Was ist Schnee?
In der Luft ist Wasser – und zwar überall. Man kann es nicht sehen, denn es schwebt als Wasserdampf herum, aber es ist da. Wird diese feuchte Luft von der Erde erwärmt, dann wird sie weiter nach oben in den Himmel getrieben. Und wenn es dort oben kalt ist, kondensiert dieser warme Wasserdampf zu Wolken aus winzigen Wassertröpfchen und fällt als Regen auf die Erde zurück.
Wenn die Luft im Himmel aber frostig kalt ist, null Grad oder darunter, passiert etwas anderes. Wolken bestehen fast nur aus Luft und Wasser, aber sie enthalten auch winzige Teilchen Staub, Pflanzenpollen oder andere kleine Partikel. Wenn dann ein solches Teilchen sehr kalt wird, setzt sich der Wasserdampf daran fest und gefriert zu einem winzigen Eiskristall. Sobald der Eiskristall wächst, wird er schwerer und fällt zurück auf die Erde – und zwar als Schnee.
Kann es zu kalt sein für Schnee?
Ja und nein. In der Atmosphäre muss Feuchtigkeit vorhanden sein, damit Schnee gebildet werden kann. Sehr kalte Luft von minus 20 Grad oder darunter ist normalerweise sehr trocken, wodurch Schneebildung unwahrscheinlich wird. In den antarktischen Trockentälern fällt beispielsweise wenig Schnee, obwohl es dort sehr kalt ist – zuweilen zeigt das Thermometer dort minus 68 Grad. Obwohl die Temperaturen in diesen Trockentälern niedrig genug für Schnee sind, führt die Kombination aus geringer Luftfeuchtigkeit und trockenen Winden dazu, dass sich einfach nicht genug Wasserdampf in der Luft befindet, damit es schneien kann.
Unter bestimmten Umständen kann auch sehr kalte Luft feucht sein, beispielsweise über dem Meer oder in der Nähe von Heizkraftwerken. Dann aber schweben die Eiskristalle normalerweise weiter in der Luft, was man als Eisnebel bezeichnet.
Schneeflocken
Um die Schönheit einer Schneeflocke erfassen zu können, muss man die Kälte in Kauf nehmen.
Aristoteles
Wenn wir einer winzigen Schneeflocke durch ein Mikroskop bei ihrer Entstehung zusehen könnten, würden wir Folgendes sehen:
Zunächst ist da ein Staubkörnchen, das durch die Atmosphäre schwebt. Der Wasserdampf in der Luft beginnt, an dem Körnchen haften zu bleiben, und formt so ein Wassertröpfchen. Das Tröpfchen gefriert zu einer winzigen Eiskugel. Weil so immer mehr Wasserdampf an diesem Eiskügelchen haften bleibt, wächst es zu einem sechseckigen Eiskristall an. Wenn der Kristall weiterwächst, verästeln sich die sechs Ecken zu einem Stern. Während die Schneeflocke zur Erde hinabtrudelt, w