: Bernd Zienicke
: Mondscheinduft Ein Kampf gegen Angst und Hoffnungslosigkeit
: R.G. Fischer Verlag
: 9783830196228
: 1
: CHF 14.40
:
: Erzählende Literatur
: German
: 480
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Onkel Hans ist ein Verlierer, die schöne Carlotta verbrennt sich im Drogen­rausch das halbe Gesicht. Winnie, der Spieler, kommt von seiner Sucht nicht los. Sie treffen sich durch Zufall und erhalten von einem mysteriös aussehenden Mann je elf Tabletten gegen Depressionen mit dem Hinweis auf Nebenwirkungen bei Vollmond. Alles ist gut. Bei Vollmond be­­ginnt die Kata­strophe. Schlimme Alb­­träume nehmen ihnen die Fähigkeit, zwischen Traum und Wirklich­keit zu unterscheiden. Im gemeinsamen Traum sollen sie den schwarzen König, der das schwarze Pferd mit der schwarzen Königin führt, im Licht des Vollmondes finden. Dies führt sie zu den drei Türen, durch die sie gehen müssen, um endlich von den Qualen der Depressionen befreit zu sein.

Bernd Zienicke ist 1947 in Potsdam-Babelsberg geboren, hat Dachdecker und Elektromechaniker gelernt und Elektrotechnik/Elektronik studiert. Nachdem er bereits in den Achtzigerjahren für drei Zeitungen Cartoons gezeichnet hat, verfasste er viele lustige Kurzgeschichten und Gedichte für größere Feiern und Anlässe. 1992 absolvierte er eine Ausbildung zum Computer- und Kopiertechniker. Nach zwei Jahren in diesem Job ging er zahlreichen anderen Tätigkeiten nach. Fast drei Jahre war er in Wiesbaden als Bauleiter bei den Amerikanern. Seit 2012 ist er im Ruhestand und betreibt ein Atelier in Stahnsdorf.

Winnie gewinnt auf dem Pokerturnier und aktiviert seine zweifelhaften Geschäfte


Der nächste Tag war nicht sehr gut gestartet. Die Nacht auf dem Klo im Hof seiner Schwester Suse war kalt, nicht empfehlenswert, auch nicht für Extremsportler und Abenteurer.

Sein Arbeitstag begann holprig, da er in Eile nach Hause lief, um sich frisch zu machen und dann schleunigst zur Arbeit zu fahren. Die Dienstbesprechung in der Geschäftsleitung hat er mal wieder verpasst. Doch das ist ihm egal, schlimmer wäre es, die am Tisch würden wissen, wo er die Nacht verbracht hat.

Wieder steckt er voller Sorge, die eigentlich keine Sorge ist. Eckbert hat ihm ganz so nebenbei gesteckt, dass übernächste Woche in Berlin ein Pokerturnier stattfindet. Einsatz sind 5.000 DM. Das ist ein Turnier mit 50 Teilnehmern aus Wirtschaft und Showbusiness.

»Das wäre was für mich«, geht es Winnie schon den ganzen lieben langen Tag durch den Kopf. »Aber das Verdammte dieser Freude ist, ich werde das wohl sausen lassen müssen. Es ist für meine Finanzen unerschwinglich. Wenn ich vielleicht von Elisa was borgen könnte, vielleicht ist sie mal großzügig, bei diesem Ereignis.«

Winnie konnte nach einigen Bitten und Versprechen mit etwas Glück an diesem Turnier mit sehr vielen Bewerbern teilnehmen. Eckbert nahm er als Leibwächter mit, denn in Erwartung eines riesigen Gewinns brauchte er jemanden zum Aufpassen und der ihn mit dem vielen Geld bewachte. Da konnte er sein Können in den unzähligen Nächten des Zockens richtig ausspielen.

Mit einem Reingewinn von etwa 12.000 DM kehrten Winnie und Eckbert wieder nach Maienthal zurück. Eckbert konnte mit tausend DM bezahlt werden. Seine Elisa mahnte nach Erhalt ihrer Rückzahlung gleich, sie werde aber keine weiteren Glücksspiele mit ihrem Geld fördern.

Das rief natürlich seine Gläubiger auf den Plan, die ihn dann mit allen Regeln der Kunst von einem großen Teil seines Gewinns befreiten. Jetzt war er mit den meisten Typen wieder im Reinen, nur einige kleine Fische konnte er auf ein anderes Mal vertrösten

Doch das machte ihn noch nicht ganz frei von seinen Sorgen, bald würde er wieder irgendwo in Maienthal Geld verspielen. Auch raucht er in letzter Zeit ganz schön viel und trinkt auch mal ganz gern einen. Diese Laster sind in Kombination mit Wetten und Glücksspiel eine tödliche Mis