: Elaine Winter
: Modehaus Haynbach - Tage voller Hoffnung
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732570614
: Die Geschichte der Familie Haynbach
: 1
: CHF 0.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Süddeutschland, 1922: Die junge Näherin Claire verliebt sich in den adligen Helmut von Haynbach. Zunächst treffen sich die beiden nur heimlich, denn seit Langem steht fest, dass er Hilda von Bilgenstein heiraten soll. Doch ihre Gefühle werden immer stärker und Helmut beschließt, die Verlobung mit Hilda zu lösen. Gegen den Willen seiner Familie heiraten Claire und Helmut - und das junge Glück wird auf eine harte Probe gestellt: Die von Haynbachs verstoßen ihren Sohn und seine nicht standesgemäße Ehefrau. Das junge Paar weiß nicht wohin und die Geburt des ersten Kindes rückt näher. Verzweifelt muss Claire erkennen, dass ihr geliebter Mann trotz aller Bemühungen seinen Schwur nicht einhalten kann, die kleine Familie zu ernähren. Niemand traut dem Sohn eines Grafen harte Arbeit zu. Wird die Liebe der beiden diese schwere Zeit überstehen?

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<p><strong>Elai e Winter</strong>ist ein Pseudonym der Autorin Ira Severin, die schon als Kind gerne Geschichten erfunden hat. Sie studierte Germanistik und Anglistik, probierte sich in verschiedenen Jobs in der Medienbranche aus und kehrte bald zum Geschichten erfinden zurück. Inzwischen ist sie seit mehr als zwanzig Jahren Autorin und hat den Spaß am Erdenken schicksalhafter Wendungen und romantischer Begegnungen bis heute nicht verloren. Sie schreibt auch unter dem Pseudonym Luisa von Kamecke.</p><p>&l ;br></p><p>< br></p><p>< r></p>

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Herrenhaus Bilgenstein, Ende März 1922

»Hast du ihren heimtückischen Blick gesehen?« Magda machte sich nicht die Mühe, ihre Stimme zu senken, während sie nach der Blechkanne griff, um sich Kaffee einzugießen. Natürlich war es kein echter Bohnenkaffee. Dieser war knapp vier Jahre nach Ende des Krieges immer noch viel zu teuer, um ihn den Dienstboten zuzugestehen. Als Kaffee-Ersatz bekamen sie ein Gebräu aus gerösteten Getreidekörnern und Zichorienwurzeln, das sie »Muckefuck« nannten. Eine große Blechkanne davon stand in der Gesindestube stets auf der Ofenplatte.

Claire tat, als hätte sie nichts gehört, und beugte sich tiefer über ihre Arbeit, damit die beiden Frauen ihre brennenden Wangen nicht bemerkten.

»Ich finde, sie guckt … normal.« Die Stimme des Stubenmädchens, dessen Namen Claire nicht kannte, klang unbehaglich. Offenbar hatte sie wenigstens ein schlechtes Gewissen, in Gegenwart der Fremden schlecht über sie zu reden.

»Sie istFranzösin!«, schnaubte die Zofe der Baroness Hilda von Bilgenstein. »Ich begreife nicht, wie die Gnädigste zulassen konnte, dassErbfeinde ins Haus kommen. Aus ihrer Verwandtschaft mag ja im Krieg niemand von den Franzosen umgebracht worden sein, aber es gibt Familien, die haben zwei oder drei Söhne verloren. Dahingemetzelt vonFranzmännern!« Magda wurde immer lauter.

»Das waren ja nicht nur die Franzosen«, versuchte das Stubenmädchen, sie zu beruhigen. »Ich hab gehört, dass der gnädige Herr die französische Schneiderin nicht gern im Haus haben wollte. Der Baron hat gesagt, er findet das nicht gut, wegen Elsass-Lothringen und so. Aber die Gnädigste hat sich auf die Seite i