Die Vorzimmerdame des Chefbüros schaute irritiert auf, als sich die Tür öffnete und eine rassige Person hereinschwebte. Von den hochhackigen Pumps, den Seidenstrümpfen bis hin zum cremefarbenen Kostüm war alles an ihr perfekt. Den beiden männlichen Angestellten, die eben aus einer Besprechung mit dem Boss kamen, fielen beinahe die Augen aus dem Kopf.
»Einen schönen guten Morgen«, flötete die Besucherin, und die Vorzimmerdame verzog süßsauer den Mund und erwiderte den Gruß. Ihre Kollegen schluckten und murmelten etwas Unverständliches. Sie bestaunten die schlanke, hochgewachsene Schönheit wie ein Weltwunder.
Melanie setzte elegant Fuß vor Fuß und näherte sich der Tür zum Allerheiligsten: dem Arbeitszimmer des Chefs. Ihre Hüften bewegten sich in sanftem Schwung und wurden durch den engen Kostümrock vorteilhaft modelliert.
»Halt!«, rief die Sekretärin. »Sie können dort nicht hineingehen! Wenn Sie Herrn Ahrend sprechen wollen, müssen Sie sich voranmelden. Außerdem erwartet Herr Ahrend jeden Moment Gäste. Sagen Sie mir Ihren Namen und Ihr Anliegen, dann werde ich versuchen, einen Termin für Sie zu vereinbaren.«
»Ich brauche keinen Termin! Mich wird Ihr Chef bestimmt vorlassen«, entgegnete Melanie selbstsicher und schenkte der Frau ein süffisantes Lächeln. »Aber bitte, fragen Sie nur!«
Unter den neugierigen Blicken ihrer männlichen Kollegen erhob sich die Frau und musterte Melanie mit zusammengekniffenen Augen. Eine dreiste Person! Wie konnte sie so sicher sein, von Herrn Ahrend empfangen zu werden? Sie war doch nicht etwa … Nein! Herr Ahrend war verheiratet. Es existierte nicht das leiseste Gerücht über einen möglichen Seitensprung.
»Sie sind wohl noch nicht sehr lange hier beschäftigt?«, fragte Melanie mit einem Anflug von Mitleid.
»Ich arbeite seit fünf Jahren für die Firma und seit drei Jahren ausschließlich als Chefsekretärin für Herrn Ahrend«, entgegnete die Frau entrüstet.
»Drei Jahre schon?«, meinte Melanie beeindruckt. »Dann allerdings …«
»Und wen darf ich also Herrn Ahrend melden?«
»Seine Tochter!«
Der hochnäsige Gesichtsausdruck der ältlichen Dame wich purem Entsetzen. Mit v