: Nathan Winter
: Die Alchemie des kalten Feuers Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641244644
: 1
: CHF 6.20
:
: Fantasy
: German
: 704
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wissenschaft vs. Magie – perfekt für alle Fantasyleser, die ein besonderes Buch suchen.

Prinz Oslic ist ein Genie – in der mittelalterlichen Welt Syriatis kommt er einem DaVinci gleich –, und seine Forschungen gehen ihm über alles. Da ermorden drei Hexer seinen Vater und reißen die Macht an sich. Oslic ist überzeugt, dass Zauberei ins Reich der Legenden gehört. Doch dann sieht er Dinge, die er niemals für möglich gehalten hätte. Nun muss er all sein Genie einsetzen, um seine Heimat zurückzuerobern. Doch kann seine Wissenschaft gegen Wunder bestehen, die den Gesetzen der Natur trotzen?

Nathan Winter ist das Pseudonym eines deutschen Autors. Er wurde im Emsland (Niedersachsen) geboren und lebt seit seinem Universitätsabschluss in Archäologie und Skandinavistik in Münster.

3


Was war das für ein Geräusch?

Er verharrte und lauschte, hörte das Rauschen des Blutes in seinen Ohren. Ein gutes Stück entfernt vernahm er zwischen den Gesängen der Grillen und Zikaden die Kampfschreie zweier Katzen. Ihr dämonisches Gefauche jagte ihm ein Rinnsal gefrorener Stecknadeln den Rücken hinab.

Auf dem Platz der Fünffaltigkeit plätscherte die jahrhundertealte Bernsteinfontäne. Leander Vartoshki hatte sie dem Kirchenrat von Doranthar vor 117 Jahren anlässlich der Rettung des sidhisidischen Handelsprinzen durch den Orden der Eulenritter gestiftet. Oslic schärfte seine Sinne, filterte Nachtinsekten und Wasser aus der Wahrnehmung seines absoluten Gehörs aus – und da war es!

Atemzüge. Scharrende Füße. Vier Personen, Männer und Frauen. Ein Rascheln. Ein Seil? Ein Netz? Wie hatten sie es geschafft, vor ihm hier zu sein?

Die Kustoden waren gut, das musste er ihnen lassen. Verdammt. Was nun? In ihm stieg Panik auf. Der Drang, einfach loszurennen, zurück auf das Gelände, und sich im Büro zu verbergen, war übermächtig. Doch es half nichts, wenn Flucht, dann nach vorn.

Jetzt oder nie. Oslic schoss vor und machte sich dabei klein, indem er den Kopf zwischen die Schultern zog und den Rücken krümmte.

Die Augen ließ er geschlossen, verließ sich auf sein Gehör. Die Luft zu seiner Rechten rauschte, jemand sprang vor, um ihn zu packen. Er hechtete nach links und rollte sich über die Schulter ab. Sein Rücken schrie auf.

Verdammt, er war aus der Übung! Doch keine Zeit zum Klagen. Sein Körper schnellte nach vorn wie eine Stahlsehne. In dem Moment blitzte eine Klinge hinter ihm auf, fuhr auf Kopfsteine herab. Glockenklang. Weiter. Vorwärts.

Ein Schemen löste sich aus dem Schatten der Hecke, floss auf ihn zu. Keine Zeit zum Ausweichen. Sie versuchten, ihn zu töten, warum sollte er sich also zurückhalten? Er ballte die gesunde Linke zur Faust. Als der Kustode vor ihm die Waffe hob, legte Oslic seinen Vorwärtsschwung in den Schlag.

Er hämmerte die Faust in den Magen des Angreifers. Dessen Kettenhemd mochte ihn vor Klingen schützen, aber nicht vor der Schlagwucht eines laufenden Mannes. Die Gestalt gab ein Pfeifen von sich, brach zusammen. Ihr Schwert klackerte über das Pflaster. Funken stoben, die Nacht flackerte.

So rasch ihn seine Beine trugen, rannte der Sohn des Tsharen vorwärts. Hinter sich hörte er seine Verfolger. Erst blieben sie hinter ihm zurück, aber dann vernahm Oslic das Klappern beschlagener Hufe.

Zwei der Kustoden hatten P