: Sören Prescher
: Auf kurze Distanz Der zweite Fall für Mark& Felix
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962153014
: 1
: CHF 5.40
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 371
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Es ist später Abend und Kriminalkommissar Mark Richter wird zu einem neuen Mordfall gerufen. Diesmal betrifft es keinen Unbekannten, sondern eine Person aus seinem Umfeld, die ihm sehr am Herzen liegt. Dieses und andere tiefschürfende Ereignisse sorgen dafür, dass Marks bisheriges Leben ins Wanken gerät. Obwohl ihn die ganze Situation emotional viel zu sehr belastet, übernimmt er zusammen mit seinem chaotischen Partner Dominik und dem cleveren Hovawart-Hund Felix die Ermittlungen. Doch je mehr sie herausfinden, desto komplizierter wird sowohl die Polizeiarbeit als auch Marks Privatleben.

Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg. Er ist Mitglied des 42erAutoren e.V. und des Phantastischen Autoren Netzwerks (PAN). Neben seiner Arbeit für ein internationales Wirtschaftsunternehmen schreibt er Artikel und Berichte für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN. Seit der Jahrtausendwende veröffentlicht er Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien. Dazu sind bisher zwölf Romane aus den Bereichen Thriller und Mystery/Urban-Fantasy in zahlreichen Verlagen erschienen.

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Es regnete in Strömen, mit Tropfen so dick, als wären es Ausrufezeichen. Du bist schuld, schienen sie ihm vorzuwerfen, mit jedem Mal, dass sie die Wagenscheibe trafen.

Etwas ist passiert. Und du bist dafür verantwortlich, weil du nicht da warst. Weil dein blöder Fall wichtiger war als Caro.

Die Gewissheit krallte sich wie eine Klauenhand um Mark Richters Herz und presste es unbarmherzig zusammen. Im Kopf hallten die letzten Unterhaltungen mit Caro wider, bei denen er mehr zugehört als dazu beigetragen hatte. Auch ihre Miene in den vergangenen Tagen hatte er vor Augen. Den verstörten Blick …

Mark hatte ganz klar gesehen, dass etwas im Argen lag, doch er hatte absichtlich nicht nachgehakt. Weil er mit den Gedanken ganz woanders gewesen war – und das schon seit Tagen.

Streng genommen war es da nur konsequent, dass sie heute nicht auf seine Nachrichten oder Anrufversuche reagiert hatte. Weiteres Wasser auf den Mühlen. Andererseits: Was, wenn sie zu dem Zeitpunkt aus irgendeinem Grund gar nicht mehr hatte reagierenkönnen?

Vor ihm wechselte die Ampel auf Rot, und Mark trat fluchend auf die Bremse. Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis sie endlich wieder auf Grün umsprang und sich die Autos vor ihm in Bewegung setzten.

„Komm schon!“, fauchte er den Fahrer eines gelben Fiats an, als dieser nicht schnell genug Gas gab. „Es gibt Leute, die haben es eilig.“

Vom Beifahrersitz aus bellte Felix zustimmend. Er war ein vier Jahre alter Hovawart-Rüde mit dunkelbraunem Fell und einigen blonden Flecken an Hals, Bauch und Beinen, den Mark bei den Ermittlungen zu seinem letzten Fall kennengelernt hatte. Obwohl Mark eigentlich alles andere als ein Hundefan war, hatte es der Vierbeiner irgendwie geschafft, sich in sein Herz zu mogeln. Dass Felix bis zum Tod seines früheren Diensthundeführers als Geldspürhund im Polizeidienst tätig gewesen war, hatte vermutlich zu der schnell wachsenden Sympathie beigetragen. Technisch gesehen war der siebzig Zentimeter große Hovawart so etwas wie ein Kollege.

Der Fahrer des Wagens vor ihnen gab zwar mittlerweile mehr Gas, hielt sich aber überkorrekt an die Geschwindigkeitsvorschriften. Und das um kurz nach halb zehn am Abend, wenn eh kaum noch Verkehr herrschte. Mark fuhr so nah auf, dass die Stoßstange seines BMW-Dienstwagens beinahe die Fiat-Heckklappe berührte. Am liebsten hätte er den Schleicher angeschoben oder abgedrängt.

Wieso zum Henker fuhr der Kerl nicht schneller? Doch selbst mit hundert Stundenkilometern wäre es Mark vermutlich nicht schnell genug gegangen. Dafür waren seine Nerven einfach zu angespannt. Sein Herz raste, und seine Hände waren eiskalt. Vor dem Losfahren hatte er es nicht mal geschafft, die Adresse ins Navi einzugeben, die ihm der befreundete Kollege von der Leitstelle gegeben hatte, der für die Koordination neuer Kriminalfälle zuständig war. Allein dessen Rat „Gerade kam eine neue Meldung rein. Es ist besser, wenn du gleich vorbeikommst“ hatte genügt, um Mark mit Felix nach draußen stürmen zu lassen. Er hatte es nicht einmal gewagt, nachzuhaken, was genau der Kollege damit meinte. Schließlich arbeitete Mark in der Mordkommission und bearbeitete in der Regel nur eine Art von Fällen.

Mark atmete tief durch. Sicherlich gab es für alles eine banale Erklärung … Aber dass er seine Freundin den ganzen Tag über nicht erreicht hatte, legte schon einige sehr eindeutige Schlüsse nahe, denn so etwas war noch nie vorgekommen. Sonst hörten sie mehrmals täglich