Mit tollen Rezepten für walisische Köstlichkeiten, die garantiert glücklich machen!Eva Seifert ist in Bremen geboren und aufgewachsen. Schon als Kind hat sie viel gelesen und geschrieben. Nach einem Studium der Kulturwissenschaft, Germanistik und Geschichte arbeitete sie als Lektorin in München und bekam dort all die Bücher zu lesen, die sie selbst gern schreiben wollte. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und dem Familienhund in der Nähe von Braunschweig, wo sie endlich ihren Traum leben und Autorin sein darf. Sie reist für ihr Leben gern und liebt es, die Eindrücke aus den besuchten Orten in ihren Romanen zu verarbeiten.
Rhossili, Wales, Juli 2019
Dear Sarah,
niemals werde ich wiedergutmachen können, was ich Dir angetan habe. Ich weiß, dass ich Dir entsetzliches Leid zugefügt habe. Ich wünschte, ich könnte das alles ungeschehen machen, ich wünschte, ich könnte ein anderer Mensch sein. Für Dich. Aber ich bin nur Nigel Gabriel Wyndham, ein einfacher Mann. Ich könnte versuchen, mich zu rechtfertigen, indem ich Dir erkläre, dass ich mich nur noch einmal austoben wollte, bevor ich mich für immer in den Hafen der Ehe begeben werde. Ich weiß allerdings, dass das schwach klingt, und das ist es auch. Ich verstehe selbst nicht, warum das alles geschehen ist. Es ist unverzeihlich. Ich habe einen furchtbaren Fehler gemacht, habe Dir das Herz gebrochen, weil ich mich mit anderen Frauen eingelassen habe. So etwas wird niemals wieder vorkommen, Sarah! Und falls es Dich ein wenig trösten kann, es ist nicht mehr passiert als das, was Du gesehen hast.
Ich werde mich ändern, ich verspreche es! Du bist doch meine große Liebe, mein Ein und Alles!
Nichts wünsche ich mir sehnlicher, als dass Du bei mir bleibst! Wir werden eine wundervolle Zukunft in meiner Heimat haben, denn Du liebst das Anwesen meiner Familie in Rhossili. Wir hatten doch so viel vor, wollten den Hof umbauen, Deinen Traum von einem Bed and Breakfast verwirklichen. Bitte, wirf unsere Pläne nicht über Bord. Bitte, bitte, gib uns nicht auf, gib mich nicht auf! Ich werde Dir die Welt zu Füßen legen, das schwöre ich bei allem, was mir heilig ist!
Ich möchte mit Dir leben, Sarah, nur mit Dir. Keine andere Frau ist so wie Du! Ich werde alles dafür tun, ein besserer Mann zu werden und Dir ein guter Ehemann zu sein – in allen Belangen. Denn Du kannst Dir ganz sicher sein: Ich liebe nur Dich!
Bitte, lass mich nicht fallen!
Dein Dich über alles liebender Nigel
Müde legte Sarah den Brief zur Seite und rieb sich die Augen. Sie sollte Schluss machen für diesen Tag, es war anstrengend, die alten Unterlagen zu durchsuchen – besonders, wenn ihr dabei Briefe wie dieser in die Hände fielen, die sie in die Zeit viele, viele Jahre zuvor zurückversetzten. Mit einem Mal konnte sie sich wieder genau daran erinnern, wie elend sie sich gefühlt hatte, wie verletzt. Betrogen und belogen von dem Mann, den sie heiraten und für den sie alles hatte aufgeben wollen.
Sie hatte damals bereits alle Vorkehrungen getroffen, um mit Nigel nach Wales zu gehen und den Hof seiner Großeltern in der Nähe des kleinen Örtchens Rhossili zu übernehmen. Hatte im wahrsten Sinne des Wortes ihre Zelte abgebrochen und eine heftige Auseinandersetzung mit ihren Eltern gehabt, die es nicht guthießen, dass sie ihren Beruf aufgab, um blindlings, wie sie meinten, einem Mann in ein fremdes Land zu folgen. Es hatte lange gedauert, bis sie ihre Entscheidung akzeptiert hatten. Doch sie war sich so sicher gewesen, hatte sie sich doch unsterblich in diesen stattlichen britischen Soldaten verliebt. 1980 war das gewesen, und sie war gerade zwanzig geworden. Sie hatte sofort gewusst, dass er der Richtige für sie war.
Nigel hatte dann überraschend zurück nach Wales gemusst. Ohnehin waren die britischen Truppen zu der Zeit nach und nach aus Deutschland abgezogen worden – Nigels Stützpunkt, Langenhagen, sollte als letzter Standort in Hannover 1993 geschlossen werden –, aber seine Eltern hatten sich gewünscht, dass er so schnell es ging wieder nach Hause kam, da die Großmutter mütterlicherseits verstorben und der Großvater pflegebedürftig geworden war. Er hatte in ein Altersheim gemusst, was bedeutete, dass der Hof der Großeltern bei Rhossili bald leer stehen und verkommen würde, womöglich verkauft werden müsste, wenn nicht jemand einzog. Und da blieb im Grunde nur Nigel, denn sein Bruder Peter sollte eines Tages die Apfelfarm ihrer Eltern weiterführen.
Sarah war das recht gewesen, sie