: Ole Hansen, Silke Jensen, Andreas Schmidt, Christiane Martini
: Morden im Norden: Vier Krimis in einem eBook 'Jeremias Voss und die Tote vom Fischmarkt' von Ole Hansen, 'Sylt - Tödliche Insel' von Silke Jensen, 'Tod mit Meerblick' von Andreas Schmidt und 'Tote Oma mit Schuss' von Christiane Martini
: dotbooks
: 9783966551977
: 1
: CHF 8.90
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 971
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eiskalt und mörderisch spannend: Willkommen am Tatort Deutschland! Der Krimi-Sammelband »Morden im Norden« jetzt als eBook bei dotbooks. Vier Fälle, vier Ermittler, vier Mal Hochspannung pur: Die junge Frau aus bester Familie weiß, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet - und beschließt, dass ihr nahender Tod nicht ungesühnt bleiben darf ... Ein Arzt will eigentlich nur seinen Urlaub an einem der schönsten Orte Deutschlands genießen - doch aus den Ferien wird schnell ein Kampf ums Überleben ... Eine junge Kriminalkommissarin ermittelt in einem scheinbar glasklaren, harmlosen Fall - und wird misstrauisch, als ihr plötzlich von höherer Instanz Steine in den Weg gelegt werden ... Der Provinzpolizist dachte, dass Falschparken das schlimmste Verbrechen in seinem Revier sei - bis die ersten Toten gefunden werden ... In diesem Sammelband finden Sie die Bestseller »Jeremias Voss und die Tote vom Fischmarkt« von Ole Hansen, »Sylt - Tödliche Insel« von Silke Jensen, »Tod mit Meerblick« von Andreas Schmidt und »Tote Oma mit Schuss« von Christiane Martini. Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der Krimi-Sammelband »Morden im Norden«. Wer liest, hat mehr vom Leben! dotbooks - der eBook-Verlag.

Ole Hansen, geboren in Wedel, ist das Pseudonym des Autors Dr. Dr. (COU) Herbert W. Rhein. Er trat nach einer Ausbildung zum Feinmechaniker in die Bundeswehr ein. Dort diente er 30 Jahre als Luftwaffenoffizier und arbeitete unter anderem als Lehrer und Vertreter des Verteidigungsministers in den USA. Neben seiner Tätigkeit als Soldat studierte er Chinesisch, Arabisch und das Schreiben, sowie Umweltwissenschaften und Geschichte, wobei er seine beiden Doktortitel erlangte. Nachdem er aus dem aktiven Dienst als Oberstleutnant ausschied, widmete er sich ganz seiner Tätigkeit als Autor. Dabei faszinierte ihn vor allem die Forensik - ein Themengebiet, in dem er durch intensive Studien zum ausgewiesenen Experten wurde. Heute wohnt der Autor an der Ostsee. Von Ole Hansen sind bei dotbooks bereits die folgenden Serien und Einzelromane erschienen: Seine Reihe um den Privatdetektiv JEREMIAS VOSS umfasst aktuell 11 Bände, beginnend mit »Jeremias Voss und die Tote vom Fischmarkt«. In seiner zweiten Serie um MARTEN HENDRIKSEN, Privatdetektiv und Rechtsmediziner mit Leichenallergie, sind bisher sechs Romane erschienen, beginnend mit dem ersten Fall »Hendriksen und der mörderische Zufall«. Ex-BND-Agent ARNE CLAASEN ermittelt bisher in drei Fällen in der Hamburger Abteilung für Cold Cases, beginnend mit »Arne Claasen und die vergessenen Toten«. CLAASEN& HENDRIKSEN klären gemeinsam die brisantesten Verbrechen Hamburgs, beginnend mit ihrem ersten gemeinsamen Fall »Die Tote von Pier 17«. Weitere Bände sind in Vorbereitung. Einige seiner Kriminalromane sind auch in Sammelbänden erschienen. In seiner vierbändige Thriller-Serie »Der Journalist« deckt Investigativjournalist Tom Porter auf der ganzen Welt Intrigen in den höchsten Rängen der Politik auf. Außerdem erschienen seine Thriller »Die Libyen-Verschwörung« und »Die Akte Panama«. Unter seinem Klarnamen Herbert Rhein veröffentlichte der Autor bei dotbooks auch die folgenden eBooks: »Todesart: Nicht natürlich. Gerichtsmediziner im Kampf gegen das Verbrechen.« »Todesart: Nicht natürlich. Mit Mikroskop und Skalpell auf Verbrecherjagd.« Als Hörbuch bei AUDIOBUCH und Thalia sind außerdem verfügbar: »Jeremias Voss« Band 1& 2 »Marten Hendriksen« Band 1 - 5 »Claasen& Hendrksen« Band 1& 2 Folgende Bücher von Ole Hansen sind auch als Printausgabe erhältlich: »Jeremias Voss und die Tote vom Fischmarkt. Der erste Fall« »Jeremias Voss und der tote Hengst. Der zweite Fall« »Hendriksen und der mörderische Zufall.«

Kapitel 2


Jeremias Voss hatte sich im Invalidensessel (wie er seinen Bürosessel nannte) niedergelassen und die Beine auf den Tisch des Schreibtischs gelegt. Der Sessel war ein Unikat, von ihm und seinem Ergotherapeuten entwickelt und von einem Möbeltischler nach Maß gefertigt. Es war bei Weitem das teuerste Stück in seinem Büro. Die Ausgabe hatte sich jedoch gelohnt, denn er konnte stundenlang darin sitzen, ohne Rückenschmerzen zu bekommen. Eigentlich war sein verletztes Rückgrat nicht die beste Voraussetzung für den Beruf eines Privatdetektivs, doch es war das, was er am liebsten machte und wofür er geboren zu sein schien. Außerdem hatte er durch seinen ursprünglichen Beruf viel Erfahrung für diese Tätigkeit gesammelt.

Die Arbeit eines Privatdetektivs sah anders aus, als sie in Hollywood-Filmen gezeigt wurde. Verfolgungsjagden, Schießereien und Prügelorgien gab es nicht, jedenfalls nicht bei seinen Ermittlungen. Die Pistole hatte er in den letzten fünf Jahren nicht ein einziges Mal benutzt. Seine Aufgabe bestand im Wesentlichen aus Nachdenken, Recherchieren, Kombinieren und Beobachten, und das ging auch mit einer angeschlagenen Wirbelsäule. Seine Rückenverletzung war der Grund gewesen, warum er Privatdetektiv geworden war. Ursprünglich hatte er als Hubschrauberpilot in der Antiterroreinheit des Bundes, der GSG 9, gedient. Bei einer geheimen Geiselbefreiung war er mit dem Hubschrauber abgestürzt und hatte sich etliche Wirbel gestaucht. Er hatte großes Glück gehabt, denn sein Kopilot war bei dem Absturz ums Leben gekommen. Das ins Cockpit hineingeschleuderte Stück eines Rotorblatts hatte ihn regelrecht geköpft.

Nach monatelangem Krankenhausaufenthalt und verschiedenen Rehabilitationsmaßnahmen hatte man ihn wieder dienstfähig geschrieben, aber nur für Innendienstaufgaben. Jedoch war der Innenminister so fair gewesen, ihm eine Frühpensionierung aus gesundheitlichen Gründen anzubieten. Diese Möglichkeit hatte er ergriffen, denn hinter einem Schreibtisch zu versauern, wäre eine Katastrophe für ihn gewesen. Lange hatte er überlegt, was er in seinem Zustand machen könnte, bis ihn ein Inserat in der Zeitung darauf brachte, ein Büro für private Ermittlungen aufzumachen. Zunächst hatte er mehr an Wirtschaftskriminalität gedacht, was bei einer Hafenstadt auch Sinn ergab, doch schnell hatte sich daraus eine Ermittlungstätigkeit für verschiedenartigste Fälle entwickelt. Außer dem Nachspüren untreuer Ehemänner oder Lebenspartnerinnen machte er alles, was ihn interessierte. Dank seiner Erfolge konnte er es sich leisten, wählerisch zu sein. Inzwischen gehörte er zu den teuersten, aber auch erfolgreichsten Privatdetektiven der Hansestadt.

Voss hatte die Augen geschlossen und dachte nach, wobei er unwillkürlich lächelte. Dies war wohl der ungewöhnlichste und makaberste Fall, der ihm bisher untergekommen war.

Zunächst versuchte er, einen Überblick über die Fakten zu gewinnen. Da war zum Beispiel die Familie der Toten. Er hatte schnell herausgefunden, dass die Beermanns die Besitzer der FirmaHerrenausstatter Beermann mit Hauptsitz in den Großen Bleichen waren. Sie wurde bereits in der sechsten Generation von einem Beermann geführt. Der jetzige Besitzer hieß Gustav Beermann. Er besaß mehrere Filialen in Hamburg und Berlin, war angesehenes Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, Mitglied in verschiedenen exklusiven Klubs und Diakon in der Herz-Jesu-Kirche. Die Mitglieder dieser Freikirche verstanden sich als bibeltreue Christen. Wie Voss aus dem Internet erfahren hatte, war Gustav Beermann mit der Tochter eines Bankiers verheiratet, dessen Familie ebenfalls seit Generationen zur Hamburger Hautevolee gehörte. Es gab zwei Kinder, Veronica und Sonja.

Über die Töchter hatte Voss nichts Nennenswertes herausgefunden. Die Tote war nicht in sozialen Netzwerken vertreten gewesen, hatte keine Blogs geschrieben und auch keine Homepage angelegt. Trotzdem hatte er das Gefühl, den Namen Veronica Beermann schon einmal gehört zu haben, aber auch intensives Nachdenken hatte ihm bisher nicht weitergeholfen.

Seine Nachforschungen über die Neureiche mit dem russischen Namen waren ebenfalls ergebnislos geblieben, was allerdings daran liegen mochte, dass er sich nicht sicher war, wie der Name geschrieben wurde. Wo also mit den Ermittlungen beginnen? Die einzige Möglichkeit, etwas über die Tote zu erfahren, war ihre Schwester Sonja. Alle anderen Familienmitglieder schieden aus, weil Veronica ihm das ausdrücklich untersagt hatte. Warum sie das getan hatte, blieb ein Rätsel, das es zu lösen galt. Vielleicht konnte die Schwester ihm dabei helfen.

»Chef, geht Ihnen das nicht auf die Nerven?«

Voss fuhr hoch. »Was?«, fragte er verschlafen. Er schüttelte den Kopf, um wach zu werden. »Ich muss doch tatsächlich eingenickt sein.«

»Eingenickt – dass ich nicht lache. Sie haben fest geschlafen und mit ihrem scheußlichen Hund um die Wette geschnarcht, und zwar so laut, dass selbst die geschlossene Tür den Krach nicht gedämpft hat. Was macht denn das für einen Eindruck, wenn ein Besucher kommt?«

»Jetzt ist Mittagszeit, da kommt keiner.«

»Mittagszeit? Sehen Sie mal auf die Uhr. Es ist fast Feierabend.«

Voss blickte auf die Funkuhr, die über der Tür hing. Die Zeiger zeigten zehn nach vier. Ungläubig sah er auf die Uhr auf seinem Schreibtisch. Es stimmte tatsächlich.

»Das gibt’s doch nicht. Ich muss ja über drei Stunden geschlafen haben. Und die ganze Zeit habe ich …«

»Nicht Sie, sondern sie beide haben geschnarcht, dass die Wände vibrierten«, unterbrach ihn seine Assistentin und sah Nero vorwurfsvoll an. Der reagierte auf den bösen Blick nur mit einem gelangweilten Gähnen. Er schüttelte zweimal seinen gewaltigen Kopf, grunzte ausgiebig und ließ ihn wieder auf die Pfoten sinken. Wenige Augenblicke später fuhr er mit dem Schnarchen fort.

»Ich hätte Sie ja bis morgen durchschlafen lassen, wenn nicht gleich eine Besucherin käme.«

»Eine Besucherin? Jetzt noch? Wer ist es?«

»Sonja Beermann. Sie kommt in zwanzig Minuten. Sie sollten sich bis dahin etwas frisch machen, Chef.«

»Sonja Beermann! Das muss Gedankenübertragung sein, denn gerade sie wollte ich sprechen. Es gibt schon Zufälle im Leben.«

»Von wegen Zufälle, Chef. Der Zufall heißt Vera und ist Assistentin bei einem verschlafenen Privatdetektiv.«

»Sie – woher wussten Sie, dass ich gerade diese Dame als Erstes sprechen wollte?«

»Chef, wie lange bin ich nun schon bei Ihnen? Da sollten Sie doch wissen, dass ich langsam Ihre Gedanken lesen kann. Außerdem habe ich mir den Brief von Veronica Beermann von Ihrem Schreibtisch geholt und gründlich durchgelesen. Danach war es doch klar, dass Sie mit Sonja Beermann sprechen mussten, um mehr über den Fall zu erfahren. Al