Mit so viel Spannung erwartet – endlich bist du da! Die kommenden Tage und Wochen werden ganz schön aufregend in Ihrem Leben als Eltern. Und wenn wir ehrlich sind, wird es von nun an spannend bleiben, denn Elternsein hört niemals auf. Es heißt, so lange, wie das Baby im Bauch heranwächst, so lange dauert es auch, bis Eltern und Baby zu einer Familie zusammenwachsen. Mindestens, würden wir mal sagen …
An dieser Stelle erst mal einen ganz herzlichen Glückwunsch an Sie, liebe Eltern! Sie haben Großartiges vollbracht und neues Leben geschenkt. Das, was gerade passiert ist, ist einfach ganz wundervoll – im wahrsten Sinne des Wortes.
Für viele werdende Eltern ist die Schwangerschaft ein ganz großer Schritt im Leben. Mit der Geburt ist es endlich so weit: Das Baby ist da. Es ist ein unvergesslicher Augenblick, wenn Sie nach der Geburt Ihr Baby das erste Mal in den Armen halten. Wenn Sie es anschauen, an ihm schnuppern, seinen leisen Tönen lauschen und seinen ganzen Körper festhalten.
In diesen Momenten laufen alle Sinne auf Hochtouren. Viele frischgebackene Mamas und Papas sind von dem Geburtserlebnis geradezu überwältigt. Sie fühlen sich gleichzeitig erschöpft, unendlich froh, erleichtert, von Herzen dankbar und überflutet von Hormonen – es ist geschafft. Wunderbar!
Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass besonders die ersten beiden Stunden nach der Geburt zu den ganz kostbaren Augenblicken im Babyleben zählen. Ebenso wertvoll sind sie für die jungen Eltern. In diesen intimen Minuten nach der Geburt passiert für alle Beteiligten eine ganze Menge, denn hier startet bereits ein intensives Kennenlernen.
Unmittelbar im Anschluss an die Geburt ist ein Säugling für eine Weile hellwach und sehr gut ansprechbar. Das Baby kommt mit vielen Milliarden Nervenzellen (Neuronen) auf die Welt, und jede davon beginnt nun mit der Kontaktaufnahme zu anderen: Direkter Hautkontakt, zärtliche Berührungen und Liebkosungen, vertraute Stimmen und Mamas (und Papas) ganz besonderer Geruch lösen ein regelrechtes Feuerwerk in Babys Gehirn aus. Dies ist der Beginn einer Vernetzung, die ein ganzes Leben lang anhält. So eine tiefe gegenseitige Wahrnehmung und das unwiderstehliche Interesse einander kennenzulernen wird durch eine besondere Hormonlage gefördert, die sich bereits während der Schwangerschaft angebahnt hat. Oxytocin heißt das Bindungshormon, das der weibliche Körper bereits während der Schwangerschaft produziert. Unter der Geburt schüttet der weibliche Körper dann ganz viel davon aus. Übrigens fließt auch beim Sex reichlich Oxytocin, daher nennt man dieses Hormon auch noch Liebes- oder Kuschelhormon.
Nach der Geburt unterstützt Oxytocin nicht nur die Kontraktionen der Gebärmutter, sondern fördert auch den Milcheinschuss und hilft dabei, stressige Momente zu dämpfen. Damit nicht genug. Es gibt noch eine ganz wundervolle Aufgabe: Oxytocin schafft die Basis für unser Bindungsverhalten, es bringt unsere Gefühle in Fluss. Wenn ein Neugeborenes direkten Hautkontakt spüren darf und zum Beispiel nackt auf Mamas oder Papas Bauch liegen kann, wird auch der kleine Körper von einer Extraportion Oxytocin durchflutet. Je mehr davon fließt, desto besser für alle, denn das sorgt auf allen Ebenen für einen harmonischen Start ins Familienleben.
Ruhe, Nähe und Hautkontakt sind entscheidend für den ersten Bindungsaufbau.
Unmittelbar nach der Geburt braucht ein Neugeborenes Liebe, Schutz, Wärme und Zuwendung. Es benötigt einen sicheren Hafen, in dem es sich geborgen fühlen kann. Im Idealfall übernehmen die Eltern die Position der Hafenmeister, die ihren Nachwuchs liebevoll in die Arme schließen. Eben genau hier beginnt der Bindungsaufbau: Bonding ist das emotionale Band, das Eltern und Kind verbindet und ein Leben lang zusammenhält. Je stärker das Bonding, der Herzenskleber, desto besser die Bindung. Diese innere Bindung zwischen Eltern und Neugeborenem sichert dem
Baby das Überleben und sorgt