: Ilja Albrecht
: Gegenstrom Thriller
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962152536
: 1
: CHF 4.50
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 286
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Profiler Kiran Mendelsohn befindet sich in Schottland, als ihn ein Anruf des BKA nach London beordert. Dort ist ein deutscher Ingenieur einem mysteriösen Infarkt erlegen, der zuständige Detective Inspector fordert die Hilfe des BKA an. Zusammen mit ihren englischen Kollegen kommen Kiran und sein Team einer Organisation auf die Spur, die unliebsame Mitwisser bedenkenlos aus dem Weg räumt. Bald geraten auch die Ermittler ins Visier ihrer Londoner Gegner. Als ein Kollege den Gegnern zum Opfer fällt, geht das deutsch-britische Team gnadenlos zum Gegenangriff über.

Ilja Albrecht, geb. 1967 in Frankfurt, zog 1988 für sein Studium nach Berlin und erlebte dort den Mauerfall. Zunächst studierte er Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, wechselte aber nach dem Vordiplom an die Hochschule der Künste. Nach dem Studienabschluss als Diplom-Kommunikationswirt ist er seitdem im Bereich eMarketing für internationale Unternehmen tätig. Heute lebt Ilja Albrecht gemeinsam mit seiner Frau auf Malta.

5


Bolko fluchte innerlich, als er durch den Hamburger Flughafen sprintete.

Er hatte die Strecke von Berlin nach Hamburg in Rekordzeit zurückgelegt und seinen frisch inspizierten Jaguar XJS komplett ausgefahren, war aber trotz aller Tricks im Norden der Stadt in einen Stau geraten. Er kam an das Gate und stellte fest, dass der Flug ebenfalls Verspätung hatte und die Maschine gerade erst gelandet war. Prima, kein schlechter erster Eindruck.

Eine halbe Stunde später kamen die Passagiere. Auch ohne Bild oder Beschreibung erkannte er Caulfield sofort. Sportliche Figur, starke Schultern, schmales Gesicht, helles Haar, sehr klare Augen, die schnell umhersuchten. Ihr Gang und die Körperhaltung verrieten sie. So lief nur jemand, der in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt gewesen oder zumindest darauf trainiert worden war. Ihr Blick blieb auf ihm haften, sie entspannte sich und ging auf ihn zu.

»Hauptkommissar Blohm? DS Caulfield, Hallo.«

Kurz und knackig, auch hier keine Überraschung. »Guten Tag, DS Caulfield, willkommen in Hamburg. Gut geflogen?«

Sein Englisch kam fließend, und Caulfield entspannte sich sichtlich. »Ja, prima. Ein Glück sprechen Sie gut englisch, ich hatte mir Sorgen gemacht.«

»Kein Problem. Also, wir können entweder noch irgendwo einen Imbiss nehmen oder gleich zur Witwe von Rolf Anstetter. Sie wartet auf uns und ist den Nachmittag und Abend zu Hause.«

»Fahren wir gleich, essen können wir dann.«

Bolko nickte. Sie gingen ins Parkhaus, wo sein Wagen die ersten bewundernden Blicke, jedoch keinen Kommentar hervorrief. Sie stiegen ein und tauchten in den beginnenden Berufsverkehr ein. Caulfield blickte nachdenklich aus dem Fenster. Offenbar keine große Rednerin.

»Sie sind also von unserem englischen Pendant. Ich habe, ehrlich gesagt, nicht viel Ahnung von der NCA«, sagte Bolko, tapfer Konversation betreibend.

»Bin erst seit heute dabei.«

»Ach so? Spannend. Lassen Sie mich raten, Detective Constable bei irgendeinem CID, ewiges Warten bis zum Sergeant und danach in der Sackgasse eines schrumpfenden Polizeiapparats.«

Sie blickte ihn an. »Nicht schlecht. Sie auch?«

»Jein. Ich komme hier aus Hamburg. Lief gut, aber zu gut. Und immer brutaler. Ich wollte weg aus dem Sumpf, also nach Berlin zum BKA, ins Ausland, gegen internationale Gangster.«

»Und wie sind die so, die internationalen Gangster?«

»Genau wie die Zuhälter und Drogenbosse hier, nur besser gekleidet. Und gefährlicher.«

»Klingt immer noch brutal.«

Bolko lachte. »Ist es auch. Andere Fälle, verzwickter, aber die gleiche Mentalität dahinter. Wie diese Sache hier. Haben Sie eine Idee, oder wie viel hat man Ihnen erzählt?«

Caulfield lächelte etwas und erzählte ihre Geschichte, vom Morgen in der Pathologie über das Treffen in der NCA, ihrem unerwarteten Wechsel und dem Briefing bei Castlemere.

Bolko nickte, während er elegant einem Laster die Vorfahrt nahm. Er überholte einen abbiegenden Linienbus rechts und beschleunigte auf die Autobahn. Keine Reaktion von der Beifahrerseite. Sehr gut. Schließlich erreichten sie Wohldorf-Ohlstedt. Das modernisierte Haus der Anstetters la