: Conn Iggulden
: Sparta Roman
: Heyne Verlag
: 9783641243715
: 1
: CHF 10.80
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 576
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
401 AD: Artaxerxes, der König Persiens, herrscht über ein Reich, das sich von der Ägäis bis nach Nordindien erstreckt. Er bestimmt über Leben und Tod. Sein Befehl kennt keinen Widerspruch. 50 Millionen Menschen sind ihm Untertan. Doch sein Bruder Kyros lehnt sich auf. Mit einem Heer von griechischen Söldnern und Spartanern zieht er gegen das Reich des Artaxerxes. Die Schlacht zwischen Sparta und Persien beginnt ...

Conn Iggulden unterrichtete Englisch an der Universität von London und arbeitete sieben Jahre als Lehrer, bevor er schließlich mit dem Schreiben historischer Abenteuerromane begann. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen im englischen Hertfordshire. Die Romane seiner"Emperor"-Trilogie stürmten binnen Kurzem die britischen Bestsellerlisten. 2006 gefolgt von seinem ersten Sachbuch dem"Dangerous Book for Boys", das er zusammen mit seinem Bruder Hal schrieb und das das als"Buch des Jahres" bei den British Book Awards ausgezeichnet worden ist. Ein Buch wie das"Dangerous Book" hätten sie damals gerne zur Hand gehabt. Nun haben sie es selbst geschrieben und der goldenen Zeit der Kindheit und der Abenteuer ein Denkmal gesetzt.

PROLOG


In der Hitze Babylons rissen die Stare ihre Schnäbel auf und zeigten ihre schwarzen Zungen. Wer jenseits der gigantischen Stadtmauern die Äcker bestellte, litt unter der niederdrückenden Sonne.

Als der Große König in der Mitte der Straße entlangschritt, lag ein feuchter Schimmer auf seiner Haut, und sein Sohn hätte nicht sagen können, ob er von Öl oder Schweiß herrührte. Der Bart seines Vaters glänzte in dichten schwarzen Locken, ein ebenso unverkennbares Merkmal wie der Duft nach Rosen oder der lange und mit einem Panzer aus miteinander verbundenen und einander überlappenden Metallplättchen versehene Mantel, der ihn einhüllte.

Die Luft roch nach heißem Stein und Zypressen, die wie Speerspitzen gen Himmel ragten. Die umliegenden Straßen waren von ihren Anwohnern geräumt worden. Kein einziges Kind, keine einzige alte Frau war zurückgeblieben, nicht einmal ein Huhn, das im Staub hätte scharren können, während die Reichssoldaten ihrem König den Weg frei machten. Die Stille lastete so schwer, dass der Junge den Gesang der Vögel hören konnte.

Die Straße von Ningal war mit weichen Palmenzweigen ausgelegt worden, sie bildeten einen dichten Teppich und waren noch immer grün. Keinerlei Moder- und Fäulnisdünste sollten ihre Unterredung stören oder den Älteren von seiner Unterweisung ablenken. Sein Ziel bestand in nichts weniger als darin, das Überleben seines Hauses zu gewährleisten, und er hatte weder Kurtisanen noch Spionen gestattet, sich nahe genug bei ihnen aufzuhalten, um mithören zu können. Seine Hauptmänner glaubten, eine königliche Laune hätte sie an jenem Morgen weit vor Sonnenaufgang ausgeschickt, um die Stadtviertel auf beiden Seiten der Straße zu räumen. Die Wahrheit war jedoch, dass gewisse Worte nicht zufällig mitgehört werden sollten. Dem König war bewusst, wie viele Lauscher sich an seinem Hof tummelten. Es gab einfach zu viele kleine Satrapien, zu viele Königreiche, deren Kronen er unter seinen Sandalen zermalmt hatte. Neunzig Herrscher und Fürsten zahlten ihren Spionen den Sold allein fürs Lauschen, während tausend Höflinge sich um die besten Plätze und Posten rangelten. Das schlichte Vergnügen, ganz allein mit seinem Sohn umherzugehen, wie jeder einfache Schafhirte es vermochte, hatte sich in einen Luxus verwandelt, dessen Kostbarkeit dem Besitz funkelnder Rubine in nichts nachstand, genauso wertvoll wie die »Bogenschützen« genannten dicken Goldmünzen, welche das Abbild von König Dareios quer durch das Großreich trugen.

Während sie dahinschritten, warf der kleine Junge seinem Vater verstohlene Seitenblicke zu, voller Bewunderung und vollkommenem Vertrauen. Der junge Artaxerxes passte seinen Gang dem des Königs an, was allerdings ab und an einen zusätzlichen halben Schritt erforderlich machte, einen Hüpfer, um mithalten zu können. Dareios schien es nicht zu bemerken, doch Artaxerxes wusste, dass seinem Vater nur sehr wenig entging. Das Geheimnis seiner langen Regentschaft lag in seiner Weisheit. Wäre der kleine Junge jemals nach seiner Meinung gefragt worden, hätte er gesagt, dass sich sein Vater noch nie geirrt hatte.

An Verhandlungstagen saß der K