: Alexia Meyer-Kahlen
: Wild soul Wir sind eins
: Coppenrath Verlag
: 9783649633730
: 1
: CHF 8.00
:
: Abenteuer, Spielgeschichten, Unterhaltung
: German
: 155
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mit Herzklopfen erwacht die 15-jährige Sam immer wieder aus demselben Traum: Wilde Pferde streifen über die endlosen Weiten des amerikanischen Westens - und sie ist ein Teil der Herde. Eine wilde Seele. Gleichzeitig läuft im echten Leben alles schief: Ihre geliebte Andalusier-Stute Alegria erkrankt und Sam darf sie plötzlich nicht mehr reiten. Um Sam auf andere Gedanken zu bringen, schenken ihre Eltern ihr eine Reise zu einer besonderen Pferderanch in Oregon. Und dort, in den wilden Bergen, begegnet Sam tatsächlich den Pferden, von denen sie immer geträumt hat. Mit viel Ausdauer und Mühe gewinnt sie das Vertrauen der wilden Stute Sayqíca. Doch dann droht sie erneut alles zu verlieren ... Ein bewegender Pferderoman, inspiriert von den Erlebnissen von YouTube-Star Tanja Riedinger.

Alexia Meyer-Kahlen wuchs mit Pferden auf und lebt heute mit ihrer Pintostute Samira, dem Australian Shepherd-Rüden Milo sowie weiteren Tier- und Menschenfreunden auf ihrem Hof im osthessischen Vogelsberg. Nach einem Drehbuchstudium am American Film Institute promovierte sie über den kreativen Schreibprozess. Sie führt eine psychotherapeutische Praxis, wo sie auch Pferde einsetzt und sich vor allem dem Thema Achtsamkeit widmet. Das Schreiben von Jugendbüchern ist für sie die schönste Nebensache der Welt. Als gute Bekannte der Familie hat sie die besondere Geschichte von Jenny Simon und ihrem Friesenhengst Mambo genau verfolgt und mit großer Sensibilität in einen Roman verwandelt.

II. Sayquíca


Der Highway zwischen Portland und La Grande zog sich endlos. Sam wusste schon gar nicht mehr, wie sie noch sitzen sollte. Sie war nun schon gut zwanzig Stunden unterwegs, und die Zeitverschiebung von neun Stunden trug ihr Übriges dazu bei, dass sie sich komplett zermürbt fühlte.

Nach einem Elf-Stunden-Flug war sie in Seattle, Washington, angekommen, um nach zwei Stunden Aufenthalt weiter nach Portland, Oregon, zu fliegen. Dann setzte sich ihre Reise in den äußersten Nordosten Oregons mit diesem Überlandbus fort, in dem sie nun auch schon seit fünf Stunden saß.

Endlich bog der Bus vom Highway ab und sie musste ein letztes Mal umsteigen. Der nächste Bus würde sie an ihren Bestimmungsort bringen: das kleine Städtchen Joseph in der Berg- und Wildnisregion der Wallowa Mountains.

Sam hatte nicht die geringste Ahnung, was sie dort erwarten würde. Sie hatte noch nicht mal eine Adresse von der Farm der Redhearts. Als sie zugesagt hatte, in die USA zu fliegen, war alles auf einmal unglaublich schnell gegangen – das Visum besorgen, packen, sich von Kati verabschieden, von ihren Eltern, noch mal ausführlich von Alli.

„Zum Glück ist alles so schnell gegangen“, dachte sie, denn dadurch hatte sie keine Zeit gehabt, ihren Entschluss infrage zu stellen.

Sie blickte aus dem Fenster. Nachdem der Bus hinter La Grande durch eine fruchtbare Ebene gefahren war, in der sich Weizenfelder und Grasland wie ein Flickenteppich aneinanderreihten, kurvte die Straße nun abwechselnd durch schroffe Höhen und Waldstücke, einem breiten Flusslauf folgend.

„Hier sieht es null aus wie in meinem Traum“, fuhr es Sam durch den Kopf. Doch was erwartete sie eigentlich? Dass ihr die Silbermähne bei ihrer Ankunft fröhlich entgegengaloppiert kam? Sie hatte noch nicht mal Kati von dem letzten Traum erzählt. Es erschien ihr ja selbst total verrückt, sich wegen eines Traumes ans andere Ende der Welt zu begeben. Und deswegen