: Jurenka Jurk
: Verliebt bis in die Haarspitzen Roman
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962152925
: 1
: CHF 3.60
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 204
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Helen ist noch dabei, über ihr letztes peinliches Liebesabenteuer hinwegzukommen, da versucht ihre Freundin sie schon wieder zu verkuppeln; das glaubt Helen zumindest. Nach der erotischen Kopfmassage vom charmanten Friseur Fabian ist es dann auch tatsächlich um sie geschehen. Zu dumm nur, dass Yvonne ihr nicht alles gesagt hat: Der Maestro der Haarspitzen ist nämlich schwul! Helen kann das nicht glauben und schlittert daraufhin geradewegs in ihre bisher größte Männerkatasrophe.

Ich heiße Jurenka Jurk und bin ursprünglich eine Muschelschubserin, also ein Nordlicht. Seit über 10 Jahren ist aber Konstanz am Bodensee nun schon meine Wahlheimat. Ich liebe den Rhein und den Bodensee! Nach meinem Biologiestudium entdeckte ich den berufsbegleitenden Studiengang 'Kreatives Schreiben' der Internationalen Hochschule Calw / IB-Hochschule Berlin, den ich 2009 abschloss. Seither schreibe ich selbst - veröffentlicht habe ich unter anderem meine romantische Komödie 'Verliebt bis in die Haarspitzen'. Meine Berufung habe ich allerdings im Unterrichten vom Kreativen Schreiben gefunden. Es macht mir große Freude, Menschen in ihrer Kreativität zu stärken, ihnen beim Schleifen und Polieren der Texte zu helfen und diese wachsen zu sehen. Deshalb gründete ich 2011 'Schreibfluss - Die Schreibschule am Bodensee' (www.schreibfluss.com). Dort biete ich verschiedene Seminare rund um das Thema Schreiben an.

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„Du kennst ihn doch gar nicht!“

„Und ich werde ihn auch nicht kennenlernen, weil ich nicht mitgehen werde!“, wehrte Helen wutschnaubend den Vorschlag ihrer Freundin ab.

„Ach, komm schon. Er ist neu in der Stadt und wirklich ein süßer Typ.“ Yvonne stand vor dem großen Spiegel im Bad und steckte ihre langen blonden Haare hoch, um sich zu schminken.

Helen seufzte, während sie das seidige Haar ihrer Mitbewohnerin sehnsüchtig bewunderte. Sie selbst sah neben Yvonne blass wie die Wand aus und ihre dunklen Locken standen viel zu wirr und ungezähmt vom Kopf ab.

Yvonne hatte leider ihren wehmütigen Blick entdeckt. „Na los! Mach mal wieder was aus dir. Das wird dir guttun“, forderte sie Helen auf. „Und wenn du schon nicht mit ins Piranha willst, dann ist die Party danach im Club Indochine die Gelegenheit, um rauszukommen.“

„Schau mich doch an!“ Helen zog an einer ihrer kastanienbraunen Locken und ließ sie zurückspringen. Jetzt stand der Haarbüschel noch weiter ab als vorher. „So kann ich eh nicht weggehen.“

Verschwörerisch deutete Yvonne auf Helens Kopf. „Der wilde Wischmob da wird nicht besser, wenn du nichts dagegen tust. Und wenn du dich weiterhin versteckst, kannst du auch keinen Mann kennenlernen. Das solltest du aber, denn du bräuchtest dringend guten Sex für dein Selbstbewusstsein“, teilte sie ihr unverfroren mit.

Helen schnappte nach Luft und spürte, wie ihre Wangen heiß wurden. Was für eine Verräterin ihre Freundin doch war! Yvonne sollte sie aufbauen, nicht weiter erniedrigen. Sie hatte nicht immer so jungfräulich gelebt. Nur eben in letzter Zeit. Ehe sie die Worte wiedergefunden hatte, fuhr Yvonne fort: „Du musst wieder raus und unter Leute!“

„Ich bin unter Leuten, den ganzen Tag“, polterte Helen los.

„Das nennst du unter Leuten sein? Schweigend mit einer anderen Bühnenbildnerin in einem Kabuff bei Radiomusik arbeiten? Überhaupt verstehe ich nicht, warum du den Job angenommen hast. Du verkaufst dich unter deinem Wert.“ Yvonne unterbrach ihr Wimperntuschen, um ihr durch den Spiegel einen vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen.

Helen fühlte ihren Groll wachsen. „Und daran bist du natürlich ganz unschuldig!“ Sie stemmte die Arme in die Hüften. „Du hast mir doch geraten, mit dem ach-so-schnuckeligen Regie-Assistenten etwas anzufangen.“ Yvonne setzte an, um etwas zu erwidern, aber Helen ließ ihr keine Chance. „Zu dumm, dass wir noch im Theater in Fahrt kamen und prompt von der Theaterleitung erwischt wurden. Ist ja klar, dass dieser Regie-Assistenten-Blödmann befördert und mir gekündigt wurde. Wiedergesehen habe ich ihn auch nicht mehr. Und jetzt arbeite ich in diesem Winzlings-Theater für einen Hungerlohn. Dabei hatte ich den Anschlussvertrag für das Folgeprojekt schon so gut wie in der Tasche!“ Sie hätte platzen können vor Wut, wenn sie nur daran dachte.

„Du hattest eben Pech“, entgegnete Yvonne tröstend.

„Pech nennt man es, wenn es nur einmal vorkommt.“ Helen schnaubte verächtlich. „Mir passiert so etwas dauernd. Soll ich dir auf die Sprünge helfen?“

Yvonne verdrehte die Augen. „Verschone mich mit deinen deprimierenden Männergeschichten. Es bringt doch nichts, sich in Selbstmitleid zu suhlen!“

Aber Helen kam jetzt erst richtig in Fahrt: „Du erinnerst dich bestimmt noch an diesen wahnsinnig gut aussehenden Kerl auf der einen Party. Eine tolle Knutscherei war das! Besonders schön war die Szene danach! Als meine Ex-beste-Freundin Barbara überraschend aus dem Ausland wiederkam und sich herausstellte, dass der Kerl,