: Frauke Scheunemann, Antje Szillat
: Paule und Sneakers Tierisch beste Freunde
: KARIBU
: 9783961291304
: Paule und Sneakers
: 1
: CHF 8.90
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 192
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dackelwelpe Paule ist mächtig stolz, Mitglied einer Bande zu sein - auch wenn es eine Katzenbande ist. Gemeinsam mit seinem Kumpel, dem dicken Kater Sneakers, und den anderen Katzen hilft Paule Kindern, die in Schwierigkeiten sind. Zum Beispiel Kaja, die Probleme mit dem neuen Freund ihrer Mutter hat. Als aber Paules eigene Familie betroffen ist, ist guter Rat teuer. Papa Thorsten hat einen neuen Job und will Frau und Kinder kurzerhand von Hamburg nach München verpflanzen. Bille und Fips sind darüber todunglücklich. Klar, dass Paule und seine Katzenfreunde da helfen müssen!

Frauke Scheunemann ist seit 2002 Autorin und schrieb zusammen mit ihrer Schwester viele Bestseller. Danach ist sie auf den Hund gekommen: Ihre »Dackelblick«-Romane standen monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Seit 2013 begeistert sie auch junge Leser mit der Katzenkrimireihe »Winston«. Und trotz einer Gesamtauflage von 2 Millionen Büchern hat sie immer noch tierisch viele Ideen. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren vier Kindern und den Hunden Elmo und Urmel in Hamburg.

Kapitel 3


Das vergessene Paulchen


So ein Nachmittag am See kann wirklich anstrengend sein. Ganz besonders, wenn man wie ich unermüdlich im Wasser herumplanscht. Okay, ein klitzekleines Nickerchen habe ich zwischendurch auch mal gemacht.

Jetzt habe ich auf jeden Fall Hunger. Grrr, ich könnte mindestens drei riesige Portionen meines Futters verdrücken.

Doch anstatt mir erst einmal den Napf randvoll zu machen, verziehen sich Bille und Fips in ihre Zimmer. Ich sitze in der Küche vorm Schrank, in dem sich mein Futter befindet, und bin wirklich … hungrig.

Verflixter Pansen, das können die doch nicht machen!

Zum Glück kommt in diesem Moment Doro in die Küche.

„Na, Paule, was sitzt du hier so mitten in der Küche herum?“, fragt sie mich, und anstatt selbst draufzukommen – der Dackel hatHUNGER!!! –, öffnet sie den Kühlschrank, nimmt die Milchtüte heraus und gießt sich ein Glas damit voll. Bevor ich auch nur „WUFF-WUFF“ machen kann, ist sie wieder zur Tür hinaus. Und ich sitze noch immer da, und der Hunger wird immer fieser, größer, unerträglicher …

So geht das nicht weiter. Dann muss ich es eben auf eigene Faust probieren. Irgendwie auf die Arbeitsplatte kommen, und wenn ich mich dann auf die Hinterpfoten stelle, dann müsste ich eigentlich an den Karton mit dem Hundefutter gelangen. Oder ich setze mich vor Billes Tür und jaule so lange, bis sie begreift, dass ich vor Kohldampf fast umkippe.

Ich trabe zu Billes Tür und muss einsehen, dass der Plan aussichtslos ist. Sie hat nämlich die Musik aufgedreht. Tür zu, Musik laut, und der arme Paule sitzt winselnd davor. Na super!

„Paule, hey, stimmt irgendetwas nicht mit dir? Du machst so einen unzufriedenen Eindruck?“, fragt Doro, die gerade aus ihrem Arbeitszimmer kommt. Das Glas in ihrer Hand ist leer. Anscheinend will sie es erneut auffüllen. Meine Chance, ihr klarzumachen, dass sie total richtigliegt: Ja, ich bin unzufrieden, weil keiner auf die Idee kommt, mich endlich mal zu füttern!

Ich bleibe dicht an ihrer Seite, und zusammen geht’s erneut in die Küche. Doro nimmt wieder die Milch aus dem Kühlschrank, schüttet ihr Glas voll, beugt sich zu mir herunter und tätschelt mir den Kopf.

„Später gehen wir noch Gassi“, verspricht sie mir. „Aber jetzt muss ich erst einmal ganz dringend den Plan für das Wohnzimmer der Sammers fertigbekommen. Die wollen nämlich schon nächste Woche die Möbel bestellen.“

Soso, die Sammers. Das Wohnzimmer dieser Leute ist also wichtiger als ich. Gut zu wissen. Danke dafür, Doro.

Ich schleppe mich in mein Körbchen. Inzwischen bin ich für Plan A, auf die Arbeitsplatte springen und so weiter, eh viel zu kraftlos. Ich schätze, wenn ich mich jetzt hinlege und einschlafe, dann ist es gut möglich, dass ich vor lauter Schwäche nie wieder aufwache.

Winsel …

Doch gerade als ich die Augen zuklappen will, höre ich einen Schlüssel, der sich im Schloss umdreht. Die Tür springt auf, und Torsten kommt hereingeschneit.

„Hallihallo, der Papa ist zu Hause!“

Normalerweise ruft Torsten das nicht. Wirklich nicht. Er schließt die Tür auf, stellt seine Aktentasch