: Silvia Konnerth
: Heidesommerträume Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641226862
: 1
: CHF 2.70
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: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Manchmal liegt das große Glück in einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide!

Nach einem vernichtenden Gespräch mit ihrer Lektorin ist für Autorin Carolin die Lage klar: Sie braucht einen Ortswechsel, um auf neue Ideen zu kommen. Das Romantikhotel ihrer Schwester Lola in der Lüneburger Heide scheint dafür wie geschaffen. Doch anders als erhofft, treibt Carolins Aufenthalt bei der Verwandtschaft sie nicht zu schriftstellerischen Höchstleistungen an, sondern zur Weißglut. Schlimmer noch: Lola taucht aus heiterem Himmel ab! Allein mit deren überfordertem Ehemann, einem ausgebuchten Hotel und einer schier endlosen Aufgabenliste, bleibt Carolin nichts anderes übrig, als selbst das Ruder in die Hand zu nehmen. Und dann ist da noch der eigenwillige Gast Till, der ungewollt Teil ihrer Mission wird – und der sie mehr berührt, als ihr lieb ist!

Silvia Konnerth, geboren 1980 in Frechen bei Köln, war als Disponentin und später im Import tätig. Sie lebt mit ihrer Familie am nördlichen Rand der Lüneburger Heide und schreibt Wohlfühlromane, von denen sie bereits mehrere sehr erfolgreich als Selfpublisherin veröffentlicht hat. Nach »Heideblütenküsse« und »Heidesommerträume« ist »Heidelandliebe« ihr dritter Roman bei Blanvalet.

Kapitel 1

»Schön!«

Regen trommelte auf das Dachfenster, als Carolin Ahrens das soeben gehörte einsilbige Wort erst einmal verdauen musste. Sie presste den Telefonhörer ans Ohr und starrte auf die erste Seite ihres Manuskripts.

S.C.H.Ö.N.Schön. Mehr hatte ihre Lektorin Anette Bach über die erste Hälfte ihrer Geschichte nicht zu sagen. Dieser Gedanke und der Geruch nach frisch gestrichenen Wänden des Arbeitszimmers trugen dazu bei, dass Carolin ganz schwindelig wurde. Sie hatte mehr erwartet als dieses nichtssagende Wort. Schön war, dass Prinz Harry und Meghan den kleinen Archie bekommen hatten. Oder dass der Mai bisher doch nicht so trocken war wie im letzten Jahr. Ein schöner Roman … das war in etwa so wie Marmelade, die man immer noch essen kann, wenn man den Schimmel abgekratzt hat. Dennoch wollte sich Carolin nicht unterkriegen lassen.

»Und wie findest du die Idee, dass die Protagonistin sich dazu entscheidet, den Traum ihrer Selbstständigkeit zu begraben?«, fragte sie und hörte das sprichwörtliche Eis unter ihren Füßen knacken.

Anette zog seufzend Luft ein, was als Antwort genügt hätte. Eilig schob sich Carolin ein Lakritzbonbon in den Mund.

»Das finde ich … nett«, antwortete die Lektorin, zündete sich mit einemKlick! eine Zigarette an und blies den ersten Rauch aus. Die beiden Frauen arbeiteten nun seit einigen Jahren eng zusammen – jede wusste, was die andere tat, auch wenn sie gerade nur telefonierten. »Wirklich nett.«

Carolin schluckte mehrmals kräftig, wobei ihr das Bonbon beinahe in den Rachen gerutscht wäre. Nett? Nett war fast noch schlimmer als schön. War ihr Manuskript wirklich so schlecht, dass die Lektorin keine konkreteren oder gar blumigeren Worte dafür finden konnte?

Normalerweise entfachte Anette ein Feuerwerk an Lobpreisungen über ihre Arbeit.

»Sie könnte allerdings auch für ihre Selbstverwirklichung kämpfen, oder?«, fuhr die Lektorin fort. »Es wäre schon ziemlich stark von ihr, David und seiner Spielsucht den Kampf anzusagen. Stell dir vor, dein Partner würde euer Erspartes bei Pferdewetten und damit deine beruflichen Chancen verspielen – würdest du das hinnehmen?«

Carolin dachte über das Gesagte nach und ärgerte sich über die Tatsache, dass Anette recht hatte. Ihre Romanheldin gab zu schnell auf.

»Keine Sorge, Caro. Da ist auch schon ganz viel Gutes in deinem Manuskript. Besonders gefällt mir die Szene, in der Ella mit ihrer Mutter spricht. Sehr warmherzig. Und dann der erste Kuss zwischen Ella und ihrem alten Schulfreund auf dem Schiff — toll. Ich war so froh, als sie ihn getroffen hat.«

Carolin wagte aufzuatmen. In Anettes Stimme klang keinerlei Ironie mit.

»Dass sie sich allerdings so schnell wieder auf David einlässt … das klingt für mich nicht plausibel. Für meinen Geschmack sabotiert die Protagonistin zu oft ihr eigenes Glück.«

»Macht sie gar nicht«, gab Carolin ungewollt patzig zurück. Sie verzog das Gesicht, als hätte sie sich mit einem Hammer auf die Finger gehauen.Reiß dich zusammen