: Sabine Strick
: Lava und Wellen: Tod auf dem Vulkan Kriminalroman
: Piper Verlag
: 9783492984997
: La Réunion-Krimi
: 1
: CHF 4.50
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 264
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein spannender Krimi um einen Mord auf La Réunion: Lucien Mahés erster Fall! Kurz vor dem Ausbruch des Piton de la Fournaise auf La Réunion wird nahe des Kraters die Leiche des Vulkanologen Xavier Lefèvre entdeckt. Seine Witwe Melissa beauftragt den ehemaligen Pariser Kriminalkommissar Lucien Mahé mit privaten Nachforschungen, denn der örtliche Kommissar Pascal Talon ist mit ihrer Familie verfeindet und würde ihr nur zu gerne den Mord in die Schuhe schieben.  Im Zuge der Ermittlungen, bei denen Lucien immer wieder mit Talon aneinander gerät, findet er heraus, dass etliche Leute ein Motiv für den Mord haben könnten. Und zweifelt sogar an Melissas Unschuld, während er gleichzeitig unerwünschte Gefühle für sie entwickelt. Dann trifft seine Tochter überraschend auf der Insel ein und wird zu Luciens Leidwesen in die Ermittlungen hineingezogen...

Sabine Strick wurde 1967 in Berlin geboren und wuchs dort auf. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits als Kind und sie begann mit siebzehn, an ersten Romanen zu arbeiten. Doch erst 2017 entschloss sie sich, endlich die notwendigen Schritte für Veröffentlichungen in die Wege zu leiten. Dann ging auf einmal alles recht schnell - neben verschiedenen anderen Publikationen erscheint der erste Band ihrer Krimi-Reihe 2019 bei Piper Spannungsvoll.

PROLOG


Kriminalkommissar Pascal Talon saß in seinem Büro im Hôtel de Police in Saint-Pierre und korrigierte missmutig die Einsatzpläne seines Teams für die nächsten Tage. Der bevorstehende Vulkanausbruch auf La Réunion hatte seine Planung wieder einmal durcheinandergeworfen, da die meisten seiner Mitarbeiter der Gendarmerie angehörten und somit ebenfalls für die Sicherheit des Départements zuständig waren.

Sergent Pierre-Eric Bonnard betrat das Büro nach kurzem Anklopfen. »Mon Commandant, wir müssen sofort los zum Piton de la Fournaise. Dort wurde gerade eine Leiche gefunden.« Aus seinen jungen Augen leuchtete die Abenteuerlust.

»Wir sollen auf den Piton? Das Ding kann jeden Moment ausbrechen!«, sagte Talon entrüstet. »Sollte es schon letzte Nacht.«

»Im Observatorium meinen sie, in den nächsten Stunden wird er nicht ausbrechen. Frühestens am späten Nachmittag. Die Vulkanologen sind es auch, die den Toten entdeckt haben.«

»Ein neugieriger Tourist wahrscheinlich? Verdammt, es ist doch alles abgesperrt!« Gelegentlich wurden erfrorene oder dehydrierte Wanderer gefunden, die vom Weg abgekommen waren. Normalerweise mussten die Mitarbeiter der Kriminalpolizei deshalb jedoch nicht auf den Vulkan steigen.

»Kein Tourist, sondern der Leiter des Observatoriums. Hat wohl eine schwere Kopfverletzung. Und bei seiner Bedeutung auf der Insel …«

»Xavier Lefèvre?«, unterbrach ihn Talon ungläubig.

»Kennen Sie ihn persönlich?«

»Ich kenne seine Frau.« Er verzog grimmig das Gesicht. »Flüchtig.«

»Seine Frau hat heute Morgen bei der Wache in Le Tampon angerufen und wollte ihn als vermisst melden, weil er nachts nicht nach Hause gekommen ist. Aber nach zwölf Stunden Abwesenheit ist es für eine Vermisstenmeldung ja noch zu früh. Offenbar hat sie danach seine Kollegen alarmiert. Die haben mit dem Rettungshubschrauber nach ihm gesucht und ihn leblos an der Südflanke des Vulkans gefunden. Einer der Vulkanologen hat die Polizei benachrichtigt. Und da Xavier Lefèvre nicht irgendwer ist, wurde Général Delaborde informiert, und der hat entschieden, dass die Kriminalpolizei sich das vor Ort ansehen soll.«

Talon erhob sich und betrachtete verdrossen seine eleganten Halbschuhe aus poliertem Leder. »Soll ich damit etwa auf den Piton klettern?«

»Sie können sich Stiefel von einem der Gendarme ausborgen«, bot Pierre-Eric beflissen an.

»Nicht nötig«, knurrte Talon. »Zufällig hab ich welche in meinem Spind, zusammen mit meiner Uniform. Wo genau liegt die Leiche?«

Der Sergent trat an die Landkarte der Insel Réunion, die an der Wand hing und fuhr suchend mit dem Finger über das Gebiet des Piton de la Fournaise. Er tippte auf eine Stelle südlich des Hauptkraters.

»Hier, glaube ich. So in etwa.«

Der Kommissar ahnte Arges. »Und bis wohin führt die Straße?«

»Äh … bis hier. Ungefähr vier Kilometer entfernt.«

Talon fluchte leise. »Wir nehmen den Helikopter«, entschied er. Die Sachlage rechtfertigte dies vollkommen. »Wo treffen wir den Vulkanologen, der uns den Weg zeigt?«

»Ich habe ihm gesagt, dass Sie ihn zurückrufen und das mit ihm besprechen,mon Commandant.« Pierre-Eric hielt ihm einen Zettel mit einer Handynummer hin.

»Na schön, ich rufe den gleich an.« Talon stürzte seinen lauwarm gewordenen Kaffee in einem Zug hinunter. »Verständigen Sie den Rechtsmediziner und die Spurensicherung, Bonnard.«

 

Eine halbe Stunde später landete der Polizeihubschrauber auf der großen Wiese neben dem Vulkanobservatorium in La Plaine-des-Cafres. Dort wartete bereits der Rettungshubschrauber, der die Leiche nach der kriminalistischen Untersuchung abtransportieren sollte und dessen Pilot nun wieder die Rotoren anließ. Ein hochgewachsener dunkelhaariger M