Die Frauen haben in den 1970er-Jahren Einzug gehalten in die bis dahin männlich dominierte Gesellschaft. Mit ihrer kämpferischen Energie haben sie eine Bewegung initiiert, die auf der politischen Ebene per Gesetz die Gleichstellung der Frau garantieren sollte. Mit Quotenregelung, Gleichstellungsgesetzen und öffentlich geförderten frauenspezifischen Angeboten haben sie dafür gesorgt, dass sich die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft grundlegend verändert hat. Alte, längst überholte Denkstrukturen und festgelegte geschlechtsspezifische Verhaltensweisen wurden hinterfragt und aufgelöst. Die gesetzlich verankerte Gleichstellung der Frau führte dazu, dass sich eine Bewusstseinsveränderung unter Frauen, aber auch bei den Männern etablierte. Bis dato war die nicht hinterfragte klassische Rolle der Frau in der Regel auf die Erziehung der Kinder und fürsorgliche ehrenamtliche Tätigkeiten ausgerichtet. Die drei Ks – Kirche, Küche, Kinder –, die zur Identität jeder Frau gehörten, wurden jetzt abgelöst von drei neuen Ks: Karriere, Kampf und Kompromisslosigkeit.
Ihren vehementen Kampf fochten die Frauen mit den Waffen der Männer: Einsatz ihres messerscharfen Verstandes, fokussierte Willenskraft, Zielgerichtetheit und Schlagfertigkeit. Damit übernahmen sie die zuvor den Männern zugeschriebenen Qualitäten für die Frauenwelt. Die Übernahme und Verinnerlichung der männlichen Eigenschaften verdrängte die klassischen weiblichen Werte wie Einfühlungsvermögen, Hingabefähigkeit und H