: Peter Hereld
: Herr der Drohnen Thriller
: Bookspot Verlag
: 9783956691294
: 1
: CHF 7.10
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 304
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Simon hat aus seinem Hobby als Drohnenpilot einen einträglichen Beruf gemacht. Doch als er bei einer illegalen Schnüffelaktion einen bestialischen Mord beobachtet, steckt er in der Bredouille. Wird die Polizei ihm Glauben schenken? Nur der Killer selbst weiß, dass Simon nicht lügt - und will den unliebsamen Zeugen ausschalten. Ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt, auf den Straßen und über den Dächern Hannovers. Ein rasanter Drohnen-Thriller von Peter Hereld - packend und bedrohlich

Peter Hereld, 1963 in Hildesheim geboren, war nach langjähriger Selbstständigkeit für ein hannoversches Werbeunternehmen und als Redakteur tätig. Nebenher machte er seine Leidenschaft zum Beruf und produzierte Werbefilme für diverse Unternehmen. Als Autor debütierte Hereld im Jahr 2005 mit dem Kriminalroman 'Mein achtes Leben', auf den weitere historische und dystopische Werke folgten. 'Des Kaisers neue Braut', der dritte Teil seiner historischen Reihe, wurde im Jahr 2015 in der Kategorie 'Bester historischer Kriminalroman' für den HOMER-Preis nominiert. Sein rasanter Thriller 'Herr der Drohnen' reiht sich ein in preisgekrönte Spannungsliteratur der Edition 211 des Bookspot Verlags. Peter Hereld ist Mitglied bei den Hildesheimlichen Autoren.

2


»Herrgott, jetzt geh endlich rein … Scheißkarre!«

Das knarzende Dröhnen fuhr Simon Engels bis in die blonden Haarspitzen. Ein letzter Versuch noch, ansonsten würde er den Lada halt in die Parkbox schieben. Er ließ ihn im ersten Gang ein Stück nach vorne rollen, trat fest aufs Kupplungspedal und riss den Schalthebel nach hinten. Der Wagen machte einen kleinen Hopser, dann endlich war der Rückwärtsgang drin.

»Chef, du wirst mir das nächste Mal dein Auto leihen müssen!«

Die Antwort kam prompt und laut. Simon musste das Handy vom Ohr weghalten.

»Ja ja, schon gut … also, ich kann sie sehen, die gehen grade ins Dormo … genau, die Absteige hinterm Bahnhof. Ich leg gleich los und dreh dir ’n hübsches Filmchen. Bis dann!« Ohne eine Antwort abzuwarten, legte Simon auf.

Er schaute die Hausfassade entlang. Das Hotel hatte jede Menge Fenster, da konnte die Zeit schnell knapp werden, zumal auch nach hinten raus noch Gästezimmer lagen. Klar, hier gab’s keinen bevorzugten Meerblick oder so, die Aussicht war in jede Richtung gleich beschissen.

Während Simon seinen Rucksack aus dem Kofferraum hob, sah er die beiden gerade noch im Eingang verschwinden. Er ein untersetzter Glatzkopf in den Fünfzigern, Geschäftsführer einer in Hannover ansässigen Zeitarbeitsfirma, sie seine Sekretärin, dürr wie Schnittlauch. Die Frau überragte ihren Begleiter mindestens um einen halben Kopf. Simon musste sofort an Popeye und Olivia denken.

Direkt vorm Hotel entdeckte er eine Ruhebank, sie war frei.

Perfekt.

Eine Minute später saß er mit dem Rücken zum Eingang und packte seinen Quadroschrauber aus dem Rucksack. Die Drohne, mit HD-Kamera und allerlei Hightech ausgestattet, war kaum größer als sein Handteller. Schnell ließ er sie abheben und steuerte sie dann auf die Hotelfront zu.

Sechs Stockwerke, acht Fenster pro Etage, machte – Vorder- und Rückseite zusammengerechnet – knapp hundert, bei zwanzig Sekunden pro Fenster sollte er spätestens in einer halben Stunde seinen Job erledigt haben.

Popeye, halt so lange durch, ja?

Simon schaute auf die Uhr – kurz vor neun.

Hier übernachteten keine Touristen, nur Geschäftsleute. An einem Werktag wie heute würden die meisten schon außer Haus sein auf dem Weg zu ihren Terminen oder zumindest unten am Frühstückstisch sitzen; die Zimmer sollten also in der Regel leer sein. Das machte die Sache leichter.

Wie immer fing Simon links unten an.

Mit seinem Smartphone steuerte er den Flieger, die eingebaute Kamera lieferte ihm gestochen scharfe Bilder. So, mit über den Kopf gezogener Kapuze, zusammengesunken auf der Bank sitzend, einen mit Edding beschriebenen, ausgefransten Rucksack neben sich, sah er aus wie ein Penner. Niemand würde bei seinem Anblick vermuten, dass er gerade eine Hightech-Drohne im Wert von über eintausend Euro die Hauswand ent