: Susanne Schomann
: Heidewinter Roman
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962152871
: 1
: CHF 4.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 304
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eine Liebe, die den Winter in Sinas Herzen vertreibt - der neue Lunau-Roman von Susanne Schomann! Dekadenz, Arroganz und Kaltherzigkeit - das fällt Sina ein, wenn sie an die Adelswelt denkt, in der Philip von Hoven lebt. Sicher ist er als Drehbuchautor lange im Ausland gewesen, aber ein Schnösel bleibt ein Schnösel. Auch wenn er noch so schöne braune Augen hat und sie bei seinem Anblick Herzklopfen bekommt. Sina ist nur nach Lunau gekommen, um nach einer schweren Zeit die Weite der winterlichen Heide zu genießen. Heiße Küsse auf schneeverhangenen Reitpfaden passen jetzt gar nicht ... Das glaubt sie jedenfalls, bis Philip ihr die Heidelbeerspuren von den Lippen küsst und das Eis um ihr Herz zum Schmelzen bringt. Hoffnungsvoll könnte Sina in die Zukunft blicken - doch das zarte Pflänzchen ihres Glücks wird bedroht, und plötzlich ist nichts mehr, wie es war.

Susanne Rubin ist eine waschechte 'Hamburger Deern'. Zusammen mit ihrem Mann, einem pensionierten Kriminalbeamten, lebt sie in ihrer geliebten Heimatstadt. Nach eigener Aussage, ist ihr Mann ihr persönlicher Held und ihre inzwischen erwachsenen Söhne bezeichnet als die wunderbarsten der ganzen Welt. Sie liebt das Schreiben, Spieleabende mit ihrer Familie und ist leidenschaftliche Kaffeetrinkerin.

KAPITEL 1


Philip von Hoven war ein Mann voller Gegensätze, doch nur sehr wenige wussten um die Widersprüchlichkeiten, mit denen er oft zu kämpfen hatte.

Auf den ersten Blick vermittelte er vor allem Integrität und Zuverlässigkeit. Seine attraktive und stets gepflegte Erscheinung entsprach in jeder Weise seiner adligen Herkunft und der entsprechend strengen Erziehung, die er – – besonders in den ersten Jahren seiner Kindheit – erfahren hatte. Oberflächlich betrachtet war es leicht, mit Philip auszukommen; üblicherweise zeigte er sich seinen Mitmenschen gegenüber ausgesucht höflich, interessiert und zugewandt. So brachten Geschlechtsgenossen ihm zumeist Bewunderung und Achtung entgegen und Frauen schmolzen regelrecht dahin, sobald er sich ihnen zuwandte – als ob sie die wilde Leidenschaft erahnten, die unter seiner makellosen Oberfläche brodelte. Sie hingen an seinen Lippen, sahen in ihm aber auch, wohl nicht zuletzt wegen seines Adelstitels, schnell den potenziellen Ehemann. Auch damit wusste er umzugehen, ohne jemals eine einzige von ihnen vor den Kopf gestoßen oder gar unglücklich zurückgelassen zu haben.

Pflichtgefühl und die fest verankerte Bereitschaft zur Gewissenhaftigkeit waren Eigenschaften, die ihm praktisch in die Wiege gelegt worden waren. Seinen Beruf als Drehbuchautor sah er allerdings eher als Berufung, denn als Arbeit an. Für seine Talente war er dankbar und nutzte sie, wann immer es erforderlich wurde. Durch wenige wohl gesetzte Worte und Gesten gelang es Philip, auch sein berufliches Umfeld zu beeindrucken und Kompetenz zu vermitteln. Seine Ausdrucksweise schien zwar ein wenig aus der Mode gekommen zu sein, doch nicht selten ließ gerade das seine Zuhörer überrascht aufhorchen. Dessen war er sich bewusst. Auch wenn er einige Traditionen sehr zu schätzen wusste, war er im Grunde ein modern denkender Mann, der selbstsichere Frauen bewunderte und durchaus in der Lage war, sich seine eigenen Schwächen einzugestehen. Vielleicht lag all dies auch daran, dass er überwiegend bei seinem Großvater auf einem Landgut aufgewachsen war, nachdem seine Eltern sich praktisch über Nacht aus einem Leben zurückgezogen hatten. Als seine Mutter ihn und seinen Vater verließ, war Philip noch ein Kind gewesen, und dieser Verlust hatte ihn wohl mehr geprägt als jede andere Erfahrung in seinem Leben.

In Wahrheit war Philip nämlich nicht ganz so selbstsicher, wie er sich gern präsentierte. Viel zu oft fühlte er sich zerrissen, manchmal sogar eingeengt. So als hätte man ihn in eine Form gepresst, in die er eigentlich nicht recht passen wollte. Eine seltsame Unruhe tobte dann und wann in ihm, wie ein feuriger Sturm, der seine Seele durchrüttelte und seine Grundfesten ins Wanken zu bringen drohte. Es schien, als würde noch ein anderer Mann, ein anderer Philip von Hoven, tief in seinem Inneren schlummern und nur darauf warten, dass endlich etwas Einschneidendes passierte, um ihn unwiderruflich aufzuwecken.

Nach einigen Jahren, die er aus beruflichen Gründen in den USA verbracht hatte, war er nun seit zwei Tagen wieder zurück in Lunau, dem Dorf seiner Kindheit und Jugend, und es kam Philip schon jetzt so vor, als wäre er niemals fort gewesen. Soeben hatte er das Gutshaus verlassen, um eine liebe Freundin zu besuchen, doch kurz bevor er sich endgültig auf den Weg machte, drehte er sich noch einmal um und ließ nachdenklich seinen Blick über das Gebäude schweifen Die Rückkehr in die Lüneburger Heide und auf das Gut bedeutete jedoch nicht nur die Wiederbelebung eines tiefverwurzelten Heimatgefühls, sondern auch jede Menge Verantwortung für ihn. Ein schwerer Atemzug entglitt ihm und sei