Der amerikanische Serienmörder Ted Bundy sagte einmal, als er, zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt, in der Todeszelle auf die Vollstreckung der Strafe wartete: Ihr könnt mir alles nehmen, die Freiheit, die Gesellschaft, das Leben – nur an meine Fantasie, an die kommt ihr niemals heran.
Die Fantasie ist unbezähmbar, das trifft nicht nur auf Mörder zu. Das Gleiche gilt ebenso für Selbstmörder. Dabei kann der Entschluss, dem eigenen Leben ein Ende zu bereiten, zu nahezu unfassbaren Szenarien führen. Was geht etwa in dem Todessehnsüchtigen vor, der sich an seinem Arbeitsplatz über einen komplizierten Zugang in eine Schreddermaschine fallen lässt, sodass sein Körper in abertausend kleinste Gewebestücke zerfetzt wird?
Die Arbeit der Rechtsmedizin und ihr Beitrag zur Aufklärung schwerster Kapitalverbrechen beginnt normalerweise mit einer sorgfältigen Spurensuche und Dokumentation am Leichenfundort sowie am Körper des Toten. Sie setzt sich fort bei der äußeren und inneren Leichenschau und der Feststellung der Todesursache. Schließlich erfolgt die Rekonstruktion der Umstände des Todes unter Berücksichtigung des Verletzungsmusters, der vorher bestehenden inneren Erkrankungen und einer etwaigen Substanzbeeinflussung.
Vor allem im Hinblick auf die Handlungsfähigkeit gibt es geradezu unglaubliche Abläufe. Es gibt das Laufen mit gebrochenen Beinen sowie Menschen, die sich bis zu 120 Mal in die eigene Brust stechen, viele dieser Verletzungen bis tief in die Lunge hinein. Rechtsmediziner sehen Opfer von Verbrechen, denen mehrfach ins Herz gestochen wurde und die danach noch 300 Meter zu Fuß gehen, und solche, denen wiederholt in den Kopf geschossen wurde und die auch anschließend noch zu rationalen Handlungen fähig waren.
Wir Rechtsmediziner stellen bei der Untersuchung von Toten auch Suizid mit mehreren Methoden gleichzeitig fest, durch Erhängen, Erstechen, Erschießen und Absturz ins Wasser, um ganz sicherzugehen, und das alles noch unter Medikamenteneinwirkung.
Und wir untersuchen Opfer, die sich so massiv die Luft abschnüren, dass sie statt des erhofften ultimativen sexuellen Höhepunkts den Tod finden.
Wir erleben im psychischen Wahn durchgefü