: Elaine Winter
: Modehaus Haynbach - Schicksalhafte Jahre
: beHEARTBEAT
: 9783732570621
: Die Geschichte der Familie Haynbach
: 1
: CHF 7.10
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

München, 1945: Claire kehrt kurz nach Kriegsende mit ihren beiden Töchtern Viktoria und Mabelle in die Villa Rabenfels zurück. Das Herrenhaus steht noch, doch die Näherei liegt in Schutt und Asche. Die Familie steht vor dem Nichts: Helmut ist im Krieg gefallen, Richard wird noch vermisst, und die einzige Einnahmequelle ist zerstört. Claire verfällt in eine tiefe Depression, und die ganze Verantwortung liegt nun auf Viktorias Schultern. Da erinnert sich Viktoria an ihr Talent, elegante, außergewöhnliche Kleider zu entwerfen. Tatsächlich gelingt es ihr, ihre Familie mit dem Verkauf handgefertigter Modellkleider zu ernähren.

In diesen schweren Zeiten trifft die junge Frau auf einen Kriegsrückkehrer, der hungrig und einsam durch die Stadt irrt. Sie nimmt ihn mit nach Rabenfels. Schon bald merkt Viktoria, dass sie Gefühle für den mysteriösen Fremden entwickelt hat, doch dieser verlässt die Villa nach einer gemeinsam verbrachten Gewitternacht. Wird sie ihn jemals wiedersehen?

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<p><strong>Elai e Winter</strong>ist ein Pseudonym der Autorin Ira Severin, die schon als Kind gerne Geschichten erfunden hat. Sie studierte Germanistik und Anglistik, probierte sich in verschiedenen Jobs in der Medienbranche aus und kehrte bald zum Geschichten erfinden zurück. Inzwischen ist sie seit mehr als zwanzig Jahren Autorin und hat den Spaß am Erdenken schicksalhafter Wendungen und romantischer Begegnungen bis heute nicht verloren.Sie schreibt auch unter dem Pseudonym Luisa von Kamecke.</p><p>&l ;br></p>

2


Villa Rabenfels, Juni 1945

Nach fast zwölfstündigem Fußmarsch, unterbrochen nur von drei kurzen Pausen unter tropfenden Straßenbäumen, erreichten sie den See. Mittlerweile war es so dunkel, dass man kaum die Hand vor Augen sehen konnte. Es gab keinen Mond und keine Sterne, nur einen tiefschwarzen Himmel, aus dem der Regen mit gleichmäßigem Rauschen auf sie herabfiel.

Claire war so müde, dass sie sich am liebsten am Straßenrand zusammengerollt hätte. Sie wollte einfach nur schlafen und nie wieder aufwachen. Dieses Gefühl verfolgte sie seit Monaten, und an diesem Abend war es besonders stark.

»Könnt ihr sehen, ob es noch da ist? Bitte, bitte, lass unser Haus noch stehen!« Die helle, aufgeregte Stimme ihrer Jüngsten drang durch die Nebel in ihrem Kopf nur langsam in ihr Bewusstsein vor. Sie bemerkte, dass der Weg unter ihren Füßen aufwärts führte, und blieb stehen.

»Komm, Mama. Wir sind gleich da.« Viktoria zog an ihrem Arm, sodass sie sich widerwillig in Bewegung setzen musste.

»Ich kann immer noch nichts erkennen«, jammerte Mabelle. »Wenn es nur nicht so dunkel wäre.«

»Wir sind gleich da«, wiederholte Viktoria, um sie zu beruhigen. »Ich bin nicht sicher, aber das da oben sieht aus wie dunkle Mauern. Wie unser Haus.«

Mabelle stieß einen Jubelschrei aus und stürmte fast im Laufschritt den Hügel hinauf. Woher nur nahm sie nach dem Gewaltmarsch noch die Kraft dazu? Normalerweise mochte es ihre schöne, zarte Jüngste eher bequem. Selbst Spaziergänge bei schönem Wetter durften nicht zu weit sein. Ganz anders als ihre Schwester, die fast den ganzen Tag in Bewegung war und niemals müde zu werden schien. Ohne Viktoria, die sie ständig angetrieben und ermutigt hatte, wären sie jetzt wahrscheinlich nicht einmal in der Nähe des Sees. Was sie selbst anging, hätte sie sich ohne Viktorias Drän