: Marie Adams
: Der kleine Buchladen der guten Wünsche Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641244064
: 1
: CHF 5.40
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: German
: 384
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Von Büchern, Bienen, kleinen und großen Träumen und vielen guten Wünschen ...

Die Buchhändlerin und überzeugte Großstädterin Josefine liebt ihren Beruf – zum Glück, für Urlaub hat sie ohnehin keine Zeit. Und ihre schönsten Ferien bei ihrer Tante Hilde in der Rhön verblassen langsam zu nostalgischen Erinnerungen – genauso wie der Gedanke an die ganz besondere Mission, mit der ihre Tante ihre Buchhandlung führte. Doch dann hinterlässt ihre Tante Josefine ein Erbe, das sie zurück in diese wunderschöne ländliche Gegend katapultiert, in der sie jemanden wiedertrifft, der ihr Herz schon als Kind berührt hat. Es ist der junge Imker Johannes, mit dem sie über ihre Tante auf schicksalhafte Weise verbunden ist ...

Marie Adams veröffentlichte unter anderem Namen bereits Romane – in denen es darum geht, die Liebe nach Jahren durch den Alltag zu retten und das Familienchaos zu meistern. Umso mehr Freude hat sie nun daran, ein Liebespaar auf fast märchenhafte Weise erst einmal zusammenzubringen – schließlich weiß sie aus eigener Erfahrung, wie irrational das Glück manchmal arbeitet.

»Vielleicht sollten wir doch bald zusammenziehen, damit wir nicht die Besenkammer für unsere Rendezvous nutzen müssen«, sagte Mark lachend, als er Josefines Taille umschlang. Okay, in ihrem Büro stand auch das Putzzeug, aber dennoch war es ein nettes Zimmer und keine Besenkammer.

Josefine hatte ihre Arme um seinen Hals geschlungen. »Warum nicht? Wir sehen uns tatsächlich viel zu selten außerhalb der Arbeitszeit.« Ihr Blick blieb an dem Monitor der Überwachungskamera hängen, der den Eingangsbereich kontrollierte. Sie mussten die Kamera gleich noch ausschalten. Manchmal fühlte sich Josefine mulmig angesichts der Überwachung, aber so konnten sie auch mal während der Öffnungszeiten anfallende Arbeiten im Büro erledigen, wenn einer von ihnen allein im Laden war. Tante Hilde ließ ihre Tür selbst dann auf, wenn sie im Lagerraum war. Sie sagte immer, beim Stöbern in den Büchern würde schon keiner so schnell wegrennen.

»Mark, lass uns heute Abend mal wieder was Schönes unternehmen! Vielleicht essen gehen?«

Als um halb sieben der letzte Kunde gegangen war, hatten sie die Tür verriegelt und sich an die Aufräumarbeiten gemacht.

»Mmmhh, essen ist nicht schlecht, aber ich hätte da auch noch auf was anderes Lust.« Er küsste sie knapp neben den Mund, und ein Schauer lief durch Josefines Körper.

»Da hätte ich auch nichts gegen.« Allerdings müsste sie erst einmal die ganze Arbeit ausblenden, was Josefine zunehmend schwerer fiel. Ihr Blick fiel erneut auf den kleinen Schwarz-Weiß-Bildschirm. Da versuchte doch wirklich jemand vergeblich, die Tür zu öffnen.

»Alles in Ordnung?«, fragte Mark.

»Ja, ja, da ist nur noch jemand an der Tür. Soll er halt morgen wiederkommen«, antwortete sie und küsste ihren Freund flüchtig. In jemandes Arme fallen und alles andere vergessen kam wohl nur in den Büchern vor, die bunte Umschläge voller Muffins, Meeresansichten oder Liebesbriefen aus altmodischem Papier zierten. Aber da erkannte Josefine die Frau, die immer noch an der Tür rüttelte. Es war Frau Schmitz, die gestern noch betont hatte, dass sie das Deutschbuch unbedingt für heute brauchte. Sie ließ von der Türklinke ab und stampfte auf den Boden. Josefine musste keinen Kurs im Lippenlesen besucht haben, um den Fluch zu identifizieren, der aus ihrem Mund kam: »Scheiße!« Ja, selbst in Schwarz-Weiß und Miniaturformat war zu erahnen, dass Frau Schmitz sich am liebsten in Grund und Boden gestampft hätte.

»Mark, ich glaube, ich muss doch noch mal zur Tür.«

»Warum das denn?«

»Na, guck mal auf den Bildschirm. Unsere Stammkundin. Und sie braucht das Buch bis morgen.«

»Ganz ehrlich, sie weiß seit Jahren, dass wir um halb sieben schließen. Nur weil sie nicht organisiert ist, müssen wir doch nicht nach ihrer Pfeife tanzen. Uns in den Feierabend zu grätschen ist so was von rücksichtslos!« Mark rückte etwas von ihr ab.

Josefine musste ihm recht geben. So sehr s