten Augen des Mannes waren schwarz und schienen keine Iris zu haben. Sein rechter Arm lag in einer Schlinge. Der Hütchenmann stand neben dem Beistelltisch, wippte mit dem Fuß auf und ab und trank Auroras Kamillentee in einem Zuge aus. Dann warf er die Tasse in die Luft. Es war, als würde sich die Zeit in Slowmotion ausdehnen. Die Porzellantasse landete in Zeitlupe auf dem Boden, ohne zu zerbrechen.

»Verflucht noch mal! Wer zum Teufel sind Sie? Ein Patient? Hatten Sie einen Unfall, oder wurden Sie etwa verprügelt?« Aurora suchte nach dem Dosierknopf für das Morphium. Das Einstichloch der Kanüle in ihrem Arm schmerzte genau so wie ihr gesamter Körper.

»Ähm, ich würde es als Arbeitsunfall abhaken. Mein Job ist kompliziert und gefährlich. Da passieren oft unvorhersehbare Dinge, die man ausbügeln muss. Einen richtigen Namen, so wie mein Onkel, der Todesengel Aszrael, habe ich nicht. Nenn mich Magier oder Hütchenmann. Wisse, dass ich über Fähigkeiten verfüge, die du dir nicht mal in deinen kühnsten Träumen vorstellen kannst.« Er räusperte sich und kräuselte die Lippen. »Kurz gesagt, ich bin kein Engel und will nicht so genannt werden. Was ich bin, spielt für dich keine Rolle, denn ich bin nur hier, um dir zu helfen. Hör zu, wir haben nur ein paar Minuten Zeit. Also fangen wir doch gleich an.« Er fischte drei goldene Hütchen aus seinem metallenen Koffer und reihte diese auf dem Beistelltisch auf.

»Du hast Darmkrebs im Endstadium, richtig?« Seine Stimme klang jetzt so monoton, als würde e