: Claire Bonnett
: Café Honeybee
: Forever
: 9783958183926
: 1
: CHF 4.50
:
: Erzählende Literatur
: German
: 450
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Neuanfang im kleinen Café in Edinburgh Greta hat die Nase voll. Seit dem Tod ihrer Mutter kümmert sie sich nicht nur um ihre Zwillingsschwester, die in einer Lebenskrise steckt, sondern unterstützt auch ihre Großmutter Pru im familieneigenen Café Honeybee in Edinburgh. Als wäre das nicht stressig genug, will Gretas Freund auch noch unbedingt die bröckelnde Beziehung retten. Als Greta nach einem Unfall plötzlich mit Gedächtnisverlust im Krankenhaus aufwacht, ist das ihre Chance, den Zwängen zu entkommen, die ihr ihre Familie auferlegt. Doch leichter gesagt als getan. Wie soll sie ihre eigenen Träume verwirklichen und gleichzeitig die Probleme ihrer Familie lösen? Greta schmiedet einen riskanten Plan. Sie ahnt nicht, welche Folgen dieser nicht nur für das Honeybee, sondern auch für ihr Herz haben wird ... Meinungen zum Buch: Ein Roman, der sehr tiefgründig und vielschichtig ist, der aber trotz aller Ernsthaftigkeit der Themen seine Leichtigkeit nicht verliert. (Rezensentin auf NetGalley) 'Café Honeybee' hat mich mit einer tiefgründigen und unvorhersehbaren Geschichte überrascht. Die besonderen, und so vielschichtigen Charaktere wuchsen mir ans Herz - und gerade mit den beiden Schwestern fühlte ich mich sehr verbunden. Die Atmosphäre war eher düster und ernst, und doch immer wieder mit Lichtblicken gespickt. Dieses Buch gibt Hoffnung und ein gutes Gefühl. Liebe ist nicht das zentrale Thema, sondern das Leben. (Buchblog iamjane) Café Honeybee ist ein rundum gelungener Roman über das Schicksal einer Familie mit all ihren Höhen und Tiefen und vor allem mit ihrer Art, Dingen aus dem Weg zu gehen, weil sie einfach zu sehr schmerzen. Die Autorin versteht es sehr gut, den Leser miteinzubeziehen und für die Dauer der Lektüre auf eine sehr emotionale Reise zu schicken. Absolute Leseempfehlung! (Rezensentin auf Amazon)

Claire Bonnett, geboren 1997, wuchs in einem lebhaften Bibliothekars-Haushalt auf und schreibt seit ihrer Kindheit eigene Geschichten. Inspiration findet sie dabei in der Musik, ebenso wie auf Reisen nach Schottland und Nordeuropa. Große Gefühle und kleine Katastrophen spielen sich in ihren Romanen ab, deren wichtigste Geheimzutat die Autorin auch durch den Alltag begleitet. Eine gehörige Portion Humor. 

Kapitel 1


Greta


Ich mochte keine Bienen, und das nicht einmal aus den üblichen Gründen. Ihre Stiche machten mir keine Angst, auch nicht das pulsierende Summen. Nein, der eigentliche Grund war weiß, ziemlich unförmig und aus altem Polyester: Grandma Prus Schutzanzug. Mit fünf dachte ich, ein Riesen-Marshmallow hätte meine Grandma gefressen, wodurch ich das Imkern unwiderruflich als »gemeingefährlich« abgestempelt hatte.

»Hältst du das mal?«

»Was ist das?«

Pru blieb mir eine Antwort schuldig und drückte mir einfach den wuchtigen Holzkasten in die Arme.

»Nichts zu danken«, erwiderte ich ächzend und federte das Gewicht mit den Knien ab. »Hättest du nicht wenigstens das Ding ausziehen können, bevor ich komme? Du siehst aus wie ein Yeti.«

»Reiß dich zusammen, Greta! Ich wollte noch mal nach dem Rechten sehen. Wenn die Erntesaison wieder so kläglich ausfällt, muss ich auf die Notvorräte zurückgreifen.«

Ich blickte in die Kiste und sah jetzt die goldgelb gefüllten Gläser unter dem karierten Tuch. »Wie viel ist denn noch da?«

Pru antwortete mal wieder nicht, stattdessen nahm sie ihren Schutzschleier ab. Ihre dunkelgrünen Augen schenkten mir einen durchdringenden Blick, dann zuckte sie mit den Schultern. Das war ihre bevorzugte Art »Mach dir keine Sorgen und frag besser nicht weiter nach« zu sagen.

»Schon gut«, grummelte ich.

Pru legte den Schleierhelm auf dem Gartentisch ab und begann sich aus ihrem Schutzanzug zu schälen.

Ich seufzte leise und blickte in den wolkenlosen Himmel. Eine sanfte Frühlingsbrise kitzelte in meiner Nase.

Es war Anfang Mai, also bereits früh genug, um sich wegen der Ernte Gedanken zu machen. Pru lebte schon seit Jahrzehnten nicht mehr nach unserem schnöden Menschenkalender. Ihr Rhythmus richtete sich nach den Bienenvölkern am Rand ihrer Dachterrasse.

Sonnenstrahlen fielen auf die quadratische Fläche mit den Terrakotta-Fliesen. Rechts und links wurde die Terrasse von den Wänden der Nachbarhäuser umschlossen. Pru pflegte immer zu sagen, dass sich Imkern und Nachbarschaft nicht vertrugen. Ich hingegen war der Ansicht, dass sich eher Grandma und die Nachbarschaft nicht vertrugen.

»Steh nicht herum, Greta! Komm, hol lieber den Schlüssel, wir haben nur noch eine Stunde.« Pru hatte sich aus dem Schutzanzug befreit und steuerte den rostigen Metallspind an der rechten Wandseite an. »Greta! Komm in die Gänge!«, rief sie über die Schulter.

»Ja-ha«, antwortete ich und verdrehte die Augen.

Mit der Kiste im Arm absolvierte ich einen Slalomlauf um die zahll